Das nervt am Fernsehen: Programmänderungen

Besonders ärgerlich für die Fernsehzuschauer: kurzfristige Programmänderungen.
Foto: picture alliance/KEYSTONE
Programmänderungen sind das häufigste Ärgernis für die Fernsehzuschauer. Wir forschen nach ihren Ursachen.

Kürzlich zeigte RTL II "Werner - Das muss kesseln!!!" anstelle des angekündigten Formats "Der Trödeltrupp". Ein anderes Mal verärgerte Sat.1 die Fans von "Richter Alexander Hold", weil der Sender an seiner Stelle plötzlich "Die Ruhrpottwache" ausstrahlte. Und ZDFneo verschob ohne Vorwarnung die nächtliche Wiederholung der beliebten Serie "Die Brücke - Transit in den Tod".

Die Ursachen für Programmänderungen

In den sozialen Netzwerken ärgern sich die Zuschauer über solche Programmumstellungen und auch die Leserredaktionen der Programmzeitschriften erhalten einen Berg von Briefen mit Beschwerden - Tendenz steigend.

Doch was sind die Gründe für derart plötzliche Programmänderungen, welche Entschuldigungen haben die Sender dafür auf Lager? Wir haben nachgefragt.

Die Konkurrenz

Fast bis zur letzten Minute vor der Ausstrahlung tobt mittlerweile der Kampf um die Quote. Und der verläuft so: Sobald ein TV-Sender veröffentlicht, welchen Spielfilm er etwa an einem Samstagabend um 20.15 Uhr zeigen will, reagieren die anderen mit Änderungen. Sie platzieren etwa vermeintlich konkurrenzfähige Filme oder verschieben Show- und Serienstarts, die möglicherweise beim Publikum untergehen könnten.

Ein Sendersprecher erklärt ganz offen: "Wir ändern auch mal, wenn wir einer neuen Fernsehserie einen guten Start ermöglichen wollen und die Wettbewerber starke Formate derselben Programmfarbe dagegensetzen." Doch selbst wenn diese erste Welle des Konkurrenz-Scans verebbt ist und die Programmzeitschriften mit Änderungsmeldungen überflutet wurden, folgen noch eine zweite, dritte, vierte Welle. Selbst lange nach Druckschluss der TV-Magazine "optimieren" einige Sender noch ihr Programm. Das passiert übrigens auch, wenn eine neue Sendung schwächelt.

Schlechte Quoten

Wenn etwa eine Serie im kommerziellen TV mehrfach miese Quoten holt, müssen die Programmmacher schnell reagieren, Werbekunden könnten auf Preisanpassungen für ihre Spots bestehen. So wurde der US-Hit "Shades of Blue" mit Jennifer Lopez von RTL nach nur zwei Folgen kurzerhand von der Primetime ins Spätprogramm verbannt - für die Controller absolut verständlich, nicht aber für die Fans.

Schwächelnde Formate

Am häufigsten ändern private Free-TV-Sender ihr Programm. Und nicht selten, so scheint es, weil sie eingekauften Formaten nicht trauen. So kündigte Sat.1 im Oktober die US-Serie "Rush Hour" für den Sonntagabend an. Plötzlich wurde der Start auf unbestimmte Zeit verschoben - und irgendwann tauchte "Rush Hour" ohne viel Rummel beim kleinen Schwestersender ProSieben Fun wieder auf. Manchmal werden schwächelnde Formate auch ganz aus dem Programm gekickt, wie "Crime Scene Riviera", das Sat.1 kurzfristig u. a. durch eine "Titanic"-Wiederholung ersetzte - Lückenfüller finden sich immer im Archiv, und wenn es "Dirty Dancing" ist.

Aktuelle Anlässe

Doch auch die öffentlich-rechtlichen Sender verschonen ihre Zuschauer nicht mit Änderungen. ARD und ZDF hängen aus aktuellem Anlass häufig "Brennpunkte" & Co. an ihre Nachrichten. Ärgerlich, wenn der Festplattenrekorder für den "Tatort" auf 20.15 Uhr programmiert war - dennoch der einzig wirklich plausible Anlass, das angekündigte Programm über den Haufen zu werfen.

Mensch, den kenn ich doch!

