Mordsspaß muss sein! Die skurrilsten TV-Ermittler

Sie werden gerufen, wenn in einem Kriminalfall auch gelacht werden darf. Wir haben die spaßigsten Spürnasen des aktuellen Fernsehprogramms aufgespürt.

Wer sich tagtäglich mit Mord und Totschlag beschäftigt, hat jedes Recht, ein bisschen neben der Spur zu sein. Findige TV-Produzenten und Drehbuchautoren haben aus diesem menschlichen Schutzmechanismus Kapital geschlagen, denn skurril angehauchte Ermittler genießen im hart umkämpften Krimisegment besonderen Kultstatus.

Spaß-Ermittler Made in Germany

Die dienstälteste Schmunzelkrimi-Spürnasen im deutschen Fernsehen ist Leonard Lansink, der seit 1995 in der ZDF-Reihe "Wilsberg" als schrulliger Privatdetektiv mit der Lizenz zum Verkaufen antiquarischer Bücher in Münster ermittelt. Traumquoten erzielte das ZDF Anfang des Jahres auch mit der Mini-Serie "Professor T.", in der Matthias Matschke als faszinierende Mischung aus "Monk" und "Dr. House" die Kölner Kripo als Forensiker-Genie unterstützt und im Herbst mit den Dreharbeiten einer zweiten Staffel beginnen wird.

In bester "Adelheid und ihre Mörder"-Tradition sorgen in der ARD knackige Kurzformate für Krimi-Kurzweil. Während im Vorabendprogramm seit 2015 die gelernten Theaterschauspieler Wolfgang Winkler und Tilo Prückner als "Rentnercops" den Ruhestand gegen die Mörderhatz in Köln eintauschen, muss Caroline Peters als strafversetzte Kommissarin Sophie Haas im fiktiven Eiffel-Städtchen Hengasch ermitteln. Zwar wurde die Grimme-Preis-nominierte Abendserie "Mord mit Aussicht", in der "Tatortreiniger" Bjarne Mädel und Meike Droste als trottelige Dorfpolizisten die Show stehlen, 2015 nach drei Staffeln und einem Spielfilm eingestellt, doch die Fans geben die Hoffnung auf ein baldiges Revival nicht auf.

Trailer zu 3. Staffel "Mord mit Aussicht"

Spaß-Ermittler im "Tatort"

Münster scheint ein besonders spaßiges Pflaster zu sein, denn hier ermitteln nicht nur "Wilsberg", sondern auch Jan Josef Liefers und Axel Prahl, die bei der Leserwahl 2011 als "Bestes Ermittlerteam" mit der GOLDENEN KAMERA gekürt worden sind. Die Kabbeleien zwischen Hauptkommissar Frank Thiel und seinem snobistischen Gerichtsmediziner Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne haben den Münster-"Tatort" in einen absoluten Publikumsmagneten verwandelt und erreichten mit ihrem zuletzt ausgestrahlten 31. Fall "Fangschuss" einen Rekord-Marktanteil von 14,56 Millionen Zuschauern.

Solche Traumquoten erreicht ihr Wiesbadener Kollege Ulrich Tukur (GOLDENE KAMERA 1996 und 2011) zwar nicht. Dafür gehören die schrägen und mit verschiedenen Realitätsebenen experimentierenden Einsätze des an einem Hirntumor leidenden Hauptkommissars Felix Murot zum Besten, was Krimi Made in Germany derzeit zu bieten hat. Für Nachschub ist gesorgt, denn zurzeit steht Tukur für seinen 7. Fall mit dem Arbeitstitel "Murot und das Murmeltier" vor der Kamera.

Liefers und Prahl kündigen den neuen Münster-"Tatort" an

"Sherlock" & Co.: Spaß-Ermittler international

Der Blick ins englischsprachige Ausland zeigt, wie groß die Bandbreite an skurrilen TV-Ermittlern sein kann. In der britischen Mini-Serie "Agatha Raisin" (alle 4 Folgen am 5. Juni ab 13.45 Uhr auf ZDFneo) wandelt Ashley Jensen als schrille PR-Expertin auf den Spuren von Miss Marple. In der jüngst eingestellten ABC-Serie "Castle" (bei uns auf kabel eins) durfte Nathan Fillion als smarter Bestsellerautor mit Playboy-Allüren der Polizei von New York acht Staffeln lang beratend unter die Arme greifen.

Völlig schräg geht es in der Netflix-Serie "Dirk Gentlys holistische Detektei" zu, in der Samuel Barnett in der Titelrolle und Elijah Wood als sein widerwilliger Sidekick wie in der Romanvorlage von Douglas Adams ("Per Anhalter durch die Galaxis") zwischen verschiedenen Dimensionen ermitteln. Und ab dem 4. Juni darf Hollywood-Star Benedict Cumberbatch in seiner Paraderolle als modernisierter "Sherlock" Holmes endlich wieder beweisen, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen. Wobei in der 4. Staffel endgültig Schluss mit lustig zu sein scheint...

Deutscher Trailer zur 4. Staffel "Sherlock"
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