"RTL Samstag Nacht": Das große Comeback?

Die "Nonnen" Esther Schweins (li.) und Tanja Schumann begrüssen Stargast Campino von den "Toten Hosen". Foto: © RTL
Das Team von "RTL Samstag Nacht": Stefan Jürgens, Olli Dittrich, Tanja Schumann, Mirco Nontschew; v.li. vorne: Wigald Boning, Thomas Krappweis und Esther Schweins (v.l.). Foto: © RTL
Esther Schweins und Stefan Jürgens verkünden die "Samstag Nacht News". Foto: © RTL
"Zwei Stühle - eine Meinung" mit Olli Dittrich (li.) und Wigald Boning. Foto: © RTL
Tanja Schumann, Stefan Jürgens (M.) und Olli Dittrich präsentieren skurrile Wortverdreher in der "Stamm"-Sketchszene "Kentucky Schreit Ficken". Foto: © RTL
Olli Dittrich in "RTL Samstag Nacht". Foto: © RTL
"Zwei Stühle-eine Meinung" mit Wigald Boning (re.) und Olli Dittrich. Foto: © RTL
Mirco Nontschew als "David Wetterman" interviewt "den Schnupfen". Foto: © RTL
"Zwei Stühle - eine Meinung" mit Olli Dietrich (li.) als Beate Uhse und Wigald Boning. Foto: © RTL
"Zwei Stühle - eine Meinung" mit Olli Dittrich (li.) als Boris Becker und Wigald Boning. Foto: © RTL
"Das "RTL Samstag Nacht"-Team: Mirco Nontschew, Stefan Jürgens, Esther Schweins, Tanja Schumann, Olli Dittrich und Wigald Boning (v.li.). Foto: © RTL
Hugo Egon Balder und die Comedians von "RTL Samstag Nacht". Foto: © RTL
In den 90ern war "RTL Samstag Nacht" legendär. Das Vorbild ist in den USA wieder ein Hit. Wird die Comedy-Show bei uns neu aufgelegt?

Die Comedy-Könige von "RTL Samstag Nacht" feierten von 1993 bis 1998 Riesenerfolge, fast zwei Millionen Zuschauer schalteten die Nonsens-Show gegen Mitternacht ein. Aus Nobodys wie Olli Dittrich oder Esther Schweins wurden Stars, die Sketche waren montags im Büro Gesprächsthema. Für die Talkparodie "Zwei Stühle – Eine Meinung" gab es den Grimme-Preis, Wigald Boning und Dittrich verdrängten als Die Doofen 1995 sogar Take That von Platz eins der Album-Charts.

Zwei Stühle – Eine Meinung: Franz Beckenbauer über Lothar Matthäus (1995)

Hit in den USA

Heute ist die Comedy-Show mit wechselnden Gaststars, Musik und bösen Sketchen wieder ein Hit – allerdings nur in den USA. "Saturday Night Live", seit 1975 bei NBC auf Sendung und seinerzeit Vorbild für die RTL-Show, verzeichnete jüngst die höchsten Einschaltquoten seit zwei Jahrzehnten. Zu verdanken hat das das Liveprogramm saukomischen Persiflagen aufs Weiße Haus, in denen Alec Baldwin als trotteliger US-Präsident Trump brilliert.

Alec Baldwin als Donald Trump

RTL Plus zeigt 40 Best-of-Folgen

Angesichts dieses Erfolgs müssen sich die Entscheider von RTL fragen lassen, warum sie so ein Format nicht wiederbeleben, sondern momentan nur recyclen. Derzeit hat der Retro-Spartensender RTL Plus den rund zwanzig Jahre alten Klassiker im Programm: "Auf vielfachen Zuschauerwunsch zeigen wir jetzt 40 halbstündige Best-of-Folgen", sagt Jan Peter Lacher, Leiter von RTL Plus und Programmplaner bei RTL. Die ersten drei Folgen am Stück zeigt RTL Plus am 24. Juni, ab 22.40 Uhr.

Hugo Egon Balder hat eine Vermutung, warum die Verantwortlichen nicht gerade wild auf einen Neustart von "RTL Samstag Nacht" sind: "In Deutschland heißt es bei solchen Versuchen fast schon automatisch, das sei ein lauer Aufguss und reiche nicht ans Original heran."

Vorbild "Saturday Night Live"

Balder war in den 90ern Produzent der Sendung, zusammen mit seinem Freund Jacky Dreksler, der für wenig Geld die Formatrechte in den USA gekauft hatte: "'Saturday Night Live' war unser Vorbild. Ich weiß, dass Lorne Michaels, der Schöpfer der Show, unsere erste Staffel genau angeguckt hat. Er wollte kontrollieren, ob wir Gags übernehmen, denn die hätten noch mal deutlich mehr gekostet." Doch die deutschen Macher setzten lieber auf eigene Pointen – und auf Comedians, die Balder selbst castete: "Unterhaltungschef Marc Conrad, der damals die Idee zur Sendung hatte, wollte Leute wie Dirk Bach und Hella von Sinnen engagieren. Aber die waren schon lange als Solisten erfolgreich – und wir brauchten Teamplayer, deshalb haben wir nach unbekannten Gesichtern gesucht. Das Ensemble war in dieser Zusammenstellung dann ein großer Glücksfall", erinnert sich der 67-Jährige.

