TV-Aufreger des Jahres: Thriller "Gift" mit Heiner Lauterbach

Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) und Günther Kompalla (Heiner Lauterbach). © BR/diwafilm GmbH
Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) klärt mit Anwalt Rainer Schmid (Michael Brandner) Einzelheiten zum Verkauf der Firma "KompaPharm“. © BR/diwafilm GmbH
Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) ist überrascht als Günther Kompalla sie um ein Treffen bittet. © BR/diwafilm GmbH
Interpol-Agentin Pribeau (Julia Koschitz) und ihr tschechischer Kollege (Jakub Slodowicz).© BR/diwafilm GmbH
Interpol-Agentin Juliette Pribeau ermittelt beim indischen Pharmahersteller "Bishen". © BR/diwafilm GmbH
Von links: Pharma-Expertin Prof. Dr. Vera Edwards (Maria Furtwängler), "Poindex" - CEO Roger Adler (Martin Brambach) und der Interpol-Präsident (Francis Fulton-Smith) beim Empfang in der EU-Kommission. © BR/diwafilm GmbH
Von links: Bei den Verhandlungen zwischen "KompaPharm"-Eigentümer Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) und dem Banker Matteo Kälin (Ulrich Matthes) der Schweizer "MIG Bank", der von einem Analysten der MIG Bank (Lasse Myhr) begleitet wird, mit hartenBandagen gekämpft. © BR/diwafilm GmbH
Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) hilft der Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) in die Fertigungshallen der indischen Firma "Bishen" zu kommen. © BR/diwafilm GmbH
Katrin Kompalla (Luise Heyer) und Kiran Chitre (Arfi Lamba) arbeiten für die NGO "Global Life Protect" in den Slums von Mumbai. © BR/diwafilm GmbH
Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) auf der Suche nach seiner Tochter in den Slums von Mumbai. © BR/diwafilm GmbH
Kompalla (Heiner Lauterbach) besucht seine Tochter Katrin (Luise Heyer) in einem Krankenhaus in Mumbai. © BR/diwafilm GmbH
Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) vor dem Untersuchungsausschuss der U.S. SEC. © BR/diwafilm GmbH
Der TV-Thriller "Gift" (17. Mai 2017, 20.15 Uhr, Das Erste) und eine Doku enthüllen den Pharmaskandal um gepanschte Medikamente.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind auf ein lebenswichtiges Medikament angewiesen – doch die Wirkstoffe, die Ihnen helfen sollen, sind in manchen Packungen des Präparats gar nicht vorhanden. Bei uns undenkbar? Keinesfalls.

Die ARD kündigt jetzt brisante Enthüllungen über den Handel mit gefälschten Medikamenten an. Der aufrüttelnde TV-Film "Gift" (17. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste) thematisiert das weltweite Geschäft mit – teils lebensgefährlichen – gefälschten Pharmaprodukten. In der Anschluss-Doku "Gefährliche Medikamente" (21.45 Uhr) verraten, so die ARD, unter anderem ehemalige Mitarbeiter von Pharmafirmen, wie schutzlos wir den Arzneifälschern ausgeliefert sind.

Darum geht's im TV-Thriller "Gift"

In dem Wirtschaftskrimi "Gift" konfisziert die Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz, lesen Sie hier das Interview) bei einer Razzia im deutsch-tschechischen Grenzgebiet mehrere Tonnen gefälschter Medikamente. Dabei stößt sie auch auf den Adressaten der Lieferung: Günther Kompalla (Heiner Lauterbach).

Wir trafen Heiner Lauterbach zum Interview:

"Gift"-Star Heiner Lauterbach im Video-Talk

Der Pharma-Großhändler Kompalla ist seit Jahren in profitable Geschäfte mit gefälschten Pillen verstrickt, doch jetzt, unheilbar an Krebs erkrankt, will er sich mit seiner in den Slums von Mumbai als Ärztin tätigen Tochter Katrin (Luise Heyer) versöhnen und ihr ein "sauberes" Erbe hinterlassen. Er droht den Hintermännern mit Verrat. Als er sich nach Indien absetzt, überzeugen Lobbyistin Prof. Edwards (Maria Furtwängler) und Pharma-Manager Adler (Martin Brambach) den Interpol-Präsidenten (Francis Fulton-Smith), Agentin Pribeau auf seine Spur zu setzen. Edwards’ Ziel: Kompallas Beweise sichern – um diese zu vernichten.

