"Die Ketzerbraut": Ruby O. Fee als Racheengel

Als "Die Ketzerbraut" kämpft Ruby O. Fee für Freiheit und Ehre. Vorbild stand "Die Wanderhure".

Darum geht's in "Die Ketzerbraut"

München, im Jahr 1517: Dichte Nebelschwaden kriechen die alten Mauern hoch, ein großes Jesuskreuz steht in Flammen, die Bewohner ziehen sich verängstigt in ihre Behausungen zurück, verriegeln Fensterläden und Türen. Eine Stadt in Aufruhr, die Reformation ist in vollem Gange: der Kampf um den richtigen Glauben.

Das ist der geschichtliche Rahmen, vor dem der Sat.1-Historienfilm "Die Ketzerbraut" spielt (14. Februar, 20.15 Uhr, Sat.1). Hinter dem Projekt stehen die Macher der Erfolgstrilogie "Die Wanderhure", die literarische Vorlage lieferte ein Bestseller von Iny Lorentz.

Im Mittelpunkt des Dramas: die junge, wohlbehütet aufgewachsene Kaufmannstochter Veva, dargestellt von Ruby O. Fee. Im vermögenden Elternhaus führt sie ein sorgenfreies Leben – bis sie schlagartig alles verliert: Familie, Haus, Ehre. Veva gerät zwischen die Fronten des Glaubenskriegs und schwört Rache.

GOLDENE KAMERA besuchte exklusiv die Dreharbeiten der "Ketzerbraut" auf der historischen Burg Kost bei Prag in Tschechien und sprach mit Darstellern und Machern.

Interview mit Ruby O. Fee

"Es ist unglaublich spannend, Veva zu spielen", sagt Hauptdarstellerin Ruby O. Fee. "Sie entwickelt sich im Laufe des Films zu einem komplett anderen Menschen." Die Schauspielerin, erst 20 Jahre jung, aber schon preisgekrönt, zählt zu den Nachwuchshoffnungen Deutschlands. Die "Ketzerbraut" ist ihre erste ganz große Rolle. "Wenn eine Freundin mir Artikel über mich zeigt, fühle ich mich immer geehrt", sagt sie. "Aber eigentlich drehe ich einfach nur Filme."

"Die Ketzerbraut" Ruby O. Fee im Video-Talk

Dabei waren allein die Vorbereitungen aufwendig: Sie musste die Umgangsformen lernen, sich mit Kunst und Musik dieser Epoche beschäftigen. Hinzu kommen die historischen Gewänder: "Mein Körper fühlt sich in den Korsagen zusammengepresst an, aber wann hat man die Möglichkeit, in so schöne Kostüme zu schlüpfen?"

Interview mit Christoph Letkowski

Vor ganz anderen Herausforderungen steht Filmkollege Christoph Letkowski, der als Maler Ernst viele Aktzeichnungen anfertigt, zugleich aber versucht, sein gefährliches Doppelleben geheim zu halten. "Es geht nicht nur um Abenteuer, sondern auch um die Liebe. Als Ernst Veva malt, verliebt er sich in sie", verrät Letkowski. "Doch die beiden können nicht so einfach zueinanderfinden, weil mehrere Hürden zwischen ihnen stehen."

"Die Ketzerbraut": Hauptdarsteller Christoph Letkowski im Video-Talk

Interview mit Oliver Korittke

Spät in der Nacht bekamen wir auch noch Oliver Korittke vor die Kamera, der eine sehr emotionale Rolle übernommen hat. Er muss mit ansehen, wie seine Frau in einen Käfig gesperrt und ihr die Ketzermaske aufgesetzt wird. Das Besondere: seine Filmfrau wird von seiner Freundin Mirijam Verena Jeremic verkörpert. "Das gibt einen schon einen besonderen Kick, wenn die angeprangerte Person die eigene Freundin ist", sagt er im Interview. Welchen Herausforderungen er sich noch stellen musste:

"Die Ketzerbraut": Oliver Korittke im Video-Talk

Interview mit Regisseur Hansjörg Thurn

Der historische Stoff stellte auch die Macher des Films vor Schwierigkeiten: Sie mussten einen geeigneten Drehort finden. Regisseur Hansjörg Thurn: "Wenn es um Mittelalterschauplätze geht, wird man in Deutschland kaum fündig, weil viele Orte touristisch geprägt sind."

"Ketzerbraut"-Regisseur Hansjörg Thurn im Video-Talk

Anders in Tschechien: Hier gibt es noch ursprüngliche Plätze – wie Burg Kost. Im Innenhof, zwischen mächtigen Mauern und hohen Türmen, wuseln während der Dreharbeiten um die 130 Mitarbeiter am Set herum, von Lichttechnikern, Kameraleuten bis hin zu Schauspielern und Statisten. "Wie ein Ameisenhaufen, der manchmal schwer zu kontrollieren ist", sagt Thurn. Nach 31 Drehtagen war der Film aber schließlich im Kasten.

Bleibt nur die Frage: Was hat "Die Ketzerbraut", das "Die Wanderhure" nicht hatte? Regisseur Hansjörg Thurn will nicht zu viel verraten, nur dies: "Wir stehen natürlich vor der Herausforderung, dieses Genre ein bisschen neu zu erfinden. Wir wollen uns nicht wiederholen, sondern etwas Frisches bieten, damit sich die Zuschauer unterhalten fühlen."

Text: Manuel Opitz

Nicht verpassen: Die besten Free-TV-Premieren der Woche

"The Broken Circle" (Montag, 6. Februar, 20.15 Uhr, Arte)
"Feuerwerk " (Montag, 6. Februar, 22.05 Uhr, Arte)
"Härte" (Montag, 6. Februar, 23.50 Uhr, Arte)
"Eine Verhängnisvolle Begegnung" (Dienstag, 7. Februar, 20.15 Uhr, Zee.One)
"Finders Keepers" (Mittwoch, 8. Februar, 22.25 Uhr, Tele 5)
"'71 - Hinter feindlichen Linien" (Donnerstag, 9. Februar, 23.00 Uhr, 3Sat)
"Freundinnen - Alle für eine" (Freitag, 10. Februar, 20.15 Uhr, Das Erste)
"Ein starkes Team: Tod und Liebe" (Samstag, 11. Februar, 20.15 Uhr, ZDF)
"Polizeiruf 110: Dünnes Eis" (Sonntag, 12. Februar, 20.15 Uhr, Das Erste)
Die TV-Woche vom 6. bis 12. Februar ist gespickt mit preisgekrönten Filmen dank des Arte-Schwerpunkts "Die Bären sind los" anlässlich der 67. Berlinale.
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