"RTL Samstag Nacht" - Dieser Trailer zeigt das Beste aus allen fünf Staffeln

Die Erfahrung der Produzenten war ein weiterer Grund für den Erfolg. "Man muss einen an der Waffel haben – im positiven Sinne. Also schon mal etwas mit Humor zu tun gehabt haben. Und das Künstlerleben kennen, kein Schreibtischtäter sein", sagt Balder. Jacky Dreksler und er seien für das Team Mutter, Vater, Bruder, Schwester gewesen – und manchmal auch der Pfarrer. "Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir das noch einmal antun würde. Es war schon sehr kräftezehrend."

Wird es eine Comeback geben?

Auch die Produktionsbedingungen müsste man sich heute erst erkämpfen: "Voraussetzung für einen Erfolg wäre, dass keiner reinquatscht. RTL hat uns damals völlige Freiheit gelassen", sagt er. Eine weitere Schwierigkeit: In den USA macht sich Hollywoods A-Liga gern in Gastauftritten zum Affen, von Tom Hanks über Scarlett Johansson bis Kevin Spacey. Deutsche Stars sind nach Balders Erfahrung zu sehr um ihr Image besorgt, viele hätten ihm damals abgesagt.

Einen Versuch, eine neue Ensemble-Comedy-Show zu starten, gab es bereits: 2014 zeigte der WDR "Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben von ...". Doch nach nur zwei Staffeln kam das Aus. "Eine geile Sendung", sagt Balder. "Für mich waren ihre Comedians die legitimen Nachfolger von 'Samstag Nacht'. Der WDR hat leider nicht gemerkt, was für einen Schatz er da hat. Er ließ die Sendung nur im Dritten laufen, anstatt mal auf die Kacke zu hauen und sie im Ersten zu zeigen."

"Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben von ...": Palina Rojinski - Dad Bod

Bis jemand Mutiges es erneut versucht, können wir nur neidvoll in die USA blicken. Für den echten Donald Trump ist "Saturday Night Live" übrigens "wirklich schlechtes Fernsehen", wie er auf Twitter schrieb.

Die Macher der Show dürften das durchaus als Kompliment empfunden haben.

Die "Tatort"-Saison 2016/2017 im Rückblick

Das "Tatort"-Team aus Münster: Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, l) und Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl). Foto: © WDR/Markus Tedeskino
Der "Tatort: Fangschuss" mit Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) brach mit 14,56 Millionen Zuschauer einen neuen Rekord. Foto: © WDR/Thomas Kost
Der letzte Tatort vor der Sommerpause war auch das Aus für Sarah Brandt (Sibel Kekilli). Klaus Borowski (Axel Milberg) ermittelt im Kieler "Tatort" weiter. Foto: © NDR/Christine Schroeder
In ihrem letzten Fall muss Klara Blum (Eva Mattes, l.) abdrücken. Foto: © SWR/Patrick Pfeiffer
Kriminalkommissar Mario Kopper (Andreas Hoppe) und Kommissarin Lena Odental (Ulrike Folkerts) sind voraussichtlich nur noch bis Ende des Jahres ein Team.
Das Dresdner "Tatort"-Team: Die Oberkommissarinnen Karin Gorniak (li., Karin Hanczewski) und Heni Sieland (re, Alwara Höfels) und Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach. Foto: © MDR/Gordon Muehle
Das Frankfurter "Tatort"-Team: Hauptkommissar Paul Brix (Wolfram Koch, l.) und Hauptkommissarin Anna Janneke (Margarita Broich). Foto: © HR/Degeto/Bettina Müller
Das Kölner "Tatort"-Team: Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r). Foto: © WDR/Martin Menke
Das Wiener "Tatort"-Team: Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und seine Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser). Foto: © ARD Degeto/ORF/Hubert Mican
Devid Striesow alias Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink. Foto: © SR/Manuela Meyer
Das "Tatort"-Team aus Weimar: Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen). Foto: © MDR/Neugebauer
Das "Tatort"-Team aus Bremen: Hauptkommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) und Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel). Foto: © Radio Bremen/Christine Schroeder
Das Berliner "Tatort"-Team: Karow (Mark Waschke) und Rubin (Meret Becker). Foto: © rbb/Arnim Thomaß
Das "Tatort"-Team aus München: Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl). Foto: © ARD Degeto/BR/Walter Wehner
Das Dortmunder "Tatort"-Team: die Kommissare Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Bönisch (Anna Schudt). Foto: © WDR/Thomas Kost
Das "Tatort"-Team aus Franken: Die Kommissare Felix Voss (Fabian Hinrichs), Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt), Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel). Foto: © BR/Rat Pack Filmproduktion GmbH/Bernd Schuller
Allein auf weiter Flur: Ulrich Tukur (als Felix Murot). Foto: © HR
Das "Tatort"-Team aus Luzern: Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) Foto: © ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler
Das "Tatort"-Team aus Stuttgart: Thorsten Lannert (Richy Müller, r.) und Sebastian Bootz (Felix Klare, l.). Foto: © SWR/Johannes Krieg
Ermittelt alleine: Kommissarin Lindholm (Maria Furtwängler). Foto: © NDR/Meyerbroeker
Die GOLDENE KAMERA blickt zurück auf die letzten 12 Tatort-Monate.
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