"Tatort: Nachtsicht": Rasender Mörder

Brutal überrollt: Ein Serientäter wählt in Bremen eine kuriose Waffe - sein Auto.

Grund zu feiern für Sabine Postel alias Kommissarin Inga Lürsen: 2017 kann sie auf 20 Dienstjahre für den "Tatort" zurückblicken. Schauspielkollege Oliver Mommsen, der den Kommissar Nils Stedefreund spielt, ist seit 2001 an ihrer Seite. Oft geht es bei ihnen um aktuelle politische Themen, in der neuen Folge "Nachtsicht" (12. März, 20.15 Uhr, Das Erste) aber ausnahmsweise nicht. Diesmal müssen sie einen Serienmörder stoppen, der mit seinem Auto anscheinend wahllos Menschen überfährt.

Was passiert im "Tatort: Nachtsicht"?

Ein junger Student wurde zwischen null und zwei Uhr nachts mindestens dreimal mit einem Auto überrollt. Ein Handy am Tatort führt zu dem 41-jährigen vorbestraften Maler und Lackierer Kristian Friedland, (Moritz Führmann), der sich bereitwillig als Zeuge auf dem Präsidium meldet.

Während der Befragung durch die Kommissare platzt Jost Friedland (Rainer Bock), der Vater des Zeugen, ins Büro. Er behandelt seinen Sohn wie einen kleinen Jungen und verlässt mit ihm Hals über Kopf das Büro. Kurz darauf wird wieder ein Mann mehrfach von einem Auto überfahren und getötet. Es scheinen die Taten eines Serienmörders zu sein.

Wer ist dabei?

Aus dem durchweg glänzenden Ensemble muss Rainer Bock hervorgehoben werden. Die Rolle als allzu treusorgender Vater spielt er überragend. Bock wurde durch zahlreiche TV- und Kinofilme bekannt. Zuletzt war er unter anderem 2016 in dem TV-Experiment "Terror: Ihr Urteil" dabei.

Was ist das Besondere?

Das 20-jährige Dienstjubiläum der Kommissarin wird in dieser Folge nicht thematisiert, aber Sabine Postel hat sich natürlich Gedanken über ihre Paraderolle als Inga Lürsen gemacht. "In all den Jahren hat sie es geschafft, mutig und aufrecht zu bleiben und sich nicht verbiegen zu lassen", sagt Postel. "Ihr sozialpolitisches Engagement ist ihr nie verloren gegangen, sie glaubt weiterhin daran, dass es Sinn macht, dafür zu kämpfen, dass die Gerechtigkeit siegt." Die Folge "Nachtsicht" ist ihr 35. Fall. Regie führte Florian Baxmeyer, der Stammregisseur des Bremer "Tatorts". Seit 2009 war er für zwölf Folgen aus der Hansestadt verantwortlich.

Wertung

Ein starker Mix aus temporeichem Thriller und kluger Tragödie. In oft irritierenden Szenen werden menschliche Abgründe, Perversionen sowie die fatale Liebe eines Vaters zu seiner Familie betrachtet. Allerdings gibt es im letzten Drittel Längen.

Die TV-Highlights der Woche vom 13. bis 19. März in Bildern:

Text: Sven Sakowitz

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