Höchste Alarmstufe im neuen "Tatort: Sturm"

Dortmund nachts im Ausnahmezustand. Ein Selbstmord-Attentäter hält die Stadt in Atem. Wie gut ist der neue Tatort aus Dortmund?

Die Dortmunder Fälle sind immer starker Tobak, diesen mochte das Erste zunächst gar nicht ausstrahlen. Geplanter Termin war der Neujahrstag 2017. Nach dem Lkw-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016, bei dem zwölf Menschen starben, schien dieser „Tatort“ zu nah an der Wirklichkeit. Im Mittelpunkt der Folge steht die Drohung mit einem islamistischen Selbstmordanschlag. Nun wird der Krimi, der zu den besseren der zuletzt sehr durchwachsenen Reihe gehört, doch gezeigt.

Was passiert?

In der Dortmunder Fußgängerzone werden nachts zwei Streifenpolizisten erschossen. Die Täter entwischen. Zeugen gibt es keine. Ganz in der Nähe brennt in einer Privatbank jedoch noch Licht. Als dort keiner öffnet, verschafft sich Kommissar Faber illegal Zutritt – fatal. Denn plötzlich steht er Muhammad Hövermann gegenüber, einem bislang unbescholtenen Bankangestellten.

Der trät nun aber einen Sprengstoffgürtel um die Brust und droht, sich und das Einkaufsviertel in die Luft zu sprengen, falls er seine Überweisungen nicht zu Ende führen darf. Offenbar wird er erpresst. Die Spuren führen in arabisch-islamistische Kreise. Hövermann ist mit der Muslima Hanifah verheiratet und selbst zum Islam konvertiert. Welches Spiel treibt er?

Wer ist dabei?

Den Biedermann mit Bombe spielt Felix Vörtler. Sehr überzeugend zeigt er, wie ein Mann zwischen alle Fronten gerät und zum Spielball krimineller Kräfte wird. Zum letzten Mal dabei ist Stefan Konarske, der zweite Mann im Quartett der Dortmunder Ermittler. Der 37-Jährige hat seinen Hauptwohnsitz seit drei Jahren in Paris, wo er auch im französischen Kino mitmischt, dieses Jahr etwa in Luc Bessons Science- Fiction-Kracher „Valerian“.

Was ist das Besondere?

Dieser Krimi entfaltet sich fast in Echtzeit. Von Minute zu Minute spitzt sich die Situation zu – für den Zuschauer fast wie ein Live-Erlebnis. Die vier Kommissare müssen getrennt ermitteln. Parallel rücken Antiterroreinheiten an, was die Lage noch unübersichtlicher macht. Jeden Moment kann es zur Explosion kommen.

Fazit: Ein äußerst spannender Fall!

Dass Dortmunds Hauptakteure notorisch schlecht gelaunt sind – geschenkt! Die aktuelle Flüchtlingsdramatik wird intelligent aufgefangen. Bis zum Schluss ist unklar, wer die tatsächlichen Attentäter sind: Araber? Oder doch Deutsche? Und: Happy End? Mitnichten! Ostermontag, 17. April, 20.15 Uhr, Das Erste

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