Sibel Kekillis letzter "Tatort"

Zum Abschied sucht Kommissarin Brandt alias Sibel Kekilli im Kieler "Tatort: Borowski und das Fest des Nordens" (18. Juni, 20.15 Uhr, Das Erste) einen Frauenmörder.

Sieben Jahre lang war Sibel Kekilli als Kommissarin Sarah Brandt beim "Tatort: Kiel" im Einsatz, in der neuen Folge ermittelt sie dort zum letzten Mal. "Ich habe mich der Rolle sehr verbunden gefühlt, aber es ist Zeit für eine Veränderung", sagte sie zu ihrem Ausstieg. Ob ihr Kollege Axel Milberg alias Kommissar Klaus Borowski künftig allein arbeitet, wurde noch nicht bekannt gegeben. Einen harmonischen Abschied gibt es nicht: In ihrem letzten gemeinsamen Fall geraten die beiden heftig aneinander.

Was passiert im Kieler "Tatort"?

Die ganze Stadt feiert die Kieler Woche, aber bei den Kommissaren Borowski und Brandt kommt keine Partystimmung auf. Sie müssen den Mord an einer Frau aufklären, die in einer leeren Wohnung eines Abrisshauses erschlagen wurde. Für Borowski ist sofort klar, dass es sich bei dem Täter um einen Mann handeln muss. Dieser sei wohl von der Frau genervt gewesen.

Ohnehin entwickelt er im Lauf der Ermittlungen auffällig viel Verständnis für den Gesuchten – sehr zum Ärger von Kollegin Brandt. Die Zuschauer wissen von Beginn an, dass Roman Eggers (Mišel Matičević) der Täter ist. Sie erfahren aber nicht sofort, was ihn zu der Tat getrieben hat und was er vielleicht noch im Schilde führt.

Wer ist dabei?

Mišel Matičević steht klar im Zentrum dieser Episode, die ihm schauspielerisch einiges abverlangt. "Die Figur des Roman Eggers gehört zu meinen intensivsten Rollen", sagt er. "Der Mann agiert mit dermaßen viel Wucht und Vehemenz, dass ich abends nach den Drehs immer total erschöpft war." Als Exfrau von Eggers ist Franziska Hartmann zu sehen. Sie gehört zum Ensemble des Thalia Theaters in Hamburg.

Was ist das Besondere?

Die Vorlage für diese Episode schrieb der 2015 verstorbene schwedische Erfolgsautor Henning Mankell, von dem unter anderem die Reihe mit Kommissar Kurt Wallander stammt. Mankells Geschichte adaptierte der Autor Markus Busch für das Drehbuch. Regie führte der Düsseldorfer Experimentalfilmer Jan Bonny. Zuletzt legte er das viel diskutierte ARD-Psychodrama "Über Barbarossaplatz" vor.

Wertung

Wacklige Kamera, schreiende Schauspieler und Gewaltszenen: ein Experimentalfilm, der viel zu bedeutsam sein will. Und warum ist Borowski plötzlich so ein Unsympath? Im letzten Drittel wird es immerhin ein bisschen spannend.

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