Sonja Gerhardt: "Eigentlich bin ich froh, dass ich damals noch nicht gelebt habe"

Für den neuen ZDF-Dreiteiler "Honigfrauen" begibt sich Sonja Gerhardt mit Kollegin Cornelia Gröschel als schlagfertiges DDR-Schwesternpaar auf Urlaubsreise nach Ungarn im Jahr 1986.
Foto: dpa
Sonja Gerhardt ist im ZDF-Mehrteiler "Honigfrauen" (ab 23.04. im ZDF) in der Rolle der Maja zu sehen, einer selbstbewussten jungen Frau aus Erfurt, die 1986 mit ihrer Schwester Catrin (Cornelia Gröschel) Urlaub am Plattensee macht - und von der Stasi bespitzelt wird.

Für Sonja Gerhardt war der Dreh auch eine Reise in die verrückten 80er, verrät sie uns im Interview.

GOLDENE KAMERA: Sommer, Sonne, See – der Dreh zu „Honigfrauen“ war pure Freizeit, stimmt’s?

Sonja Gerhardt: Koönnte man meinen, war aber nicht so. Zwar hatten wir ein Hotel mit einem Pool und einem Spa, aber es waren trotzdem keine Ferien, sondern Arbeit mit langen Drehtagen!

Was sind Honigfrauen?

So wurden ostdeutsche Frauen genannt, weil sie so süß wie Honig waren.

Sie spielen die Ostdeutsche Maja...

Maja ist ein Freigeist. Sie hat Lust auf Abenteuer – und würde am liebsten aus der DDR in die Karibik fliehen.

Interview mit "Honigfrau" Sonja Gerhardt

Doch stattdessen landet sie am Balatonsee und gerät dort ins Visier von Stasi- Spionen in Badehosen!

Das ist der wahre historische Hintergrund! Denn zu DDR-Zeiten haben die Ostdeutschen mit Genehmigung manchmal Ferien am ungarischen Balaton machen dürfen. Doch dort sind sie nicht nur westdeutschen Urlaubern begegnet, sondern auch Stasi-Spitzeln, die ihre Flucht verhindern wollten. Man konnte damals niemandem trauen.

Warum hat Sie die Story gereizt?

Einerseits, weil zwei junge Schwestern außerhalb der DDR gemeinsam am Balatonsee Ferien machen – und andererseits, weil die beiden charakterlich total unterschiedlich sind. Denn während meine Filmschwester Catrin linientreu ist, möchte Maja das Leben genießen. Sie sehnt sich nach Freiheit. Wie sie dabei gestoppt werden soll, war als Rolle herausfordernd.

Die beiden Schwestern Catrin Streesemann (Cornelia Gröschel, l.) und Maja Streesemann (Sonja Gerhardt, r.) wollen per Anhalter zum Balaton zu kommen.
Catrin (Cornelia Gröschel) kehrt von einem Streitgespräch mit ihrer Schwester Maja sehr aufgewühlt zurück auf den Campingplatz.
Kirsten (Anja Kling, l.) und Karl (Götz Schubert, r.) fahren in ihrem Trabi zu ihren Töchtern nach Ungarn an den Plattensee, da sich Kirsten Sorgen macht.
Die gesamte Familie Streesemann ist an den Balaton gereist: Erik (Dominic Raacke), Karl (Götz Schubert), Maja (Sonja Gerhardt), Kirsten (Anja Kling), Catrin (Cornelia Gröschel), Rudi (Franz Dinda) mit Tamás (Stipe Erceg) vor der Balaton-Residenz.
Catrin (Cornelia Gröschel, M.) erzählt ihren fassungslosen Eltern Kirsten (Anja Kling, r.) und Karl (Götz Schubert, l.), was sie über eine misslungenen Fluchtversuch weiß.
Rudi (Franz Dinda, r.) erinnert Karl (Götz Schubert, l.) eindringlich daran, was die Partei von ihm erwartet.
Kirsten (Anja Kling, r.) bringt ihre Tochter Catrin (Cornelia Gröschel, M.) in Verlegenheit und plaudert beim Lagerfeuer mit deren Urlaubsbekanntschaft Rudi (Franz Dinda, l.) Kindheitserinnerungen aus.
Karl Streesemann (Götz Schubert, l.) verbietet dem ungarischen Hotelbesitzer Tamás (Stipe Erceg, r.) den weiteren Umgang mit seiner Tochter Maja (Sonja Gerhardt, M.).
Maja (Sonja Gerhardt, l.) und Tamás (Stipe Erceg, M.) vergnügen sich im Wasser, während Catrin (Cornelia Gröschel, r.) betreten im Boot sitzen bleibt.
Rudi (Franz Dinda, l.) unterhält sich mit einem Stasi-Mitarbeiter (Peter Jordan, r.) auf dem Campingplatz am Balaton.
Catrin (Cornelia Gröschel, l.) hat sich den Fuß verletzt und wird vom Hotelbesitzer Tamás (Stipe Erceg, r.) in der Balaton-Residenz verarztet.
Maja (Sonja Gerhardt, l.) und Catrin (Cornelia Gröschel, r.) entdecken eine Abhör-Wanze in ihrem Zelt.
Ein Trabi vor Hindernissen: ob Karl Streesemann (Götz Schubert, r.) seine Tochter Maja (Sonja Gerhardt, l.) rechtzeitig vor dem Traualtar absetzen kann?

