Wilson Gonzalez Ochsenknecht im "Bad Boy"-Check

Wilson Gonzalez Ochsenknecht spielt Scoopy im "Tatort: Level X". Foto: © MDR/Gordon Muehle
Simson (Merlin Rose) ist tot. Foto: © MDR/Gordon Muehl
Scoopy (Wilson Ochsenknecht) filmt am Tatort. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Burkhard (mi, Robert Gallinowski), Rocker 1 (li, Karlo von Montag) und die Rockergruppe sind aggressiv. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Ermittlerin Heni Sieland (li, Alwara Höfels) betrachtet Simsons (re, Merlin Rose) Leiche. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Die Ermittlerinnen Heni Sieland (li, Alwara Höfels) und Karin Gorniak (re, Karin Hanczewski) zeigen ihre Dienstausweise vor. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Alessandro Schuster (Rolle: Aaron Karin Gorniak). Foto: © MDR/Gordon Muehle
Die Oberkommissarinnen Karin Gorniak (li., Karin Hanczewski) und Heni Sieland (re, Alwara Höfels) und Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) vor der Hofkirche in Dresden. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Emilia (li, Caroline Hartig) wird von den Ermittlerinnen Heni Sieland (mi, Alwara Höfels) und Karin Gorniak (re, Karin Hanczewski) befragt. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Die Ermittlerinnen Heni Sieland (li, Alwara Höfels) und Karin Gorniak (re, Karin Hanczewski) im Gespräch mit Dominik (mi.li, Tom Gramenz) und Emilia (mi.re, Caroline Hartig). Foto: © MDR/Gordon Muehle
Die Ermittlerinnen Karin Gorniak (li, Karin Hanczewski) und Heni Sieland (mi, Alwara Höfels) im Gespräch mit Magnus Cord (re, Daniel Wagner). Foto: © MDR/Gordon Muehle
Die Ermittlerinnen Heni Sieland (li, Alwara Höfels) und Karin Gorniak (re, Karin Hanczewski) im Gespräch mit Magnus Cord (mi, Daniel Wagner). Foto: © MDR/Gordon Muehle
Die Ermittlerinnen Heni Sieland (li, Alwara Höfels) und Karin Gorniak (mi, Karin Hanczewski) im Gespräch mit Magnus Cord (re, Daniel Wagner). Foto: © MDR/Gordon Muehle
Emilia (li, Caroline Hartig) wird von Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (mi.li, Martin Brambach) und den Ermittlerinnen Heni Sieland (mi.re, Alwara Höfels) und Karin Gorniak (re, Karin Hanczewski) befragt. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Filmt Pranks: Simson (Merlin Rose) bei seinem Streich. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (re, Martin Brambach) ist mit Raimund Kahle (li, Jörg Bundschuh) im Gespräch. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Merlin Rose (Rolle: Simson) © MDR/Gordon Muehle
Der "Tatort: Level X" mit Wilson G. Ochsenknecht blickt hinter die Kulissen von Youtube & Co. Wir machten mit dem 27-jährigen Schauspieler den "Bad Boy"-Check.

Darum geht's im "Tatort: Level X"

Es sollte nur ein weiterer Streich für seine Millionen Follower werden – doch der nimmt ein tragisches Ende: Internetstar Simson (Merlin Rose) stirbt im "Tatort: Level X" (Sonntag, 11. Juni, 20.15 Uhr, Das Erste) in einer Blutlache auf dem Straßenpflaster.

Der 17-Jährige verdient viel Geld mit seinen auf der Plattform "Allnow" im Internet übertragenen Live-Streichen ("Pranks"). Doch an diesem Abend legt sich Simson mit den Falschen an: Er filmt eine Rockergruppe beim Feiern, wird durch die Dresdner Innnenstadt gejagt und heimtückisch von hinten erschossen.

Doch obwohl der Mord live im Netz übertragen wird und Simsons Drohne die Tat obendrein aus der Vogelperspektive filmt, sieht niemand den Mörder. Bei der Jagd nach dem Täter bekommen für die Dresdner Kommissarinnen Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) die sozialen Medien Facebook, Twitter und Instagram entscheidende Bedeutung.

