"Tod einer Kadettin": Gefangen in einem Albtraum auf See

Im #GOKA-Kandidaten "Tod einer Kadettin" ist Maria Dragus als Kadettin Lilly Borchert zu sehen.
Lilly Borchert (Maria Dragus) geht an Bord.
Lilly Borchert (Maria Dragus, Mitte) beim Apell an Deck, bevor die Kadetten Landgang bekommen.
Kapitän Krug (Harald Schrott, li.) und Ausbilder Franzen (Alexander Grünberg, re.) besprechen die Eignung der Kadetten.
v.l.: Prinz Alif (Derek Nowak), Stefan Müller (Max Schimmelpfennig), Klara Hansen (Lisa Hrdina), Nadja Scheller (Thea Rasche) und Camille Laurent (Rana Farahani) beim Segeleinholen.
Lilly Borchert (Maria Dragus) bekommt einen Angstanfall auf der Takelage und Micha Haverkamp (Malik Blumenthal) spricht ihr gut zu.
Stefan Müller (Max Schimmelpfennig, li.) und Olaf Kirsch (David Hürten, re.) machen sich über Lilly lustig, die einen Angstanfall auf der Takelage hat.
Kadetten in der Takelage des Segelschiffs "Johann Kinau".
Tragödie auf der "Gorch Fock": Wer trägt die Schuld am Tod von Jenny Böken?

Am 4. September 2008 ging die 18-jährige Sanitätsoffizieranwärterin Jenny Böken vor Norderney über Bord der "Gorch Fock" und ertrank im 15 Grad kalten Wasser. Sie war von 20 bis 24 Uhr zur Segelwache eingeteilt. Die Umstände ihres Todes sind bis heute ungeklärt. Wurde sie von angetrunkenen Kameraden erschreckt? Stürzte sie über die Reling, weil sie nicht seetauglich war – und unter Diabetes litt? Oder könnte es auch ein Selbstmord gewesen sein, weil sie zuvor wochenlang gemobbt worden war?

Der Spielfilm "Tod einer Kadettin" (5. April, 20.15 Uhr, Das Erste) mit Maria Dragus ("Das weiße Band") als Kadettin Lilly Borchert zeichnet eine ähnliche Situation nach - und stellt dabei auch die Frage nach der Schuld.

"Tod einer Kadettin": Maria Dragus im Interview

Wer hat etwas zu verbergen?

"Unser Film ist zwar kein Abbild der damaligen Ereignisse", so Produzent Nico Hofmann ("Unsere Mütter, unsere Väter", GOLDENE KAMERA 2014), "aber er wurde vom Sachbuch 'Unser Kind ist tot' der Autorin Dona Kujacinski inspiriert." Auf der Basis dieser Vorlage hat die Drehbuchautorin und Grimme-Preisträgerin Hannah Ley eine eigene Story entwickelt – und dabei die Marine als sozialen Hintergrund für ein Mädchen ausgewählt, das sich freiwillig auf fremdes Terrain begibt und dort an den eigenen Ansprüchen und der Realität scheitert.

Hannah Ley ("Letzte Ausfahrt Gera: Acht Stunden mit Beate Zschäpe") las nicht nur den Obduktionsbericht, sondern auch Bökens Tagebuch. Sie verrät: "Im Vorfeld der Produktion gab es einige Hintergrundgespräche mit der Marine, aber ansonsten hat man sich geweigert, mit uns zu sprechen oder uns mit Kadetten der 'Gorch Fock' reden zu lassen. Da kommt man auf die Idee: Die verbergen etwas."

Trailer zu "Tod einer Kadettin"

Auch Nico Hofmann wundert sich noch immer über die Geheimnistuerei der Bundeswehr, denn nicht einmal Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, mit der er persönlich bekannt ist, antwortete auf seine Anfragen. Dennoch gelang Hofmann das Kunststück, zusätzlich zum Spielfilm eine gut recherchierte Dokumentation über das Schicksal der auf rätselhafte Weise gestorbenen Kadettin zu drehen: Der 30-minütige Film "Der Fall Gorch Fock: Die Geschichte der Jenny Böken" (im Anschluss an den Film) rekonstruiert die letzten Stunden im Leben der Kadettin, lässt ihre Eltern zu Wort kommen – und illustriert eindrucksvoll, wie sehr die Rolle der Lilly Borchert an Jenny Böken angelehnt ist.

