"Tatort: Wacht am Rhein": Ein blutiger Fall aus Köln

Was wir bereits wissen
Eine Bürgerwehr, ein Toter und jede Menge Verdächtige: Die Angst vor den Fremden führt beim Kölner "Tatort" (15. Januar, 20.15 Uhr, Das erste) direkt in die Katastrophe.

Was passiert im "Tatort: Wacht am Rhein"?

Kleine Läden und günstige Wohnungen: Die Leute mögen ihr Kölner "Veedel". Doch seit einiger Zeit geht es mit dem Stadtteil steil bergab: zu viele Einbrüche, Diebstähle, Überfälle. Und was unternimmt die Polizei? Nichts. Deshalb haben einige die Bürgerwehr "Wacht am Rhein" gegründet.

Der aus Marokko stammende Ladenbesitzer Adil Faras ist ebenso dabei wie die junge Mutter Nina. Das Kommando führt Dieter Gottschalk, der die Situation mit rechten Parolen zusätzlich anheizt. Erst recht, als bei einem nächtlichen Einbruch in einer Zoohandlung der Sohn des Besitzers getötet wird.

Laut Zeugenaussagen war der Täter Nordafrikaner. Während die Ermittler Max Ballauf und Freddy Schenk schnell den Kleinkriminellen Khalid Hamidi im Visier haben, stößt Adil im Morgengrauen auf den Studenten Baz Barek, der der Täterbeschreibung ebenfalls genau gleicht.

Was ist das Besondere?

Von der ersten Szene an ist klar, dass hier etwas ungut eskaliert: Man spürt das Jagdfieber, das die Bürgerwehr auf nächtlicher Patrouille erfasst. Endlich stark sein, sich wehren gegen die Angst, die Übergriffe. Dagegen steht die gerechte Empörung der Polizisten über die Einmischung in ihre Aufgaben. Nur wird das sogleich konterkariert durch die Unverfrorenheit, mit der sich die Ausländerclans über deutsches Recht erheben. In diesem Fall fühlen sich viele Figuren bedroht, sie drohen deshalb selbst und üben grausame Gewalt aus.

Wer ist dabei?

Neben der Topbesetzung gibt es einen besonderen Gast: Klaus Doldinger, legendärer Erfinder der "Tatort"-Melodie, ist erstmals nicht nur zu hören, sondern im "Tatort" auch zu sehen. Er gibt ein Saxofonsolo. Für Dietmar Bär "ein Supercoup. Ich bin stolz wie Bolle!"

Wertung

Sehr spannend wird aufbereitet, wie mangelnde Integration und wachsende Kriminalität ebenso zu größerer Verrohung führen wie Halbwissen und Selbstjustiz: Es wird gedroht, geprügelt, getötet. Die Rollen sind durchweg erstklassig besetzt - das hilft einem über einige unlogische Stellen hinweg.

Der Tatort-Test: Wie gut kennen Sie Ballauf und Schenk?

Die besten Free-TV-Premieren vom 16. bis 22. Januar:

#GoKa-Kandidat "Das Sacher" (Montag, 16. Januar, 20.15 Uhr, ZDF). Foto: © ZDF/Petro Domenigg
"Die zwei Gesichter des Januars" (Montag, 16. Januar, 23.05 Uhr, ZDF). Foto: ZDF / Jack English
"Schnitzel geht immer" (Mittwoch, 18. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste). Foto: © WDR/Frank Dicks
"Mordkommission Istanbul - Der verlorene Sohn" (Donnerstag, 19. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste). Foto: © ARD Degeto/Gülnur Kiliç
"Freistatt" (Freitag, 20. Januar, 20.15 Uhr, Arte). © Zum Goldenen Lamm/Boris Laewen Foto: SR
"Kommissarin Heller: Verdeckte Spuren" (Samstag, 21. Januar, 20.15 Uhr, ZDF). Foto: ZDF / Volker Roloff
"Tatort: Schock" (Sonntag, 22. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste). Foto: © ARD Degeto/ORF/Hubert Mican

Text: Sabine Ulrich

"Tatort: Land in dieser Zeit": Ein Brandanschlag endet tödlich

Der neue Frankfurter "Tatort" ist höchst aktuell und weckt bei der Ideologie der Verdächtigen deutliche Erinnerungen an die NSU-Verbrechen.
Mehr lesen