Und schon bald wird klar: Simsons schärfster Rivale Scoopy (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) würde wirklich alles tun, um die Follower des Toten für sich zu gewinnen.

Autor des ungewöhnlichen "Tatorts" ist Richard Kropf, der auch zum Schreiberteam der Serien ""4 Blocks" und "You Are Wanted" zählt. "Für 'Level X' habe ich viele Jahre recherchiert", berichtet er. "Mich hat insbesondere interessiert, wie Internetstars populär werden, welche Inhalte sie ins Netz stellen, wie sich ihre Fanbase entwickelt und wie die so schnell wachsen kann."

Dem "Tatort" gelingt so ein ernsthafter Blick hinter die Kulissen von Youtube & Co., was ihn auch für ein Publikum spannend macht, das sich sonst eher für die Lochis oder Dagi Bee begeistert. An Hauptdarsteller Wilson Gonzalez Ochsenknecht ("Die wilden Kerle") geht der Hype um Internetstars ziemlich vorbei. Wir trafen den 27-jährigen Schauspieler zum Gespräch und machten mit ihm den "Bad Boy"-Check.

Wilson Gonzalez Ochsenknecht im Interview

Wilson Gonzalez Ochsenknecht im Video-Talk

Warum ist der Tatort "Level X" spannend?

Weil er aktuell und verständlich ist. Inhaltlich geht’s um "Social Media", "YouTube" und "Live Channels". Ich finde den Fall sehr, sehr gut.

Sie spielen einen Internetstar namens "Scoopy". Wie tickt dieser Typ?

Scoopy geht’s darum, dass er ganz viele Zuschauer zu seinem Channel lockt. Dafür geht der Egoist über Grenzen – und vielleicht sogar über Leichen, denn er möchte berühmt werden. Scoopy ist zehn Jahre jünger als ich: Es war sehr interessant, mal wieder einen Jungspund zu spielen, der noch nicht weiß, was wirklich in der Welt vor sich geht.

Machen wir mal den "Bad Boy"-Check: Sie mögen Whiskey, Rockmusik – und haben ein "Bla Bla"-Tattoo auf der Innenseite Ihrer Unterlippe …

Das "Bla Bla"-Tattoo verschwindet langsam aber sicher immer mehr wegen des Whiskeys, den ich ab und zu trinke. Doch das Tattoo erinnert mich immer daran, dass man nicht alles so ernst nehmen soll – sondern gelassen bleiben muss.

Ihr Lebensmotto?

Auch wenn man es einmal verkackt hat, soll man wieder aufstehen – und noch mehr reinhauen.

Was wissen Sie jetzt über Internetstars, was Sie vor dem Dreh nicht wussten?

Internetstars kenne ich nicht viele – und YouTube-Stars schaue ich gar nicht.

Aber wie wichtig sind soziale Netzwerke für Sie?

Auf Facebook kann man gut Leute kennenlernen. Viele Leute sind schon Beziehungen über Facebook eingegangen – mal erfolgreich, mal nicht. Ich habe viele Freunde online gefunden, mit denen ich ziemlich gut befreundet bin.

Twitter, Instagram, Facebook, Snapchat – was ist cool, was uncool?

Snapchat benutze ich nicht, das ist eher was für die Jüngeren. Instagram benutze ich für Bilder und um zu zeigen, wie es hinter der Kamera aussieht – oder um nahe am Publikum und an den Fans zu sein und sie gut zu unterhalten. Aber ich laufe nicht die ganze Zeit herum und schreibe "Heeeeey, was geht? Guckt mal, ich bin hier beim Pressetag für den Tatort!" Diese Rolle spiele ich nur als Scoopy.

Wie finden Sie Pranks – also Streiche im Internet?

Es gibt viele Pranks, die super witzig sind. Dabei bepisst man sich einfach vor Lachen.

Wie viel sollte man von sich im Netz preisgeben – und was auf keinen Fall?