"'Gift'", erklärt der Regisseur Daniel Harrich, "ist so nah an der Realität wie juristisch möglich und so weit fiktionalisiert wie juristisch nötig." Der Grimme-Preisträger hat auch die Doku zum Film produziert. "Darin zeigen wir, wie Pharma-Firmen auch in Deutschland über Leichen gehen, um ihre Rendite zu steigern."

Als Beleg liefert der Regisseur ein Beispiel: Auf Medikamentenschachteln fehle der Hinweis, wo die Pillen produziert worden sind. "'Made in'", erklärt Harrich, "steht auf jedem billigen T-Shirt, und man kann seine Produktion bis zu Fabriken in Indien oder Bangladesch zurückverfolgen. Auf Arzneipackungen sucht man ein 'Made in' vergeblich, und die Fälschungen sind oft perfekt. Als normaler Verbraucher hat man keine Chance, sie zu entlarven. Wenn eine deutsche Pharmafirma etwa ihre Produktion nach China auslagert und dortigen Zulieferern ihre Daten überlässt, können diese tagsüber Originale herstellen – aber nachts durchaus auch gepanschte Fälschungen mit denselben Strichcodes."

Wie viele falsche Pillen sind bei uns in Umlauf?

Daniel Harrich meint: "Rund ein Prozent aller Arzneien in Deutschland sind gefälscht. Das sind bei 1,4 Milliarden Präparatepackungen 14 Millionen." Leider, so der Filmemacher, stünden die für Zulassung und Kontrolle zuständigen Behörden enormen Herausforderungen gebenüber: "Entwicklung, Forschung und Qualitätskontrolle finden nicht mehr in regionalen Firmen statt, sondern ausgelagert rund um den Globus. Auch ein deutscher Apotheker hat kaum eine Chance, das Herstellungsland oder die Qualität eines ihm vorliegenden Medikaments zu überprüfen."

Bislang, meint Harrich, wüssten nicht einmal die Politiker, dass auch ihr Leben durch tödliche Pillen riskiert wird. Er wolle mit Film und Doku keine Panik schüren, sondern Systemfehler beleuchten. Damit wir nicht mehr alles schlucken.

Senta Berger: "Grande Dame" des deutschen Fernsehens?

Der Imam (Tamer Yigit) behauptet, weder Semre noch den Mann auf dem Phantombild zu kennen. Foto: © ZDF/Barbara Bauriedl
Dr. Lorenz (Bettina Mittendorfer, li.) bittet Eva (Senta Berger, re.) zu ermitteln. Foto: © ZDF/Barbara Bauriedl
Dr. Eva Prohacek (Senta Berger) erzählt von ihrem Schlagfall, Dr. Claus Reiter (Gerd Anthoff) von seiner Trennung. Foto: © ZDF/Barbara Bauriedl
Im TV-Film "Unter Verdacht" observieren Eva (Senta Berger) und Langner (Rudolf Krause) eine Moschee. Foto: © ZDF/Barbara Bauriedl
v.l.: Jale Oktay (Almila Bagriacik), Anil Oktay (Can-Luca Ölmez), Dr. Eva Maria Prohacek (Senta Berger), Orhan Kara (Erkan Karacayli) und Cem Oktay (Sohel Altan Gol) feiern Anils Geburtstag. Foto: © ZDF/Barbara Bauriedl
Reiter (Gerd Anthoff), Langner (Rudolf Krause) und Prohacek (Senta Berger) am Empfang des LKA. Foto: © ZDF/Barbara Bauriedl
v.l.: Eva (Senta Berger), Dr. Reiter (Gerd Anthoff) und Dr. Lorenz (Bettina Mittendorfer) besuchen Al-Shami. Foto: © ZDF/Barbara Bauriedl
va (Senta Berger) setzt Reiter (Gerd Anthoff), Haberfeld (Michael Lerchenberg) und Wilhelm (Dirk Borchardt) unter Druck. Foto: © ZDF/Barbara Bauriedl
Am Donnerstag (04.05, 20.15 Uhr, Arte) ist Senta Berger wieder als Kriminalrätin Dr. Eva-Maria Prohacek in "Unter Verdacht – Verlorene Sicherheit" zu sehen.
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