Den halbnackten heißen Typen kennt man doch? Hier in "Familiengeheimnisse"- Foto: ZDF/Carlo Rola
Barnaby Metschurat (42) begann mit "Unser Lehrer Doktor Specht" und war zuletzt im "Ostfriesenkiller" zu sehen. Foto: Getty Images
Dieser Schauspieler (links) ist seit 2013 beim "Taunuskrimi" dabei. Eigentlich kennt man ihn aber aus diversen Kinoproduktionen. Foto: ZDF /christian lüdeke
Michael Schenk (51) spielte schon bei "Nichts als die Wahrheit" (1999), "Duell – Enemy at the Gates" (2001), "Napola – Elite für den Führer" (2004), "München" (2005), "Der Baader Meinhof Komplex" (2008), "Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte" (2009), "Zeiten ändern dich" (2010) und "Die Friseuse" (201) mit. Foto: Getty Images
Dieser Star (rechts) spielt oft den Bösewicht (hier in "Mörder auf Amrum"). Foto: ZDF/Hermann Ebling .
Auch in "Ein Fall für Zwei" zeigt er sich von seiner fiesen Seite. Foto: ZDF/Andrea Enderlein
Es ist Roeland Wiesnekker (49). Er bekam sogar eine Oscarnominierung für den Kurzfilm "Auf der Strecke". Foto: Getty Images
Dieser Schauspieler rechts spielt von "Soko Wismar" bis... Foto: ZDF/Marc Meyerbroeker
..."Tatort Dresden" in fast allen großen Krimireihen mit. Foto: MDR/Gordon Muehle
Martin Brambach (Jhg. 67) erhielt dieses Jahr den Deutschen Fernsehpreis für "Der Fall Barschel" . Foto: Getty Images
Nicht nur im "Spreewaldkrimi" ein bekanntes Gesicht. Foto: ZDF und Roland Suso Richter
Thorsten Merten kennt man auch an der Seite von Iris Berben in "Africa mon Amour". Foto: Getty Images
Dieser SOKO-Star (eigentlich SOKO 5113 hier in SOKO Köln) kennen viele vor allem zusammen.... Foto: ZDF/Michael Böhme
...mit seiner Partnerin Jasmin Tabatabai (50). Foto: Getty Images
Andreas Pietschmann (48). Foto: Getty Images
Dieser Schauspieler glänzte im Frühjahr im Mehrteiler "Honigfrauen". Foto: ZDF / Stefan Erhard
Aber auch in "Wolfsland". Foto: MDR/Steffen Junghans
Götz Schubert (54) spielte schon in rund hundert Produktionen mit. Foto: MDR/Steffen Junghans
Auch der Schauspieler links glänzte in "Honigfrauen". Foto: ZDF / Stefan Erhard
Sein Name: Franz Dinda (34), ist zwar kurz aber noch nicht in aller Munde. Foto: Getty Images
Dieser Promi spielte an der Seite von Anja Kling in "Der gleiche Himmel". ZDF / Bernd Schuller
Seinen Namen kann man sich eigentlich ganz gut merken: Godehard Giese (Jhg. 72). Foto: Getty Images
Ein beliebter Bösewicht im "Tatort". Foto: © BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden
Martin Feifel (53) bekam schon den Grimme und den Deutschen Fernsehpreis. Foto: Getty Images
Hier ist der bekannte Schauspieler in "Polizeiruf 110" zu sehen. Foto: MDR/Christine Schroeder
Sein Name ist Ronald Kukulies (45), zugegeben kein Name, der leicht über die Lippen kommt. Foto: Getty Images
Dieser Star glänzte im Juni zuletzt im ARD-Film "Atempause". MDR/Volker Roloff
Carlo Ljubek (41) hat ein sehr charismatisches Gesicht, zu dem man sich dringend auch den Namen merken muss. Foto: Getty Images
Wer ist hier mal wieder im "Tatort" zu sehen? © Das Erste
Der Belgier Filip Peeters (54) hatte bereits mehrere Tatort-Einsätze als "Edel-Bösewicht" und spielte auch einzelne Rollen in "Bella Block", "Rosa Roth", "Wolffs Revier", "SOKO Leipzig" oder "Polizeiruf 110". In der TV-Serie "Salamander" wechselte er 2012 die Fronten und spielte in der Hauptrolle einen Polizisten. © Foto: Getty Images
In "Die Dasslers" spielte er Rudi, der Geschäftsmann und Tüftler hinter Puma. Foto: RTL / Willi Weber
