Mord an einer Schule in Neukölln: "Tatort: Amour fou"

Karow (Mark Waschke) und Rubin (Meret Becker) verfolgen einen Verdächtigen. Foto: © rbb/Arnim Thomaß
In Berlin wurde ein Lehrer umgebracht. War es Rache für sexuellen Missbrauch?

Sehr lange wurde gerätselt, seit dem letzten Fall aus Berlin aber steht fest: Kommissar Robert Karow (Mark Waschke) ist nicht der Mörder seines früheren Kollegen. Dieser über vier Folgen erzählte Handlungsstrang wurde abgeschlossen, die privaten Geschichten der Ermittler gehen episodenübergreifend weiter: Kommissarin Nina Rubin (Meret Becker) lebt wieder mit Mann und Kindern zusammen und versucht, ihr wildes Leben in den Griff zu kriegen. Der neue "Tatort: Amour fou" (5. Juni, 20.15 Uhr, Das Erste) lässt ihr allerdings wenig Zeit für die Familie.

Was passiert im "Tatort: Amour fou"?

In einem Kleingartenverein wird die völlig verkohlte Leiche des Lehrers Enno Schopper gefunden. Der unterrichtete an einer Gesamtschule in Neukölln, war offen homosexuell und wollte den Kindern Toleranz beibringen. Nicht alle waren davon begeistert. Mit seinem Ehemann Armin Berlow (Jens Harzer) kümmerte er sich besonders intensiv um einen Schüler: Duran Bolic (Justus Johanssen). Der fand bei dem schwulen Paar ein neues Zuhause. Dann meldeten einige Schüler, der Lehrer habe Duran zum Sex gezwungen, und Schopper wurde beurlaubt. Nun ist der Junge verschwunden. Hat er seinen Peiniger getötet?

Wer ist dabei?

In der Rolle des undurchsichtigen Witwers glänzt Jens Harzer. Der 45-Jährige ist festes Mitglied des Ensembles am Thalia Theater in Hamburg und im Fernsehen meist in sehr besonderen Rollen zu sehen. Als Serienmörder und Gegenspieler von Kommissar Murot (Ulrich Tukur) sorgte er 2016 im "Tatort: Es lebe der Tod" für Aufsehen.

Was ist das Besondere?

Das Drehbuch schrieb der renommierte "Tatort"-Autor Christoph Darnstädt, aber sonst waren an der Produktion dieser Folge ungewöhnlich viele Frauen beteiligt. Regie führte die Grimme-Preisträgerin Vanessa Jopp. Auch für Kamera, Szenenbild, Produktion, Redaktion und Kostüme waren Frauen verantwortlich. "Die Unterschiede am Set empfinde ich eher menschenspezifisch als geschlechterspezifisch", sagt Regisseurin Jopp. "Mit einem Augenzwinkern könnte man aber sagen, dass Frauen in der Zusammenarbeit vielleicht etwas weniger eitel sind."

Wertung

Cleveres Spiel mit Vorurteilen und Gerüchten, in das auch die Zuschauer hineingezogen werden. Die Ermittler tragen ihren Dauerstreit mit teils wunderbar komischen Dialogen aus. Heimliche Heldin der Folge ist die Stadt Berlin, die immer wieder mit starken Bildern in Szene gesetzt wird.

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