Gefühle ohne Grenzen im neuen Muttertags-"Polizeiruf"

Im "Polizeiruf 110: Muttertag" (14. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste) müssen Olga Lenski und Adam Raczek den Mord an einem Familienvater aufklären.

Als Kommissarin Olga Lenski (Maria Simon, GOLDENE KAMERA 2016) aufgefordert wird, den Antrag auf Verlängerung ihres Dienstes in Frankfurt/Oder zu stellen, zögert sie und überlegt, nach Potsdam zurückzukehren. Das kann man verstehen: Die Gegend, in der sie ermitteln muss, ist äußerst trostlos. Doch Lenski hat einen anderen Grund: Kollege Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) macht ihr das Leben schwer.

Was passiert im "Polizeiruf 110: Muttertag"?

Lenski und Raczek werden nach Swiecko in Polen gerufen: Dort wurde im Wald die Leiche des Kleinunternehmers Janusz Kubiak gefunden. Zeugen haben ein Auto mit deutschem Kennzeichen gesehen. Bald stellt sich heraus, dass der verheiratete Familienvater Kubiak ein Verhältnis mit der jungen Deutschen Sabrina Uhl hatte, die nach seinem Tod verschwunden ist. Unter Verdacht gerät Enrico (Anton Spieker), einer von Sabrinas Freunden, der im Dorf einen miesen Ruf hat. Ist er Täter – oder selbst ein Opfer?

Was ist das Besondere?

Zwischen Lenski und Racek scheint sich etwas anzubahnen. Sie sind endlich per Du, landen sogar zusammen im Bett – wenn auch nicht ganz freiwillig. Dem neuen Glück stehen jedoch Intrigen im Weg. Für einen heiteren Moment sorgt der überdrehte Gerichtsmediziner. Weniger Spaß macht, dass zu Beginn viel Polnisch gesprochen wird. Ist das dramaturgisch wirklich nötig?

In "Muttertag" geht es auch um die Nöte alleinerziehender Mütter. Während Kommissarin Olga Lenski mit Schuldgefühlen kämpft, weil sie ihre kleine Tochter vernachlässigt, kämpft Heidi Schoppe (Ulrike Krumbiegel) um ihren Sohn Enrico, der unter Mordverdacht steht, es seiner Mutter allerdings auch nicht gerade leicht macht.

Wer ist dabei?

Ulrike Krumbiegel und der "Polizeiruf" – das passt. 1984 drehte sie ihren ersten. Für die Münchener Episode "Jenseits" bekam sie 2008 die GOLDENE KAMERA. Auch in "Muttertag" zeigt sie ihr großes Können: Als Mutter erlebt sie mit Filmsohn Anton Spieker eine emotionale Achterbahnfahrt. Spieker gelingt es dabei, Enrico sehr facettenreich zu gestalten: Mal wirkt er hilflos und bedürftig, dann undurchsichtig und gefährlich. Faszinierend.

Wertung

So trostlos wie die Grenzregion zu Polen ist anfangs auch der Film. Die Ermittlung zieht sich zäh dahin, die Kommissare stapfen durchs Land und sammeln Beweisstücke. Erst in der zweiten Hälfte, in der die durchweg guten Schauspieler mehr Akzente setzen, gewinnt der Fall an Dramatik.

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