GOKA-Star der Woche: Julia Koschitz ist "Am Ruder"

In der Krimi-Komödie "Am Ruder" stellt Julia Koschitz einmal mehr unter Beweis, warum sie die Überfliegerin des Jahres ist. Wir lassen die Schauspielkarriere der charmanten Österreicherin Revue passieren.

Der Kurzhaarschnitt ist ihr Markenzeichen, doch von zu kurz gekommen, kann bei Julia Koschitz keine Rede sein. Im Gegenteil: Die am 26. Dezember 1974 in Brüssel geborene und in Frankfurt am Main aufgewachsene Österreicherin stellt im tragikomischen Krimi-Drama "Am Ruder" (am 7. Juni um 20.15 Uhr im ZDF) einmal mehr unter Beweis, dass sie sich über die letzten Jahren zur vielbeschäftigten Expertin für komplexe Frauenrollen und weibliche Schicksale im deutschen Film und Fernsehen gemausert hat.

Julia Koschitz: Die Schauspielanfänge

Dabei wollte Julia Koschitz eigentlich Ballerina werden. Als ihr jedoch bei einem Vortanzen bezüglich ihres Talents Zweifel kamen, bot ihr die Schauspielerei die Möglichkeit, das in ihr schlummernde Verlangen nach künstlerischem Ausdruck auf andere Art auszuleben. Nach ihrer Schauspielausbildung am Franz-Schubert-Konservatorium in Wien wurde die damals 24-Jährige zunächst an diversen österreichischen und deutschen Theaterbühnen heimisch, bis sie 2003 Regisseur Franz Xaver Bogner aus einer Laune heraus ein Demoband zuschickte. Die bayerische TV-Koryphähe zögerte nicht lange und besetzte Julia Koschitz 2004 als Polizeimeisterin Sandra Holzapfel in seiner neuen Vorabendserie "München 7".

Neben dieser Debütrolle, der Julia Koschitz mit gelegentlichen Cameos bis heute treu geblieben ist, erspielte sich der angehende Fernsehstar mit den Comedy-Serien "Allein unter Bauern" (2007) und "Doctor’s Diary" (2008-2011) einen Bekanntheitsgrad, der ihr Hauptrollen in smarten TV-Komödien wie "Ein Hausboot zum Verlieben" (2009) oder bewegenden TV-Dramen wie dem Messie-Portrait "Woran Dein Herz hängt" (2009) einbrachte.

Trailer zu "Shoppen" (2006)

Dass die Wahlmünchenerin auch Kino kann, erkannte als erster Regisseur Ralf Westhoff, der Koschitz 2006 in seiner preisgekrönten Ensemble-Komödie "Shoppen" besetzte und ihr fünf Jahre später die Beziehungskomödie "Der letzte schöne Herbsttag" auf den Leib schrieb.

Julia Koschitz: Der Karrieredurchbruch

So charmant und lebensecht Julia Koschitz im komödiantischen Fach auch rüberkommt – die ganze Klasse ihrer Schauspielkunst wird deutlich, wenn es richtig dramatisch wird. Eine erste Kostprobe gab die heute 42-Jährige 2011 als Suizidopfer im Grimme-Preis-gekrönten TV-Drama "Der letzte schöne Tag". Für große TV-Aufmerksamkeit sorgte Koschitz dann im Rührstück "Pass gut auf ihn auf" an der Seite von Barbara Auer (GOLDENE KAMERA 1989). In der bewegenden Dreiecksgeschichte setzt sie als krebskranke Mutter alles daran, dass ihren Mann wieder mit seiner Ex-Frau zu vereinen...

Julia Koschitz in "Pass gut auf ihn auf" (2013)

Koschitz vor Emotionalität sprühende Schauspielleistung brachte ihr verdientermaßen 2014 den Bayerischen Fernsehpreis ein und ließ ihr in der Folge die Freiheit, Rollen auszuwählen, in der die als "Gesichtstänzerin" titulierte Schauspielerin ihre Fähigkeit, nonverbal zu kommunizieren, in unterschiedlichen Sujets unter Beweis stellen konnte: Sei es als tumbe Freundin eines vermeintlichen Betrügers in "Zweimal lebenslänglich" (2015), als Liebhaberin ihres eigenen Schülers in der Siegfried-Lenz-Verfilmung "Schweigeminute" (2016) oder als gute Seele im Coming-of-Age-Kinodrama "Jonathan" (2016).

Julia Koschitz: Das Überflieger-Jahr 2017

Wie geschätzt die akribisch arbeitende Charakterdarstellerin im deutschen Film- und Fernsehbetrieb inzwischen wird, zeigt das bisherige Jahr 2017, in dem es kaum eine Qualitätsproduktion zu geben scheint, in der Julia Koschitz nicht mit von der Partie ist. Nach ihrem Gastspiel im großen ZDF-Zweiteiler "Das Sacher"...

...war die Überfliegerin des Jahres bereits neben Heino Ferch in der TV-Thriller-Episode "Spuren des Bösen – Begierde", in der Kino-Komödie "Happy Burnout" als ausgebrannte Mutter und zuletzt als Interpol-Agentin an der Seite von Heiner Lauterbach in dem Medikamentenskandal-Krimi "Gift" zu sehen...

Julia Koschitz in "Am Ruder"

"Am Ruder" ist nicht nur Julia Koschitz vierte große Produktion des Jahres, sondern nach "Der letzte schöne Tag" und "Happy Burnout" auch die dritte Zusammenarbeit mit Wotan Wilke Möhring. Der frischgebackene GOLDENE KAMERA-Gewinner spielt im tragikomischen TV-Krimi den Fitnessstudio-Besitzer Michael Schröder, der bei einem Überfall auf seine Sparkasse als Geisel genommen wird. Der maskierte Bankräuber entpuppt sich allerdings als Bankräuberin namens Nina (Julia Koschitz)...

Wie sich Geiselnehmer und Geisel zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammenraufen, bietet kurzweilige Zerstreuung und verkürzt die Wartezeit zu Julia Koschitz’ nächsten Projekten, für die sie gerade vor der Kamera steht: Hans Steinbichlers ZDF-Produktion "Der Mann, der zuviel wusste" und der für 2018 angekündigte Saarbrücken-"Tatort: Mord ex machina", in dem Julia Koschitz zum vierten Mal als "Tatort"-Episodengaststar die Schau stehlen wird – ganz so wie es sich für eine begnadete "Gesichtstänzerin" gehört.

Text: Alexander Attimonelli

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