TV-Event der Woche: "Pride"

Regisseur Matthew Warchus inszenierte mit "Pride" (16. August, 20.15 Uhr, Arte) ein stolzes Kapitel britischen Zusammenhalts: Schwule helfen streikenden Bergleuten.

"Pride" basiert auf wahren Begebenheiten: Als 1984 britische Bergleute gegen die Thatcher-Politik streiken, bekommen sie Unterstützung von einer mutigen Gruppe junger Homosexueller.

Trailer zu "Pride"

Darum geht's in "Pride"

Schwule und Lesben gehen in London zunächst für ihre eigenen Rechte auf die Straße, doch dann kommt dem jungen Aktivisten Mark Ashton (Ben Schnetzer) eine Idee. Spontan beginnt er mit seinen Freunden aus Solidarität Geld für die Gewerkschaft der Bergleute zu sammeln. Schließlich werden beide Gruppen von denselben Akteuren diskriminiert: Margaret Thatcher, der Polizei und der Boulevardpresse.

Das Aktionsbündnis "Lesben und Schwule für die Bergarbeiter" sammelt mehr Spenden für die Bergarbeiter, als irgendeine andere Gruppe, doch die Hilfe kommt bei der Gewerkschaft gar nicht gut an - Homophobie dominiert in der britischen Gesellschaft. So wendet sich die Gruppe direkt an die Bergleute und findet dankbare Abnehmer im kleinen walisische Bergwerkskaff Onllwyn, die den Bergarbeiter Dai Donovan (Paddy Considine) nach London schicken. Allerdings war den Streikenden nicht klar, von wem das Geld stammt. Die Bergarbeitergemeinschaft steht nun vor dem Problem, die Spendensammler zu sich einladen zu müssen.

Als die Schwulen und Lesben in das Dorf kommen müssen sie erleben, dass sie auch hier nicht gern gesehen sind. Doch als sie den Streikenden Tipps geben, wie man die inhaftierten Bergleute aus dem Gefängnis rausholen kann, bricht das Eis. Als dann auch noch auf einer gemeinsamen Party der schwule Jonathan (Dominic West) mit einem Tanz die Frauen begeistert und die Männer des Dorfes von ihm lernen wollen, nähern sie sich sogar freundschaftlich an.

Doch als eine Journalistin aus dem Dorf einen negativen Artikel schreibt, scheint das Projekt gescheitert. Aktivisten und Bergarbeiter sammeln noch einmal ihre letzten Kräfte und nutzen die gegnerischen Stimmen für sich selbst – auf eine Weise, mit der niemand gerechnet hat …

Hintergrund

Regisseur Matthew Warchus inszeniert in seinem zweiten Film ein stolzes Kapitel britischen Zusammenhalts. Im Abspann erfährt der Zuschauer, dass die Handlung zum großen Teil auf einer wahren Begebenheit beruht. Aber nicht nur die Handlung, sondern auch die Charaktere entsprechen realen Vorbildern. "Pride" wurde mit der Queer Palm in Cannes ausgezeichnet und für einen Golden Globe sowie drei BAFTA-Awards nominiert.

GOKA-Wertung

Trotz seiner auf Unterhaltung ausgelegten Handlung behandelt der Film Konflikte, die die britische Gesellschaft in den 1980er Jahren prägten. Dem Film kommt der große Verdienst zu, sich einer eindrucksvollen Geschichte, die bis dato nahezu unbekannt war, angenommen und für ein breites Publikum zugänglich gemacht zu haben.

Muss ich sehen, weil...

... hier Regisseur Matthew Warchus eine einzigartige Geschichte von Solidarität über Gesellschaftsschichten hinweg erzählt.

Für Fans von...

"Billy Elliot" (2000) und "Brassed Off" (1997)

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