"Tatort: Söhne und Väter": Ein Streich endet tödlich

Im "Tatort: Söhne und Väter" (29. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) muss Kommissar Stellbrink diesmal gleich zwei Todesfälle aufklären.

Kaum ein "Tatort"-Ermittler ist so umstritten wie Jens Stellbrink aus Saarbrücken, gespielt von Devid Striesow. Viele Zuschauer empfinden die Darstellung des Kommissars als überzogen klamaukig. Ein ganzes Jahr nach seinem bislang letzten Einsatz ist Stellbrink jetzt in seinem sechsten Fall zu sehen. Gibt es diesmal weniger Unmut?

Was passiert im "Tatort: Söhne und Väter"?

Drei Berufsschüler brechen in ein Bestattungsinstitut ein und drehen ein Video mit der Leiche ihres jüngst verstorbenen Lehrers. Einer der Jungs schläft betrunken auf einer Bahre ein, wird von seinen Kumpels zurückgelassen – und am nächsten Morgen tot in der Kühlkammer aufgefunden.

Hauptkommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) übernimmt die Ermittlungen und stellt vor Ort auch verdächtige Spuren an der Leiche des Lehrers fest. Dieser starb wohl nicht eines natürlichen Todes, sondern wurde offenbar vergiftet. Schnell gerät der Schüler Karim (Emilio Sakraya) in Verdacht. Er war an der üblen Aktion beteiligt, außerdem war der Lehrer sein ungeliebter Stiefvater. Karim macht eine Lehre zum Koch, sein Ausbilder Jean Carlinó (Jophi Ries) setzt sich auffällig für ihn ein.

Wer ist dabei?

Kommissar Stellbrink bekommt diesmal Besuch von seinem Sohn. Gespielt wird dieser von Ludwig Simon, im wahren Leben das gemeinsame Kind von Devid Striesow und der Schauspielerin Maria Simon. Als Schüler Karim ist Emilio Sakraya dabei. Der 20-Jährige galt durch seine Rolle in den "Bibi & Tina"-Kinofilmen (noch unter dem Namen Emilio Moutaoukkil) bislang als eine Art Teeniestar, war aber auch schon in einigen ernsteren Produktionen zu sehen.

Was ist das Besondere?

Ausgehend von den beiden Todesfällen werden in dieser Episode problematische Vater-Sohn-Beziehungen thematisiert. Dabei geht es unter anderem um Brutalität und Vernachlässigung. Die Szenen in der Ausbildungsstätte des Verdächtigen Karim wurden in Saarbrücken im "Gästehaus Erfort" von Spitzenkoch Klaus Erfort gedreht. Seit 2008 bekommt es vom "Guide Michelin" drei Sterne und gilt als eines der besten Restaurants der Welt.

Wertung

Kein spektakulärer Krimi, aber solide erzählt und durchaus spannend. Überzeugen kann der Kommissar: Stellbrink wird zum Glück nicht mehr krampfhaft auf schräg getrimmt, ist dennoch ein ungewöhnlicher Typ mit unkonventionellen Methoden. In dieser Form macht er Lust auf mehr!

Die besten TV-Premieren vom 30. Januar bis 5. Februar in Bildern:

Text: Sven Sakowitz

Kommentare einblenden

"Ein Kommissar kehrt zurück": Uwe Kockisch und Sylvester Groth im Duell

Uwe Kockisch spielt im #GOKA-Kandidaten "Ein Kommissar kehrt zurück" (23. Januar, 20.15 Uhr, ZDF) einen Ermittler, der ein altes Verbrechen aufklären will - und sich im Geflecht von Vorurteilen, Behauptungen und Beschuldigungen wiederfindet.
Mehr lesen