Dieser "Polizeiruf 110" endet in einer Katastrophe

Im "Polizeiruf 110: Nachtdienst" (7. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste) wird ein Mord im Altenheim für Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) zu einer großen emotionalen Achterbahnfahrt.

Was passiert im "Polizeiruf 110: Nachtdienst"?

Als die 80-jährige, verwirrte Elisabeth Strauß (Elisabeth Schwarz) im Kommissariat auftaucht und behauptet, Zeugin eines Mordes geworden zu sein, wird sie nicht ernst genommen. Von Meuffels bietet der alten Dame an, sie ins Pflegeheim zurückzubringen. Dort geht er der Sache nach, obwohl alle versichern, Elisabeth Strauß sei nicht mehr Herrin ihrer Sinne.

Meuffels taucht ein in eine deprimierende Welt, in der alte Menschen abgeschoben werden, die lästig geworden sind. Dabei entdeckt er nicht nur, dass Frau Strauß Recht hat, sondern dass hier noch viel mehr im Argen liegt.

Was ist das Besondere?

Nachts im Altenheim: Der Großteil des Films spielt sich während eines Nachtdiensts ab. Das Geschehen ist stark verdichtet, wirkt phasenweise wie ein Bühnenstück. Matthias Brandt (GOLDENE KAMERA 2008) taucht als Ermittler ein in einen verstörenden Mikrokosmos und erlebt die Demütigungen der Bewohner und die emotionalen Belastungen der Pfleger hautnah mit.

Der Film bietet zudem eine zweite Ebene, denn der Mord ist nur ein Teil einer Geschichte, die viel weiter reicht. Empathisch lässt sich von Meuffels auf die Beteiligten ein. Aufgrund seiner Sympathien übersieht er jedoch wichtige Signale und erkennt nicht, dass in dem Altenheim eine hochexplosive Zeitbombe tickt.

Wer ist dabei?

Elisabeth Schwarz überzeugt als demenzkranke alte Dame, deren Stimmung jeden Moment umschlagen kann und bei der man nie weiß, ob sie die Wahrheit sagt oder fantasiert. Mit ihrer Schrulligkeit sorgt sie für einige tragikomische Momente.

Beeindruckend ist auch Ernst Jacobi als verbitterter Expolizist. Schwarz und Jacobi sind beispielhaft für die Schattierungen dieses faszinierenden Films, in dem es kein simples Schwarz-Weiß gibt.

Wertung

Ein intensiver Film, der auf eigenwillige, künstlerische Weise Notstände in einem Altenheim aufgreift. Die verstörende, unheilvolle Anfangsszene ist ein geschicktes Mittel, um die Spannung hoch zu halten. Denn der Zuschauer ahnt von Anfang an: Der Krimi endet mit einer Katastrophe.

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