65. Fall von Lena Odenthal: "Tatort: Babbeldasch"

Stimmen aus dem Jenseits: Im 65. Fall erscheint Lena Odenthal das Opfer im Traum.

Rekord! Ulrike Folkerts ist dienstälteste "Tatort"-Fahnderin. Als Hauptkommissarin Lena Odenthal aus Ludwigshafen brachte sie bereits 64 Mörder hinter Gitter. Eine einsame Wölfin, die nur eine große Liebe hat: den Kater Mikesch. Der mysteriöse Fall der Jubiläumsfolge "Tatort: Babbeldasch" (26. Februar, 20.15 Uhr, Das Erste) war aber selbst für die 55-jährige Schauspielerin eine besondere Herausforderung. Diesmal war sie nicht ins Drehbuch eingeweiht und kannte den Täter nicht.

Was passiert im "Tatort: Babbeldasch"?

Lena begleitet den Kriminaltechniker Peter Becker (Peter Espeloer) zur Premiere der Mundartbühne Babbeldasch. Während der Vorführung stirbt die resolute Theaterchefin Sophie Fettèr (Marie-Louise Mott) an einem allergischen Schock: Jemand hat Mohn ins Croissant der alten Dame gespritzt.

Verdächtig ist das ganze Ensemble, selbst Fettèrs Tochter Sarah (Petra Mott). Sie macht Odenthal Avancen und bietet ihr sogar an, als Laiendarstellerin mitzuwirken. Odenthal willigt ein, um inkognito zu ermitteln. Da wird ein zweites Mordopfer gefunden – und die Lage eskaliert.

Was ist das Besondere?

Folkerts' 65. Fall erinnert inhaltlich ein wenig an Miss Marples Einsatz im Theater bei "Vier Frauen und ein Mord". Formal ist er aber ein gewagtes Experiment. Folkerts zu HÖRZU: "Diesmal gab's kein ausformuliertes Drehbuch, sondern nur gezeichnete Szenen. Und die haben wir, anders als sonst, chronologisch abgedreht."

Zudem engagierte Regisseur Axel Ranisch anstelle von Profis 25 Laien vom Amateurtheater Hemshofschachtel. Das Resultat nennt der 33-Jährige "eine Kriminaloperette ohne Gesang". Nicht einmal Ulrike Folkerts kannte zu Drehbeginn den Mörder – was sie positiv fand: "Dadurch werden Lenas Befragungen viel authentischer."

Wer ist dabei?

Kollege Kopper (Andreas Hoppe) ist diesmal weniger aktiv, umso mehr die neue Kollegin Stern (Lisa Bitter). Marie-Louise Mott weckt in der Darstellung des Opfers Erinnerungen an die Kölner Theaterlegende Trude Herr. Die tote Bühnenchefin erscheint Odenthal im Traum und droht mit ewiger Wiederkehr – sollte diese den Mörder nicht finden.

Wertung

Keine Frage, der erste improvisierte "Tatort" ist eine Frischzellenkur für Folkerts: authentisch und ungewöhnlich. Rasch nervt jedoch der eingeschränkte Wortschatz der Amateurdarsteller. Regisseur Ranisch soll deshalb bald einen zweiten Versuch wagen: mit Folkerts und Profidarstellern.

Text: Mike Powelz

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