"Story of my Life": Promi-Paare gehen auf Zeitreise

Eine neue Show auf VOX (ab 11. April, 20.15 Uhr) zeigt, wie Stars im Alter aussehen. GOLDENE KAMERA war beim Dreh dabei.

Wie spannend wäre es, ein Fotoalbum zu besitzen, in dem man nicht nur durch die Vergangenheit blättert, sondern auch in die Zukunft blickt. Sechs prominente Paare wie etwa Boris und Lilly Becker können das nun tun: In der neuen Show „The Story of my Life“ lassen versierte Maskenbildner ihre Gesichter optisch um Jahrzehnte altern. Erst in der Sendung sehen sie dann ihr späteres Ich im Spiegel und erleben, wie es sich anfühlt, dem Partner 20, 40 oder 60 Jahre später gegenüberzusitzen. Beide Partner erhielten isoliert voneinander ihr spezielles Make-up und konnten auch ihr eigenes gealtertes Gesicht vor der Sendung nicht sehen.

„Wir haben in Berlin-Adlershof aufgezeichnet. Dort gab es keine Spiegel mehr, keine Glastüren und Fahrstühle, die nicht mit Molton abgeklebt waren. Sogar die Löffel und Gabeln waren aus Plastik. Das hatte etwas sehr Befreiendes, denn dadurch konnte ich mich ebenfalls nirgendwo sehen!“, sagt Désirée Nosbusch, die durch die Sendung führt und den Paaren entlockt, was ihnen angesichts ihrer Verwandlung gerade durch den Kopf geht.

Die Prominenten durchlaufen in der Show jeweils zwei Alterungsstufen: Unternehmer Frank Otto (59), liiert mit Ex-Dschungelcamperin und Model Nathalie Volk (20), ist sogar als 109-Jähriger zu sehen. „Wir haben uns auch am Stammbaum der jeweiligen Gäste orientiert, Frank Ottos Verwandten wurden über hundert“, erzählt die zweimalige GOLDENE KAMERA Moderatorin (2001/2002), die mit der Show ihr TV-Comeback feiert. „Deshalb ist das Szenario nicht unglaubwürdig. Und wenn man dort sitzt und sich vorstellt, mit 109 keine 20 schöne Sommer mehr zu haben, setzt das natürlich etwas in Gang.“

Die Reaktionen auf den Faltenlook fielen durchaus unterschiedlich aus. Besonders gefiel Nosbusch einkurioses Lob von Guido Maria Kretschmer (51): „Er sagte zu seinem Partner Frank Mutters, der ein großartiger Typ ist, er sei so süß als alter Mann, dass man ihn ausstopfen möchte. Die Aufzeichnungen waren sehr amüsant, aber es sind auch Tränen der Rührung geflossen“, sagt Nosbusch. Auch unbequeme Themen werden angesprochen, die man im Alltag gern verdrängt: Wie groß ist die Angst vor dem Älterwerden? Wenn ich im Alter krank werde, wer soll mich dann versorgen? Kann ich mir vorstellen, nicht mehr zu Hause zu leben? Habe ich eine Patientenverfügung? Und habe ich mir schon mal Gedanken über meine Beerdigung gemacht?

Perfektes Maskenhandwerk

„Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich Menschen mit diesen Themen umgehen“, findet die 52-jährige Nosbusch, die schon mit 14 auf der Funkausstellung die Livesendung „Spiel-Express“ moderierte und in einer ihrer letzten TV-Rollen 2010 neben ihrem damaligen Lebensgefährten Mehmet Kurtulus im „Tatort“ zu sehen war. In der Sendung wünschte sich Nosbusch „Gespräche wie am Küchentisch“. Und die bekam sie auch: So habe Schauspieler Thomas Heinze (52) etwa über seine „wilde Ehe“ mit seiner Partnerin Jackie Brown gesprochen, die er als offene Beziehung führt. Für den verblüffend echt aussehenden Alterslook wurde tagelang an den Promis gewerkelt.

Um möglichst realitätsnah zu bleiben, wurde auch auf familiäre Ähnlichkeiten Wert gelegt: „Eine der bedeutendsten Vorlagen waren Bilder der Eltern und Großeltern“, sagen die Special-Make-up-Artistinnen Nicola Pandel und Sarah Wirtz, die auch die Masken für Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen (29) und seine Freundin Marcia Ev sowie für Moderatorin Rebecca Mir (25) und ihren Mann, Profitänzer Massimo Sinató (36), anfertigten. „Zudem haben uns die Paare einige Fragen über ihre Lebensgewohnheiten beantwortet, so etwa ob sie rauchen oder viel in die Sonne gehen. Ebenso erfragten wir, ob sie Schönheitsoperationen an sich vornehmen lassen würden und wenn ja, welche. Und ob sie sich die Haare färben oder einen Bart tragen würden. Das ist alles in die Make-ups mit eingeflossen.“

Im Idealfall hatten die Spezialistinnen sechs Wochen vor dem Dreh einen Gipsabguss des jeweiligen Prominenten. Etwa drei bis vier Wochen später folgte ein Make-up-Test an der realen Person, um noch Zeit für Änderungen zu haben. Die größte Herausforderung: „Dass sich die falsche Haut so schön bewegt, wie es die echte tun würde“, sagen Pandel und Wirtz.

Der Teaser zu "Story of my Life"

Deutschland ist der Vorreiter

Der Dreh lief dann versetzt mit jeweils zwei Paaren ab: Während ein Paar zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden für eine der Alterungsstufen in der Maske verbrachte, sprach Nosbusch mit dem zweiten Paar über seine Vorstellungen vom Leben in der persönlichen Zukunft. „Die Paare mussten das wirklich wollen“, sagt die Moderatorin. „Sie saßen schließlich für unsere Show von morgens bis abends spät im Studio fest.“ Wie wenig Désirée Nosbusch selbst auf natürliche Art gealtert ist, beweist dieses Foto.

Verkauft ist das Format, das von John de Mols Produktionsfirma Talpa („The Voice“) erdacht wurde, bereits in acht Länder, darunter Finnland, Brasilien und Russland. Im Ursprungsland Holland lief bisher nur eine Pilotfolge der Show, Deutschland ist das erste Land, in dem „The Story of my Life“ in Serie geht. „Da muss man auch einfach unseren Gästen danken“, meint Nosbusch. „Sie waren die mutigsten, deshalb konnten wir auch am schnellsten produzieren.“ Sollte die Show ein Erfolg werden, hätte Désirée Nosbusch schon eine Wunschbesetzung für neue Folgen vor Augen: Steffi Graf und André Agassi sowie Anne Will und Miriam Meckel.

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