Einerseits sollte man sich mit privaten Dingen zurückhalten, die keinen etwas angehen, aber andererseits sollte man seine Freundin auch nicht komplett verstecken. Es geht um das richtige Mittelmaß bei den sozialen Medien. Wenn man in der Öffentlichkeit steht ist es gar nicht schlecht, ein bisschen "Social Media" zu machen – weil man dadurch nahe am Publikum ist. Früher haben wir Schauspieler Autogrammkarten gehabt, heute posten wir ein Bild von uns im Internet. Denn natürlich sollen die Leute in unsere Filme gehen.

Sind Sie 24/7 erreichbar im Netz?

Nein. Einmal ist mein Handy während einer Auslandsreises kaputt gegangen. Damals konnte ich zwei bis drei Monate lang nur einen Computer benutzen. Seitdem weiß ich, dass ich super ohne Smartphone klarkomme.

Ihre Meinung über Hass im Netz? Gibt es zu viele Menschen, die das, was sie schreiben und sagen, nicht unter Kontrolle haben?

Ja, es gibt jede Menge Leute, die Mist verbreiten, weil sie unbedingt etwas Negatives schreiben wollen. Das darf man aber nicht zu ernst nehmen. Denn zu 99 Prozent bekommt man auf einen Post positive Kommentare und der Rest geht einfach unter. Bei negativen Reaktionen braucht man bloß ein dickes Fell, denn es gibt wirklich Schlimmeres.

Aber wie leicht haben Sie den Hass, der Ihnen damals nach der Ausstrahlung des ARD-Films "Willkommen im Krieg" von Soldaten entgegenschlug, weggesteckt?

Ich habe keine Angst gehabt, obwohl ich bedroht worden bin. Ich fand es bloß traurig, dass ich damals von den Schauspielern als einzige Person eine Facebookseite hatte und deshalb zur Pinnwand wurde, bei der sich die Soldaten auskotzten. "Willkommen im Krieg" war ein Anti-Kriegsfilm, und ich bin kein Fan von Krieg. Aber ich verstehe, dass die Soldaten dort hinmüssen – und insofern stand die Bundeswehr letztlich blöd da mit dem Hass, den sie mir entgegengebracht haben.

Song mit Wilson G. Ochsenknecht: "Willkommen im Krieg - Verwüste die Wüste"

Das Internet - Fluch oder Segen?

Fifty-Fifty! Fake News sind natürlich Kacke – und illegale Downloads auch. Doch der meiste Schwachsinn geht im Dark Net ab. Ich glaube, das Dark Net ist viel gefährlicher als das normale Internet, das ich einfach super finde, weil man dort perfekt vernetzt ist. Ich habe zum Beispiel eine Fernbeziehung und bin die ganze Zeit in Kontakt mit meiner Freundin über Facetime. Das macht es viel einfacher als vor 20 Jahren, als man noch Briefe schreiben oder telefonieren musste und die Telefonrechnung anschließend unfassbar hoch war. Jetzt, wo das alles über das Internet geht, kriegt man keine Telefonrechnungen mehr. Außerdem kann ich dank des Internets näher an den Menschen sein – genau wie am Publikum und meiner Fanbase.

Stichwort Online-Dating. Haben Sie schon mal "Tinder" ausprobiert?

Nein, das ist gar nicht mein Ding. Ich gehöre nicht zu den Typen, die jemanden um ein Date fragen, weil ich darin total schlecht bin. Diesbezüglich bin ich überhaupt kein "Bad Boy".

Wie wichtig sind Ihnen "Gefällt mir"-Klicks – und was denken Sie über "Like-Junkies"?

Die haben echt ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom – ganz anders als ich. Zwar freue ich mich auch über Likes, aber ich analysiere meine Bilder später nicht, um nachzuschauen, warum es mal mehr und mal weniger Likes gegeben hat. Das ist mir alles total scheißegal. Hauptsache, die Leute gucken die Filme, über die ich etwas gepostet habe.

Aber vertrauen Sie Ihre ganzen Daten einer Cloud an?

