GOKA-Star der Woche: Julia Koschitz ist "Am Ruder"

Unser Star der Woche: Julia Koschitz (42) – Foto: © Clemens Bilan/Getty Images
2004-2016: Schauspieldebüt als Polizeimeisterin und spätere Kriminalkommissarin Sandra Holzapfel in der Vorabendserie "München 7" – Foto: © BR
2006: Kinodebüt neben Oliver Bürgin in der Dating-Komödie "Shoppen" – Foto: © BR
2007: mit Christoph M. Ohrt in der TV-Serie "Allein unter Bauern" – Foto: © Sat.1
2008–2011: als Widersacherin von Diane Amft in der TV-Serie "Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin" – Foto: © RTL
2009: neben Heikko Deutschmann in der TV-Familienkomödie "Ein Hausboot zum Verlieben" – Foto: © ARD Degeto Film
2011: Drama-Debüt neben Wotan Wilke Möhring in "Der letzte schöne Tag" – Foto: © WDR
2012: in der Daniel-Kehlmann-Verfilmung "Ruhm" – Foto: © WDR
2012: "Tatort"-Gastspiel neben Eva Mattes in der Episode "Schmuggler" – Foto: © SWR
2013: schauspielerische Meisterleistung im TV-Drama "Pass gut auf ihn auf" – Foto: © ZDF
2014: Julia Koschitz erhält den Bayerischen Fernsehpreis für ihre Leistung in "Pass gut auf ihn auf" – Foto: © Sebastian Widmann/Getty Images
2014: neben Florian David Fitz in der Tragikomödie "Hin und weg" – Foto: © ZDF
2014: Julia Koschitz und Co-Star Florian David Fitz auf der Kino-Premiere von "Hin und weg" – Foto: © Hannelore Foerster/Getty Images
2015: neben Felix Klare im TV-Drama "Zweimal lebenslänglich" – Foto: © ZDF
2016: neben Jannis Niewöhner im Kino-Drama "Jonathan" – Foto: © Farbfilm Verleih
2016: neben Jonas Nay in der Siegfried-Lenz-Verfilmung "Schweigeminute" – Foto: © ZDF
2017: neben Josefine Preuss im TV-Zweiteiler "Das Sacher. In bester Gesellschaft" – Foto: © ZDF
2017: mit Co-Star Heino Ferch und Regisseur Andreas Prochaska am Set des TV-Thrillers "Spuren des Bösen - Begierde" – Foto: © ORF
2017: neben Wotan Wilke Möhring in der Kino-Komödie "Happy Burnout" – Foto: © NFP Marketing & Distribution
2017: im TV-Thriller "Gift" – Foto: © BR
2017: neben Wotan Wilke Möhring in der Krimi-Tragikomödie "Am Ruder" – Foto: © ZDF/Volker Roloff
In der Krimi-Komödie "Am Ruder" stellt Julia Koschitz einmal mehr unter Beweis, warum sie die Überfliegerin des Jahres ist. Wir lassen die Schauspielkarriere der charmanten Österreicherin Revue passieren.

Der Kurzhaarschnitt ist ihr Markenzeichen, doch von zu kurz gekommen, kann bei Julia Koschitz keine Rede sein. Im Gegenteil: Die am 26. Dezember 1974 in Brüssel geborene und in Frankfurt am Main aufgewachsene Österreicherin stellt im tragikomischen Krimi-Drama "Am Ruder" (am 7. Juni um 20.15 Uhr im ZDF) einmal mehr unter Beweis, dass sie sich über die letzten Jahren zur vielbeschäftigten Expertin für komplexe Frauenrollen und weibliche Schicksale im deutschen Film und Fernsehen gemausert hat.

Julia Koschitz: Die Schauspielanfänge

Dabei wollte Julia Koschitz eigentlich Ballerina werden. Als ihr jedoch bei einem Vortanzen bezüglich ihres Talents Zweifel kamen, bot ihr die Schauspielerei die Möglichkeit, das in ihr schlummernde Verlangen nach künstlerischem Ausdruck auf andere Art auszuleben. Nach ihrer Schauspielausbildung am Franz-Schubert-Konservatorium in Wien wurde die damals 24-Jährige zunächst an diversen österreichischen und deutschen Theaterbühnen heimisch, bis sie 2003 Regisseur Franz Xaver Bogner aus einer Laune heraus ein Demoband zuschickte. Die bayerische TV-Koryphähe zögerte nicht lange und besetzte Julia Koschitz 2004 als Polizeimeisterin Sandra Holzapfel in seiner neuen Vorabendserie "München 7".

Neben dieser Debütrolle, der Julia Koschitz mit gelegentlichen Cameos bis heute treu geblieben ist, erspielte sich der angehende Fernsehstar mit den Comedy-Serien "Allein unter Bauern" (2007) und "Doctor’s Diary" (2008-2011) einen Bekanntheitsgrad, der ihr Hauptrollen in smarten TV-Komödien wie "Ein Hausboot zum Verlieben" (2009) oder bewegenden TV-Dramen wie dem Messie-Portrait "Woran Dein Herz hängt" (2009) einbrachte.

