"Tatort: Land in dieser Zeit": Ein Brandanschlag endet tödlich

Was wir bereits wissen
Der neue Frankfurter "Tatort" ist höchst aktuell und weckt bei der Ideologie der Verdächtigen deutliche Erinnerungen an die NSU-Verbrechen.

Vor drei Wochen erst löste das noch recht neue Frankfurter Team im "Tatort: Wendehammer" einen Fall, nun folgt mit "Tatort: Land in dieser Zeit" (8. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) gleich der nächste, angeführt von Psychologin und Kommissarin Anna Janneke (Margarita Broich) und ihrem Kollegen, Kommissar Paul Brix (Wolfram Koch).

Was passiert im "Tatort: Land in dieser Zeit"?

Der Friseursalon von Rosi Grüneklee wird in Brand gesetzt – anscheinend völlig ohne Grund. Im Laden gab es nichts zu holen, Rosi ist nett und beliebt. Im ausgebrannten Geschäft findet man die Leiche der jungen Angestellten Melanie. Rosi ist tief erschüttert, noch viel mehr ihre zweite Angestellte Vera (Jasna Fritzi Bauer).

Die Kommissare finden heraus, dass Melanie vor ihrem Tod Streit mit dem afrikanischen Drogendealer John Aliou hatte. Der Senegalese vertickt seine Ware direkt vor dem Geschäft. Er wird verhaftet, scheint aber ein Alibi zu haben. Anders als Vera, die in merkwürdigen rechten Kreisen verkehrt.

Wer ist dabei?

Margarita Broich spielt Ermittlerin Janneke, die stets das Gras wachsen hört, erwartbar routiniert. Lustig, aber ebenso durchgeknallt wirkt es, wenn der neue Kripochef (Bruno Cathomas) unverhofft aus einem Reclamheft moderne Reime vorträgt.

Für schöne Momente sorgt Wolfram Koch als Brix, der in sympathischer Unbeholfenheit versucht, mit der neuen deutschen Wirklichkeit klarzukommen. Die drei verdächtigen jungen Frauen sehen sich irritierend ähnlich: alle sehr blass, alle mit langen Streichholzhaaren – das kann verwirren.

Was ist das Besondere?

Wie bei "Wendehammer" Mitte Dezember wird auch hier nicht an skurrilem Personal gespart. Dafür ist der Schweizer Markus Imboden, Regisseur der beiden Frankfurter Fälle, bekannt. Trotzdem ist dieser "Tatort" sehr politisch und weckt bei der Ideologie der Verdächtigen deutliche Erinnerungen an die NSU-Verbrechen. Parallel wird holzschnittartig für die Willkommenskultur geworben. So bleibt zum Schluss große Betretenheit.

Wertung

Das erste Drittel des Krimis entwickelt sich rasant. Der Fall scheint genügend rätselhaft, um dranzubleiben. Doch dann kommt die Flaute: Es wird im Kanon gesungen, rezitiert, und Hauptkommissarin Janneke hat plötzlich "ein komisches Gefühl". Die Folge: viel Chaos, überschaubare Spannung.

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Text: Sabine Ulrich

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