TV-Event der Woche: "Schweinskopf al dente"

Erstmals im Free-TV: Nach "Dampfnudelblues" und "Winterkartoffelknödel" kriegen es die Provinzkrimi-Spürnasen Sebastian Bezzel und Simon Schwarz mit einem Psychopathen zu tun.

Rita Falks Krimi-Bestseller über den bayerischen Provinz-Polizisten Franz Eberhofer haben in Deutschlands Schmökergemeinde schnell Kultstatus erreicht. Dass aber auch die ersten beiden Verfilmungen "Dampfnudelblues" (2013) und "Winterkartoffelknödel" (2014) das Zeug zu nationalen Kino-Blockbustern mit jeweils über 500.000 Zuschauern haben würden, kam für manche doch etwas überraschend. Ganz im Gegensatz zum obligatorischen dritten Streich "Schweinskopf al dente", der am 26. Juli um 20.15 Uhr erstmals im Free-TV (Das Erste) läuft, und sich als Produkt eines im besten Sinne eingespielten Teams erweist...

Darum geht's in "Schweinskopf al dente"

Ganz schlechte Zeiten für Dorfpolizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel): Erst zieht On-Off-Freundin Susi (Lisa Potthoff) von dannen, um am Gardasee mit ihrem italienischen Spusi Luca ein neues Leben zu beginnen. Und dann quartiert sich auch noch Moratschek (Sigi Zimmerschied) bei ihm ein. Eberhofers Dienststellenleiter hatte in seinem Bett einen abgetrennten Schweinskopf gefunden und macht den entflohenen Psychopathen Dr. Küstner (Gregor Bloéb) dafür verantwortlich, der Moratschek einst Rache geschworen hatte. Während sich der ungebetene Hausgast und Eberhofers Alt-Hippie-Vater (Eisi Gulp) glänzend verstehen, versucht Franz mit Hilfe seines Ex-Kollegen Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) hinter Küstners mörderischen Pläne zu kommen, damit endlich wieder Normalität in Niederkaltenkirchen einkehren kann...

Trailer zu "Schweinskopf al dente"

GOKA-Kritik zu "Schweinskopf al dente"

Als "Schweinskopf al dente" 2016 im Kino lief, bemängelten viele Kritiker, dass Regisseur Ed Herzog nur eine Erfolgsformel ausschlachten würde und dabei nicht einmal einen richtigen Kriminalfall zu bieten hat. Der Vorwurf fehlender Inspiration greift aber selber zu kurz, denn wie in den zugrundeliegenden Romanen besteht auch in der dritten Verfilmung der Reiz genau darin, liebgewonnene Figuren in neuen Schabernack-Situationen nach bekanntem Muster zu erleben. Und unter dieser Prämisse werden Fans der bisherigen Rita-Falk-Filme auch bei "Schweinskopf al dente" saumäßigen Spaß daran haben, wie Ex-"Tatort"-Kommissar Sebastian Bezzel in seiner griesgrämigen Paraderolle glänzend mit skurrilen Kult-Charakteren wie Daniel Christensens Flötzinger harmoniert und in diesem bis zum Ufer des Gardasees führenden Chaos-Trip erneut mit vollem Schmackes in die Abgründe hinter der vermeintlichen Bilderbuch-Idylle der Alpenregion eintaucht.

Making of zu "Schweinskopf al dente" (2016)

GOKA-Wertung

Muss ich sehen, weil...

...Sebastian Bezzel & Co. auch bei ihrem dritten Provinzkrimi-Einsatz fehlenden Anspruch mit großer Schauspielfreude kompensieren. Und weil sich Fan damit perfekt auf die vierte Rita-Falk-Verfilmung einstimmen kann, die am 3. August ins Kino kommt...

Trailer zu "Grießnockerlaffäre" (Kinostart: 3.8.2017)

Für Fans von...

..."Das ewige Leben" (2015) und den anderen drei Filmen der "Brenner"-Krimiverfilmungen mit Josef Hader.

Die besten Free-TV-Premieren der Woche

In der TV-Woche vom 24. bis 30. Juli prallen in "Der Richter - Recht oder Ehre" die zwei Kinogiganten Robert Downey Jr. und Robert Duvall aufeinander und in "Schweinskopf al dente" sorgt Sebastian Bezzel für bissigen bayerischen Mordsspaß.
Mehr lesen