Trailer zu "Shoppen" (2006)

Dass die Wahlmünchenerin auch Kino kann, erkannte als erster Regisseur Ralf Westhoff, der Koschitz 2006 in seiner preisgekrönten Ensemble-Komödie "Shoppen" besetzte und ihr fünf Jahre später die Beziehungskomödie "Der letzte schöne Herbsttag" auf den Leib schrieb.

Julia Koschitz: Der Karrieredurchbruch

So charmant und lebensecht Julia Koschitz im komödiantischen Fach auch rüberkommt – die ganze Klasse ihrer Schauspielkunst wird deutlich, wenn es richtig dramatisch wird. Eine erste Kostprobe gab die heute 42-Jährige 2011 als Suizidopfer im Grimme-Preis-gekrönten TV-Drama "Der letzte schöne Tag". Für große TV-Aufmerksamkeit sorgte Koschitz dann im Rührstück "Pass gut auf ihn auf" an der Seite von Barbara Auer (GOLDENE KAMERA 1989). In der bewegenden Dreiecksgeschichte setzt sie als krebskranke Mutter alles daran, dass ihren Mann wieder mit seiner Ex-Frau zu vereinen...

Julia Koschitz in "Pass gut auf ihn auf" (2013)

Koschitz vor Emotionalität sprühende Schauspielleistung brachte ihr verdientermaßen 2014 den Bayerischen Fernsehpreis ein und ließ ihr in der Folge die Freiheit, Rollen auszuwählen, in der die als "Gesichtstänzerin" titulierte Schauspielerin ihre Fähigkeit, nonverbal zu kommunizieren, in unterschiedlichen Sujets unter Beweis stellen konnte: Sei es als tumbe Freundin eines vermeintlichen Betrügers in "Zweimal lebenslänglich" (2015), als Liebhaberin ihres eigenen Schülers in der Siegfried-Lenz-Verfilmung "Schweigeminute" (2016) oder als gute Seele im Coming-of-Age-Kinodrama "Jonathan" (2016).

Julia Koschitz: Das Überflieger-Jahr 2017

Wie geschätzt die akribisch arbeitende Charakterdarstellerin im deutschen Film- und Fernsehbetrieb inzwischen wird, zeigt das bisherige Jahr 2017, in dem es kaum eine Qualitätsproduktion zu geben scheint, in der Julia Koschitz nicht mit von der Partie ist. Nach ihrem Gastspiel im großen ZDF-Zweiteiler "Das Sacher"...

...war die Überfliegerin des Jahres bereits neben Heino Ferch in der TV-Thriller-Episode "Spuren des Bösen – Begierde", in der Kino-Komödie "Happy Burnout" als ausgebrannte Mutter und zuletzt als Interpol-Agentin an der Seite von Heiner Lauterbach in dem Medikamentenskandal-Krimi "Gift" zu sehen...

Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) und Günther Kompalla (Heiner Lauterbach). © BR/diwafilm GmbH
Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) klärt mit Anwalt Rainer Schmid (Michael Brandner) Einzelheiten zum Verkauf der Firma "KompaPharm“. © BR/diwafilm GmbH
Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) ist überrascht als Günther Kompalla sie um ein Treffen bittet. © BR/diwafilm GmbH
Interpol-Agentin Pribeau (Julia Koschitz) und ihr tschechischer Kollege (Jakub Slodowicz).© BR/diwafilm GmbH
Interpol-Agentin Juliette Pribeau ermittelt beim indischen Pharmahersteller "Bishen". © BR/diwafilm GmbH
Von links: Pharma-Expertin Prof. Dr. Vera Edwards (Maria Furtwängler), "Poindex" - CEO Roger Adler (Martin Brambach) und der Interpol-Präsident (Francis Fulton-Smith) beim Empfang in der EU-Kommission. © BR/diwafilm GmbH
Von links: Bei den Verhandlungen zwischen "KompaPharm"-Eigentümer Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) und dem Banker Matteo Kälin (Ulrich Matthes) der Schweizer "MIG Bank", der von einem Analysten der MIG Bank (Lasse Myhr) begleitet wird, mit hartenBandagen gekämpft. © BR/diwafilm GmbH
Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) hilft der Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) in die Fertigungshallen der indischen Firma "Bishen" zu kommen. © BR/diwafilm GmbH
Katrin Kompalla (Luise Heyer) und Kiran Chitre (Arfi Lamba) arbeiten für die NGO "Global Life Protect" in den Slums von Mumbai. © BR/diwafilm GmbH
Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) auf der Suche nach seiner Tochter in den Slums von Mumbai. © BR/diwafilm GmbH
Kompalla (Heiner Lauterbach) besucht seine Tochter Katrin (Luise Heyer) in einem Krankenhaus in Mumbai. © BR/diwafilm GmbH
Interpol-Agentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) vor dem Untersuchungsausschuss der U.S. SEC. © BR/diwafilm GmbH