Was denken Sie rückblickend über 1986?

Damals habe ich noch nicht gelebt, denn ich wurde erst 1989 geboren. Eigentlich bin ich froh, dass ich damals noch nicht gelebt und die Teilung Deutschlands durch die Mauer nicht mitbekommen habe – ich bin dankbar dafür, dass Deutschland wieder eins geworden ist und wir frei reisen dürfen.

Schulterpolster, Moonwashed-Jeans, Stulpen – welche Requisiten von damals fanden Sie toll?

Die Badeanzüge – obwohl sie einen ungewöhnlichen Schnitt hatten. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen, denn sie waren ganz schön eng. Außerdem trug ich einmal eine sogenannte Palme mit einem knallbunten gerafften Haargummi. Die Mode war 1986 teilweise ziemlich kurios!

Sie sind der Star in Mini-Serien – von „Deutschland 83“ über „Ku’damm 56“ bis hin zu „Honigfrauen“. Warum werden Mini-Serien immer erfolgreicher?

Weil eine spannende Geschichte über eine längere Strecke entwickelt wird. Die Zuschauer lieben es mitzuverfolgen, wie sich eine Figur weiter entwickelt – und ein Neunzigminüter ist dafür einfach zu kurz!

Wie geht’s weiter mit „Ku’damm 59“?

Das darf ich leider noch nicht verraten, aber die 50-er Jahre waren wirklich eine spannende Zeit, in die ich gerne noch einmal eintauche. Ich habe durch „Ku’damm 56“ wahnsinnig viel über das Leben der Frauen in der damaligen Zeit erfahren – und auch, dass sie für ihre Emanzipation sehr kämpfen mussten. Außerdem war die Mode in den 50-er Jahren wirklich außergewöhnlich.

Interview: Mike Powelz

Höchste Alarmstufe im neuen "Tatort: Sturm"

Nicht weit entfernt vom Tatort entdeckt Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) ein Büro, in dem spät in der Nacht gearbeitet wird.
Er droht damit, die Bombe hochgehen zu lassen: Muhammad Hövermann (Felix Vörtler) hat sich in der Bank verschanzt, mit einem Sprengstoffgürtel.
Die Kommissare Peter Faber (Jörg Hartmann, r) und Martina Bönisch (Anna Schudt, l) nähern sich den Büros einer kleinen Privatbank. Hier wird mitten in der Nacht gearbeitet – während ganz in der Nähe zwei Polizisten ermordet wurden.
Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann, r) geht volles Risiko: Er schlägt die Scheibe zur Bank ein und nähert sich dem Unbekannten, der sich dort verschanzt hat – seine Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt, l) sichert ab.
Als die Ermittlungen Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt, Mitte links) in eine Moschee führen, ist die Aufregung groß. Imam Mehmmet Kaya (Eray Egilmez, Mitte rechts) versucht, die Gemüter zu beruhigen.
Kommissarin Nora Dalay (Aylin Tezel, l) mit dem IT-Experten des SEK: Mikey (Tino Mewes, r) ist dem Attentäter auf der Spur – und folgt seinen Spuren im Netzwerk der Bank.
Hanifah Hövermann (Dorka Gryllus, r) ist hochschwanger. Gegenüber Kommissarin Nora Dalay (Aylin Tezel, l) bezweifelt sie dass ihr Mann ein potenzieller Selbstmordattentäter ist.
Zwei Polizisten wurden erschossen, mitten in Dortmund. Die Kommissare Faber (Jörg Hartmann, 2.v.r.) und Bönisch (Anna Schudt, r) werden nachts zum Tatort gerufen.
Dortmund nachts im Ausnahmezustand. Ein Selbstmord-Attentäter hält die Stadt in Atem. Wie gut ist der neue Tatort aus Dortmund?
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