"Katharina Luther": TV-Film über die kämpferische Gattin Luthers

500 Jahre Reformation: #GOKA-Kandidat "Katharina Luther" zeigt, wie die Nonne Katharina von Bora die Gattin Martin Luthers wird - auf Augenhöhe.

Heiraten? Niemals! Martin Luther will diese Ehe nicht. Zunächst. Katharina, so schreibt er später, "habe ich damals nicht geliebt". Doch es kommt anders: 21 Jahre lang werden die beiden ein Paar sein – bis zu seinem Tod 1546. Ihre außergewöhnliche Ehe sorgt für Furore, denn sie ist in ihrer Epoche ein unerhörter Vorgang: Ein Mönch heiratet eine Nonne! Unser #GOKA-Kandidat "Katharina Luther" (22. Februar, 20,15 Uhr, Das Erste) macht deutlich, wie stark das Paar seine Zeit geprägt hat.

Darum geht's in "Katharina Luther"

Die spätere "Lutherin" (im Film gespielt von Karoline Schuch) wird als Katharina von Bora 1499 nahe Leipzig geboren. Der Vater bringt sie mit fünf Jahren ins Kloster, wo sie 1515 das Gelübde als Nonne ablegt. Als sie mit Anfang 20 die Schriften des Reformators Martin Luther (Devid Striesow) liest, kommen ihr Zweifel an ihrer Lebensweise. Es sei nicht wirklich gottgefällig und wider die Natur, in Keuschheit zu leben. "Seid fruchtbar und mehret euch", sagt Luther und beruft sich auf die Bibel.

1523 flieht Katharina mit elf weiteren Ordensschwestern aus dem Kloster. "Ein kühner Schritt. Es lässt sich heute kaum ermessen, was das für die Frauen bedeutet hat", sagt der Historiker Martin Treu. "Sie begaben sich in völlige Ungewissheit." Rechtlos müssen sie mit größter Armut rechnen.

Aber vor Gott sind alle Menschen gleich, heißt es bei Luther. Sie nehmen ihn beim Wort, flüchten nach Wittenberg, wo sie Schutz bei seinen Unterstützern finden. Der Reformator zeigt, dass er seinen Worten Taten folgen lässt. Obwohl Katharina von Bora unbekannt und rechtlos ist, macht sie dem berühmten Mann einen Heiratsantrag.

"Nicht nur für die damalige Zeit ein außerordentlich mutiger Schritt", sagt Regisseurin Julia von Heinz und betont, was ihr im Film wichtig war: "Eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen. Katharina nahm ihr Leben selbst in die Hand, wartete nicht ab, ließ sich nicht verführen, sondern setzte das um, was ihr wichtig war. Das ist heute noch vorbildlich."

So sieht es auch Schauspielerin Karoline Schuch: "Ich bewundere ihre Kraft. Sie strebte nach Wahrhaftigkeit und setzte konsequent um, was sie für richtig hielt. Eine starke Frau!" So stark, dass sie Luthers Haus in einen florierenden Wirtschaftsbetrieb verwandelte, mit Vieh, Landwirtschaft und Brauerei. Luther, der sie geheiratet hat, um ein Zeichen zu setzen, um "zu bekräftigen, was ich gelehrt habe", ist begeistert. Er empfindet die Ehe mit seinem "geliebten Weib" als ein Geschenk Gottes. Dabei begegnet Katharina ihm auf Augenhöhe – und er lässt sie gewähren.

Eine Liebe mit viel Humor

Eine gute Ehe? Die Historiker sind davon überzeugt. "Sie haben sich wunderbar humorvolle Liebesbriefe geschrieben", sagt Luther-Darsteller Devid Striesow. "Mir kam es darauf an, Luther in seiner Widersprüchlichkeit zu zeigen. Er war eine streitbare Persönlichkeit, aber auch unbeständig mit großen emotionalen Schwankungen."

Da die großen Luther-Momente oft beschrieben wurden, entschied sich die ARD für den Blick auf Katharina. Regisseurin Julia von Heinz und ihre Kamerafrau Daniela Knapp drehten viel mit der Handkamera. Ein Wagnis: "Wir wollen das Geschehen dicht an den Zuschauer heranholen." Dafür verzichten sie bewusst auf schöne Bilder, spielen mit Unschärfen und erzeugen Unruhe. Ein Zeichen dafür, wie aufgewühlt, verunsichert und verängstigt die Menschen damals waren.

Text: Thomas Kunze

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