Ein Fall von Mobbing?

Autorin Hannah Ley: "Lilly ist eigenwillig, manchmal vorlaut. Sie bietet dadurch Angriffsflächen für Mobbing und Ausgrenzung." Schauspielerin Maria Dragus sieht das ähnlich: "Meine Figur wird stark gemobbt – auch von den weiblichen Kadetten. Lilly ist eine Einzelkämpferin, sie wird von der Gruppe ausgestoßen. Sie will im Leben vorankommen, ist verbissen – und drängt stets nach vorn, ohne Rücksicht auf sich selbst zu nehmen."

Im Film sondert sich das Mädchen im Lauf der Zeit immer mehr ab: Gefangen in einem Albtraum auf See und unter Anfeindungen, Leistungsdruck und Sexismus leidend, geht Lilly schließlich über Bord. So bleiben auch im Film die entscheidenden Fragen offen: War es ein Unfall, ein Mord – oder ein Selbstmord aus Verzweiflung?

GOKA-Wertung

(Eine Bewertung der Redaktion. Die Beurteilung des Films durch die GOKA-Jury ist davon unabhängig)

"Tatort: Nachbarn": Der Tod wohnt nebenan

Die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, r) beobachten aus dem Auto heraus, was sich in der Nachbarschaft des Ermordeten tut.
Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r) sind in der Siedlung unterwegs, in der der Mord passiert ist.
Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) folgt einem Verdächtigen ins Leichtathletik-Stadion.
Bei den Nachbarn des Toten versuchen die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, r) hinter die Fassaden zu blicken.
Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär) im Schlafzimmer des Todesopfers: Das Bett ist mit Folie bedeckt.
Kriminalpsychologin Lydia Rosenberg (Juliane Köhler, v) unterstützt die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, r): Gelingt ihr der Zugang zu der traumatisierten und leicht verletzten Sandra Voigt?
Jens Scholten (Florian Panzner, r) kann den Kommissaren Freddy Schenk (Dietmar Bär, l) und Max Ballauf (M) nicht viel über den Toten sagen.
Gespräch unter Nachbarn: Leo Voigt (Werner Wölbern, l) und Jens Scholten (Florian Panzner, r) kennen sich schon seit vielen Jahren.
In der Ehe von Anne (Birge Schade, r) und Frank Möbius (Stephan Grossmann, l) läuft es schlecht. Aus Wut gießt Anne ihrem Mann beim Frühstück Milch über den Kopf.
Hat er bei den bisherigen Ermittlungen irgendetwas übersehen? Freddy Schenk (Dietmar Bär) ist nachdenklich.
Regisseur Torsten C. Fischer bei den Dreharbeiten zu "Nachbarn".
Die Spurensicherung im Haus des Toten: Die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, M) sind gespannt, was der Kollege zu berichten hat.
Sandra Voigt (Claudia Eisinger, r) ist von einem Auto erfasst worden und ist zu Untersuchungen im Krankenhaus. Ihr Stiefvater Leo Voigt (Werner Wölbern, M) ist froh, dass nicht mehr passiert ist.
Sanda Voigt (Claudia Eisinger, vorne l) wird aus dem Krankenhaus entlassen. Ihr Stiefvater Leo Voigt (Werner Wölbern, vorne r) ist ihr wie immer eine Stütze. Freddy Schenk (Dietmar Bär, l), Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, rechts) und die Kriminal-Psychologin Lydia Rosenberg (Juliane Köhler, 2.v.r.) sind skeptisch.
Anne Möbius (Birge Schade) ist unglücklich in ihrer Ehe. Von ihrem Mann fühlt sie sich nicht mehr wahrgenommen.
Ein frisches Hemd und dann geht es weiter: Als Außendienstler ist Frank Möbius (Stephan Großmann) viel unterwegs, das macht er auch Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär, r) klar.
Die Halbschwestern Mira Voigt (Lena, M) und Paulina Scholten (Lilli, r) spielen "Hochzeit".
Sandra Voigt (Claudia Eisinger) wässert den Garten, über die Grenze des Grundstücks lag ihr Stiefvater Leo Voigt (Werner Wölbern) im Streit mit dem ermordeten Nachbarn.
Um den Mord in einem Kölner Vorstadtidyll zu klären, müssen Ballauf und Schenk uralte Geheimnisse lüften.
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