Mörderisch gut: Christiane Paul sucht den "Ostfriesenkiller"

Christiane Paul spielt im ZDF-Krimi "Ostfriesenkiller" Kommissarin Ann Kathrin Klaasen – und ermittelt in Ostfriesland. Ein Interview zur Premiere als TV-Kommissarin.

Ostfriesland – das steht nicht nur für Marsch und Moore, sondern ab sofort auch für Mord! Warum? Ganz einfach! Ab dem 1. April geht die deutsche Emmy-Preisträgerin Christiane Paul ("Unterm Radar") in der Stadt Norden auf Mörderjagd – als ZDF-Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Erdacht wurde die Ermittlerin von Klaus-Peter Wolf – dem Erfinder der "Ostfriesenkrimis". Welche Fälle Christiane Paul an der Nordseeküste löst und wie oft sie für die Mordkommission im Einsatz ist, verrät die Berlinerin im Interview.

Christiane Paul über ihre Rolle als Kommissarin in "Ostfriesenkiller"

Interview mit Christiane Paul

Können Sie Rührei mit Krabben jetzt noch essen?

Ja! Beim Dreh zu "Ostfriesenkiller" gab es ziemlich viel davon – unter anderem in einer Szene, in der Klaasen versucht, ihre Ehe zu retten.

Was für ein Mensch ist die Kommissarin?

Klaasen ist sehr ausdauernd, wenn sie sich in etwas verbeißt. Sie ermittelt intuitiv, geht ihren Impulsen nach – und hat einen leichten Kontrollzwang. Der Reiz ist, dass sich die Figur über mehrere Episoden – im Herbst drehen wir den 2. Fall – weiterentwickeln kann. Und dass es neben dem Beruf auch um ihr Privatleben geht.

Wie gefällt Ihnen Ostfriesland?

Es war sehr heiß, als wir "Ostfriesenkiller" gedreht haben – und ich musste bei 30 Grad Winterkleidung tragen. Beinahe hätte ich einen Hitzschlag bekommen! Ostfriesland ist landschaftlich atemberaubend.

Was halten Sie von Ostfriesenwitzen?

Der bekannteste Ostfriese ist Otto Waalkes, den alle zu Recht verehren. Ostfriesenwitze gehören in diese Gegend. Aber die Leute, mit denen ich zu tun hatte, waren nie spröde, sondern offen und freundlich. Das Besondere an Wolfs Krimis ist, dass er seine Figuren nie als Superhelden beschreibt, sondern als Leute mit Alltagsproblemen.

Ist "Ostfriesenkiller" reine Unterhaltung oder auch ein Krimi, der den Zuschauern etwas vermitteln will?

Beides! In der ersten Folge geht es beispielsweise um die Frage, inwiefern behinderte Menschen manipulierbar sind – wenn man sie etwa zu Taten anstiftet. Der Film dreht sich inhaltlich um einen Mordfall in einem Behindertenheim.

Warum sind Krimis so erfolgreich?

Ob "Grimms Märchen" oder Schauergeschichten – spannende Erzählungen haben die Menschen schon immer interessiert. Krimis bieten Unterhaltung und Ablenkung. Außerdem lassen sich soziale und politische Probleme über das "Medium Leiche" verdeutlichen. Insofern haben Krimis aufklärerische und reinigende Wirkung.

Sie haben gerade als erste Deutsche den Emmy gewonnen. Wie hat sich Ihr Leben dadurch verändert?

Mein Leben ist so geblieben. Ich werde oft gefragt, ob ich jetzt international arbeiten werde. Aber es gibt keine konkreten Pläne. Mal sehen, was auf mich zukommt.

Würden Sie Ihre Popularität gegen den Rechtspopulismus einsetzen?

Die Frage ist doch, ob wir nicht alle wieder politischer werden müssen. Mein Kollege Clemens Schick ist in die SPD eingetreten. Wo meine Arbeitsfläche sein wird, weiß ich noch nicht. Aber generell ist es an der Zeit, den politischen Umbrüchen entgegenzutreten, Farbe zu bekennen und dem Rechtspopulismus nicht den Weg zu bereiten.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Momentan drehe ich den Kieler "Tatort" "Borowski und das Land zwischen den Meeren". In der Folge wird auf einer entlegenen Nordseeinsel ein viele Jahre tot geglaubtes Verbrechensopfer aus Kiel ermordet aufgefunden – und ich spiele die Freundin des Toten.

Interview: Mike Powelz

Das ist die Story zum "Ostfriesenkiller"

Eine Mordserie erschüttert die kleine Stadt Norden an der ostfriesischen Nordseeküste. Die ersten beiden mit äußerster Brutalität und Präzision getöteten Opfer führen Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen Frank Weller (Christian Erdmann) und Rupert (Barnaby Metschurat) zum Regenbogenverein, der sich nicht nur um behinderte Menschen kümmert, sondern auch deren teilweise beachtlichen Vermögenswerte verwaltet.

Warum musste der Chef und Kai, der sein Freiwilliges Soziales Jahr im Verein absolviert, sterben? Später wird auch der stellvertretende Leiter des Vereins grausam ermordet. Etliche Ermittlungsschritte weiter und erst, als es fast schon zu spät ist, ahnt Ann Kathrin das ganze Ausmaß einer beispiellosen Manipulation.

Sendetermin: 1. April 2017, 20.15 Uhr im ZDF

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