Julia Koschitz in "Am Ruder"

"Am Ruder" ist nicht nur Julia Koschitz vierte große Produktion des Jahres, sondern nach "Der letzte schöne Tag" und "Happy Burnout" auch die dritte Zusammenarbeit mit Wotan Wilke Möhring. Der frischgebackene GOLDENE KAMERA-Gewinner spielt im tragikomischen TV-Krimi den Fitnessstudio-Besitzer Michael Schröder, der bei einem Überfall auf seine Sparkasse als Geisel genommen wird. Der maskierte Bankräuber entpuppt sich allerdings als Bankräuberin namens Nina (Julia Koschitz)...

"Am Ruder": Nina (Julia Koschitz), wütend und entnervt, drückt Michael (Wotan Wilke Möhring) ihre Pistole an die Stirn. Foto: ZDF / Volker Roloff
Der Bankräuber (Julia Koschitz) genehmigt Michael Schröder (Wotan Wilke Möhring) ein Lebenszeichen nach draußen. Foto: ZDF / Volker Roloff
Michael Schröder (Wotan Wilke Möhring) wird bei einem Bankbesuch als Geisel genommen. Foto: ZDF / Volker Roloff
Hinter dem Bankräuber verbirgt sich eine sensible junge Frau, Nina (Julia Koschitz). Foto: ZDF / Volker Roloff
Ein Leben à la Bonnie und Clyde fände Nina (Julia Koschitz) aufregend. Foto: ZDF / Volker Roloff
Nach einem Termin bei der Bank wird Michael Schröder (Wotan Wilke Möhring) und Martin Glasner (Hubertus Hartmann) von einem Bankräuber überrascht. Foto: ZDF / Volker Roloff
Cornelius (Godehard Giese) und Elisabeth Schroeder (Inga Birkenfeld) unterhalten sich mit Dr. Enrico Brunnemeyer (Simon Licht) über Michaels Verfassung. Foto: ZDF / Volker Roloff
Michael Schröder (Wotan Wilke Möhring, zweiter von links) steht den Gästen Auerbach (Andreas Windhuis, vorne rechts) und Romano (Romano, vorne links) einer Talkshow mit Moderatorin Nina (Nina Sonnenberg, dritte von links) zur Vorstellung seines Buches Rede und Antwort. Foto: ZDF / Volker Roloff
Michael Schröder (Wotan Wilke Möhring). Foto: ZDF / Volker Roloff
Staatsanwältin Marlin Duve (Thelma Buabeng, hinten Mitte) und ihre Kollegen Jens Goede (Dirk Borchardt, l.) und Timo Hartmann (Rainer Piwek, r.) der Sonderkommission arbeiten tatkräftig daran, die Geiselnahme zu beenden. Foto: ZDF / Volker Roloff

Wie sich Geiselnehmer und Geisel zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammenraufen, bietet kurzweilige Zerstreuung und verkürzt die Wartezeit zu Julia Koschitz’ nächsten Projekten, für die sie gerade vor der Kamera steht: Hans Steinbichlers ZDF-Produktion "Der Mann, der zuviel wusste" und der für 2018 angekündigte Saarbrücken-"Tatort: Mord ex machina", in dem Julia Koschitz zum vierten Mal als "Tatort"-Episodengaststar die Schau stehlen wird – ganz so wie es sich für eine begnadete "Gesichtstänzerin" gehört.

Text: Alexander Attimonelli

Die besten Free-TV-Premieren der Woche

Das sind die besten Free-TV-Premieren vom 5. bis 11. Juni 2017.
Montag, 5. Juni: "Tatort: Amour fou" (20.15 Uhr, Das Erste)
Montag, 5. Juni: "Sherlock: Der lügende Detektiv. Foto: © Hartswood Films 2016/BBC
Dienstag, 6. Juni: "Agonie" (0.35 Uhr, Das Erste). Foto: © © BR/HFF
Mittwoch, 7. Juni: "Neu in unserer Familie: Zwei Eltern zu viel" (20.15 Uhr, Das Erste). Foto: © ARD Degeto/Christiane Pausch
Freitag, 9. Juni: "In Wahrheit - Mord am Engelsgraben" (20.15 Uhr, Arte). Foto: © ZDF/Manuela Meyer
Sonntag, 11. Juni: "Tatort: Level X" (20.15 Uhr, Das Erste). Foto: © MDR/Gordon Muehle
Sonntag, 11. Juni: "Sherlock: Das letzte Problem" (21.45 Uhr, Das Erste). Foto: © Hartswood Films 2016/BBC
Die TV-Woche vom 5. bis 11. Juni beginnt mit dem "Tatort: Level X", der hinter die Kulissen von Youtube & Co blickt, und endet mit einem genialen Staffelfinale von "Sherlock".
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