Ja, weil ich gar nichts zu verbergen habe. Ich schicke keine Nacktbilder rum und ich kriege auch keine Nacktbilder. Meine Fotos habe ich alle in einer Cloud gebackuped, seit vor vielen Jahren mal eine Festplatte kaputtgegangen ist und daraufhin alles verschwunden war. Jetzt habe ich von jedem Handy und von jedem Computer aus Zugriff auf meine Internet-Cloud. Dort ist alles sicher, denn ich schreibe keine Sexnachrichten, ich bedrohe niemanden, ich ticke nicht aus, ich habe keine digitalen Wutanfälle und falls es doch ein Nacktbild von mir geben sollte, dann käme das wohl aus Filmen – denn ich stand für drei Filme nackt vor der Kamera.

Was sind Ihre nächsten spruchreifen Zukunftsprojekte, was ist in der Pipeline?

Ich habe letztes Jahr den englischen Film "Lords of Chaos" gedreht – darin geht es um die "Black Metal"-Szene in den 90ern. Die Story über die Band Mayhem ist wirklich wahr. Der Film wird hoffentlich auf ein paar Festivals laufen. Ansonsten bin ich gerade regelmäßig im Studio und arbeite an meinem neuen Album mit meiner Band "A Black Rainbow". Die Ergebnisse gibt’s wahrscheinlich an diesem Jahresende .

"Fernsehen" oder YouTube – was schauen Sie lieber?

Weder noch. Wenn ich nichts zu tun habe, schaue ich bis zu drei Filme pro Tag – aber immer auf Seiten, wo man legal Geld für zum Beispiel klassische Filme von Fassbinder bis zu Kubrik bezahlt. Ich fresse die komplette Filmgeschichte in mich rein und schaue mir jeden Tag alte Sachen an. Alte Filme verschlinge ich noch mehr als Essen.

Ihr Lieblingsgenre?

Arthouse, z.B. Filme wie "Metropolis". Außerdem bin ich ein riesiger Fan von 90er-Jahre-Blockbustern, etwa mit Harrison Ford – und ich mag Thriller sehr gerne, bei denen man als Zuschauer verschiedene Puzzlesteine zusammensetzen muss. Action schaue ich mittlerweile weniger als früher, das zieht mich nicht mehr so an. Und ein absolutes Lieblingsding von mir sind auch Disney-Filme.

Wen würden Sie gerne mal spielen? Gibt es eine Traumrolle?

Mein Ziel ist, jedes Genre mal durchgemacht zu haben – von lustig über ernst bis zu traurig.

Ihre schauspielerischen Vorbilder?

Ich glaube, jeder Schauspieler hat auch mal Kackfilme gemacht, insofern gibt es nicht den einen großen Superstar für mich. Aber ich finde Gary Oldman sehr, sehr cool, weil er so wandelbar und einzigartig ist. Und Philip Seymour Hoffmann hat mir auch sehr gut gefallen.

Würden Sie sich je von einem Reality-Format begleiten lassen wie dem "Dschungelcamp" oder "Promi Big Brother"?

Lieber ginge ich in die Insolvenz als ins Dschungelcamp zu ziehen, denn ich nehme meinen Beruf als Schauspieler einfach viel zu ernst dafür. Insofern würde ich eine Pleite dem Dschungelcamp vorziehen.

Schlussfrage: Welchen Masterplan haben Sie für Ihre Karriere? Hollywood?

Nein, das wäre gerade die blödeste Entscheidung, nach Amerika rüberzugehen. Viel bessere Regisseure kommen aus Frankreich, Spanien, Schweden, Dänemark, Norwegen, England, Deutschland, Österreich und natürlich auch Asien. Ich möchte gern mit vielen verschiedenen Regisseuren auf der ganzen Welt zusammenarbeiten – aber nicht nach Hollywood gehen, weil danach auch nichts mehr kommt. Und meine Homebase ist Berlin.

Interview: Mike Powelz

Pionier des Tierfilms: 100 Jahre Heinz Sielmann

1948 - Heinz Sielmann, unterwegs in Niedersachsen für das "Lied der Wildbahn". Foto: © NDR/NDR Naturfilm/Doclights GmbH
1961 - eine Drehreise ans Ende der Welt: Galapagos. Foto: © NDR/NDR Naturfilm/Doclights GmbH
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