"Tatort Franken": Kommissar Voss ermittelt undercover als Flüchtling

In Bamberg brennt ein Flüchtlingsheim. War Hass das Motiv? Oder pure Profitgier? Der "Tatort: Am Ende geht man nackt" (Sonntag, 9.4, 20.15 Uhr, Das Erste) im GOKA-Check.

Eine Tote, ein lebensgefährlich Ver­letzter. Wer warf den Brandsatz in die Gemeinschaftsküche? Und wa­rum war der Vorratsraum verriegelt, sodass das Mordopfer nicht fliehen konnte? Gibt es etwa einen zweiten Täter, der aus der Flüchtlingsunterkunft stammt?

Was passiert im neuen Franken-Tatort?

Hauptkommissar Felix Voss (Fabian Hin­richs) ist gerade vom Verwandtenbesuch in Tschetschenien zurück. Weil keiner der Bewohner bei seinen Kollegen ausgesagt hat, ermittelt er kurzerhand als Flüchtling getarnt in der Unterkunft. Schnell freundet er sich mit dem jungen Syrer Basem (Moha­med Issa) an und baut eine Beziehung zu ihm auf, die ihn über den Fall hinaus be­ schäftigt. Mitbewohner Said Gashi (Yasin el Harrouk) vermittelt die beiden illegal an eine Reinigungsfirma. Tatsächlich entdeckt Voss dabei interessante Verbindungen.

Kol­legin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) rückt derweil dem Baulöwen Sascha Benedikt (Hans Brückner) auf den Pelz, der das Gebäude an die Stadt vermietet. Dessen bil­lige Baustoffe haben den Brand beschleu­nigt. Zudem hat er Kontakt zu einem Neo­nazi – und die Versicherungssumme gerade erst auf das Dreifache erhöht. Doch das beweist natürlich noch nicht, dass er tat­ sächlich hinter dem Anschlag steckt.

Was ist das Besondere?

Mit der Geschichte des Syrers Basem, der seinen Bruder sucht, will der dritte Fall aus Franken auf die schwierige Situation von Menschen aufmerksam machen, die sich fern der Heimat ein neues Leben aufbauen. Zudem ist dies der vielleicht internationalste „Tatort“ aller Zeiten: Die Darsteller kom­men u. a. aus dem Iran, Irak, Tunesien, Ma­rokko, Ghana, dem Libanon – und Franken.

Wer ist dabei?

Den Syrer Basem verkörpert der in Berlin geborene Mohamed Issa. Seit Herbst spielt der 18­Jährige, dessen Eltern aus Palästina stammen, in der „Lindenstraße“ den Tune­sier Jamal. Für seine Rolle im Kinofilm „Wir waren Könige“ wurde er 2014 für den "Förderpreis Neues Deutsches Kino" nominiert. Mit Martina Gedeck spielte er in „Das Ende der Geduld“. Auch einen „Fall für zwei“ hat er bereits abgedreht, der 2017 gesendet wird. Läuft für ihn!

Fazit: Leider kein Krimi

Ein „Tatort“ zur Fluchtproblematik – die Idee ist gut. Leider ist dabei kein Krimi entstanden. Spannend wird der Fall nur einmal, kurz vor dem unbefriedigenden Ende. Nach zwei sehr guten Fällen aus Franken ist Dagmar Manzel diesmal völlig unterfordert. Hoffen wir auf nächstes Jahr! Sonntag, 9.4, 20.15 Uhr, Das Erste

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