Torben Liebrecht (39) war im April dieses Jahres auch im Kinofilm "Happy Burnout" zu sehen. Der Schauspieler schreibt auch Drehbücher und arbeitet als Regisseur. Foto: Getty Images
Kennen sie dieses Gesicht? Der Schauspieler ist zur Zeit an der Seite von Jessica Schwarz in "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner" im Kino zu sehen. Foto: Christoph Assmann/Berlin
Es ist Christoph Letkowski (35) hat von "GZSZ" bis "Tatort" überall schon sein markantes Gesicht gezeigt. Foto: Getty Images
Kennen sie den Mann, der hier in "Die Holzbaronin" so schön die Arme verschrenkt? Vom sehen auf jeden Fall, meistens aber eher als Bösewicht. Foto: Getty Images
Dirk Borchardt (48) ist ein alter Hase als TV-Bösewicht. Seit fast 20 Jahren tritt er regelmäßig als Krimineller im "Tatort" oder "Polizeiruf" auf. Wenn Borchardt zum Einsatz kommt, hat der Schurke meist mehr Muskeln als Hirn. Foto: Getty Images
An der Seite von Laura Tonke brillierte dieser Schauspieler in "Hedi Schneider steckt fest". Kennen Sie auch seinen Namen? Foto: ZDF / Nikolai von Graevenitz
Es ist Hans Löw. Er spielte schon in "Männer wie wir" (2004), "Knallhart" (2006), "Chiko" (2008) und "Rubbeldiekatz" (2011) mit. Foto: dpa
Dieser Mann mit Bart kann sowohl böse als auch gute Rollen charmant verkörpern. Wer ist hier in "SOKO Stuttgart" zu sehen? © ZDF/Markus Fenchel
Es ist Thomas Sarbacher (56). Der Schauspieler war bereits zwei mal für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. 2004 für "Der Elefant – Mord verjährt nie" (Sat1) und 2008 für "Bella Block". Foto: picture alliance / BREUEL-BILD
An wen klammer sich Anja Kling in der "Spreewaldkrimi-Reihe"? Foto: ZDF/Roland Suso Richter
Es ist Kai Scheve (51), der nicht nur im Spreewald, sondern auch in der "Taunuskrimi-Reihe" mitwirkt. Foto: dpa
Irgendwie ein bekanntes Gesicht? Wer telefoniert da bei "Um Himmels Willen"? Foto: ARD/Barbara Bauriedl
Es ist Jürgen Tonkel (54), ein Mann, den man auch aus der Paulaner Werbung kennt. Foto: dpa
Wer sitzt da im Dunklen bei "Verräter- Tod am Meer"? Foto: ZDF/Bella Halben
Es ist Anian Zollner (48). Der Schauspieler hat schon in den Kinofilmen "Luther" (2004), "Hilde" (2009) und "Gefährten" (2011) mitgespielt. Foto: MDR
Wer hält da im "Polizeiruf 110" seine Hand an den Sensor? Foto: MDR/Junghans
Es ist Rolf Kanies (59), der gerade in "Der junge Karl Marx" im Kino zu sehen ist. Foto: Getty Images
Wer kniet da in "Familie verpflichtet"? Foto: rbb/NDR/Heimathafen Film & Media GmbH
Es ist Maximilian von Pufendorf (Jhg. 1976). Ihn kennt man aus den "Buddenbrooks" (2008) und der SAT.1-Serie "Auf Herz und Nieren". Foto: Getty Images
Sein Gesicht kennt man. Hier ist er in "Wer Wind sät" zu sehen. Foto: ZDF/Johannes Krieg
Peter Benedict (53) spielte auch schon in internationalen Filmen wie "Fay Grim" und "Sinking the Lusitania – Murder on the Atlantic" mit. Foto: dpa
Welcher Mann wird da so strahlend in "Der Lehrer" umarmt? Foto: dpa/ Henning Kaiser
Der Lehrer Karl Siewers ist Rainer Piwek (Jhg. 1965), ein Schauspieler, der auch als Musiker an Gitarre, Bass und mit Gesang glänzt. Foto:dpa/ Horst Galuschka
Kennen Sie das Gefühl: Den habe ich doch schon 1000 mal im Fernsehen gesehen. Aber der Name? Fehlanzeige! GOLDENE KAMERA stellt bekannte und erfolgreiche, deutsche Schauspieler vor, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.
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