TV-Event der Woche: "Pride"

Bei der "Gay Pride"-Demonstration in London am 29. Juni 1985 unterstützen Bergarbeiter die Lesben- und Schwulen-Bewegung. Ein Akt der Solidarität und zugleich ein Dank für deren Unterstützung bei ihrem eigenen Streik.
"Walisische Männer tanzen nicht": Jonathan (Dominic West) bricht alte und verhärtete Gewohnheiten auf und bekommt dafür von der ganzen walisischen Gemeinde Zuspruch.
Die Mitglieder der Gruppe "Schwule und Lesben für die Bergarbeiter".
Bergarbeiter Dai (Paddy Considine, Mi.) sammelt in einem Schwulen-Club Geld für seine streikende Zunft. Zudem bedankt er sich bei der schwulen und lesbischen Community für deren unerwartete Unterstützung.
Unter dem Namen „Schwule und Lesben für die Bergarbeiter“ beschließt eine Gruppe junger Londoner, für die Streikenden Geld zu sammeln und um Aufmerksamkeit zu werben. Ihr Wortführer ist Mark (Ben Schnetzer, Mi.).
Regisseur Matthew Warchus inszenierte mit "Pride" (16. August, 20.15 Uhr, Arte) ein stolzes Kapitel britischen Zusammenhalts: Schwule helfen streikenden Bergleuten.

"Pride" basiert auf wahren Begebenheiten: Als 1984 britische Bergleute gegen die Thatcher-Politik streiken, bekommen sie Unterstützung von einer mutigen Gruppe junger Homosexueller.

Trailer zu "Pride"

Darum geht's in "Pride"

Schwule und Lesben gehen in London zunächst für ihre eigenen Rechte auf die Straße, doch dann kommt dem jungen Aktivisten Mark Ashton (Ben Schnetzer) eine Idee. Spontan beginnt er mit seinen Freunden aus Solidarität Geld für die Gewerkschaft der Bergleute zu sammeln. Schließlich werden beide Gruppen von denselben Akteuren diskriminiert: Margaret Thatcher, der Polizei und der Boulevardpresse.

Das Aktionsbündnis "Lesben und Schwule für die Bergarbeiter" sammelt mehr Spenden für die Bergarbeiter, als irgendeine andere Gruppe, doch die Hilfe kommt bei der Gewerkschaft gar nicht gut an - Homophobie dominiert in der britischen Gesellschaft. So wendet sich die Gruppe direkt an die Bergleute und findet dankbare Abnehmer im kleinen walisische Bergwerkskaff Onllwyn, die den Bergarbeiter Dai Donovan (Paddy Considine) nach London schicken. Allerdings war den Streikenden nicht klar, von wem das Geld stammt. Die Bergarbeitergemeinschaft steht nun vor dem Problem, die Spendensammler zu sich einladen zu müssen.

Als die Schwulen und Lesben in das Dorf kommen müssen sie erleben, dass sie auch hier nicht gern gesehen sind. Doch als sie den Streikenden Tipps geben, wie man die inhaftierten Bergleute aus dem Gefängnis rausholen kann, bricht das Eis. Als dann auch noch auf einer gemeinsamen Party der schwule Jonathan (Dominic West) mit einem Tanz die Frauen begeistert und die Männer des Dorfes von ihm lernen wollen, nähern sie sich sogar freundschaftlich an.

Doch als eine Journalistin aus dem Dorf einen negativen Artikel schreibt, scheint das Projekt gescheitert. Aktivisten und Bergarbeiter sammeln noch einmal ihre letzten Kräfte und nutzen die gegnerischen Stimmen für sich selbst – auf eine Weise, mit der niemand gerechnet hat …

Hintergrund

Regisseur Matthew Warchus inszeniert in seinem zweiten Film ein stolzes Kapitel britischen Zusammenhalts. Im Abspann erfährt der Zuschauer, dass die Handlung zum großen Teil auf einer wahren Begebenheit beruht. Aber nicht nur die Handlung, sondern auch die Charaktere entsprechen realen Vorbildern. "Pride" wurde mit der Queer Palm in Cannes ausgezeichnet und für einen Golden Globe sowie drei BAFTA-Awards nominiert.

GOKA-Wertung

Trotz seiner auf Unterhaltung ausgelegten Handlung behandelt der Film Konflikte, die die britische Gesellschaft in den 1980er Jahren prägten. Dem Film kommt der große Verdienst zu, sich einer eindrucksvollen Geschichte, die bis dato nahezu unbekannt war, angenommen und für ein breites Publikum zugänglich gemacht zu haben.

Muss ich sehen, weil...

... hier Regisseur Matthew Warchus eine einzigartige Geschichte von Solidarität über Gesellschaftsschichten hinweg erzählt.

Für Fans von...

"Billy Elliot" (2000) und "Brassed Off" (1997)

Bildergalerie: Das sind die TV-Highlights im Herbst

Diese TV-Highlights werden uns im Herbst 2017 begeistern.
"Das Verschwinden" mit Elisa Schlott, li. und Julia Jentsch (ab Herbst 2017, Das Erste).
"Der 7. Tag" (Herbst 2017, ZDF) mit Sibylle Thalheim (Stefanie Stappenbeck).
"Schuld 2" mit Moritz Bleibtreu und Jürgen Vogel (Herbst 2017, ZDF).
"Jürgen - Heute wird gelebt" mit Heinz Strunk und GOKA-Preisträger Charly Hübner (ab 20. September, 20.15 Uhr, Das Erste).
"Der Sohn" (6. September 2017, Das Erste) mit Stephan (Nino Böhlau).
"Das Leben danach" (27. September, 20.15 Uhr, Das Erste) mit Jella Haase. Foto: WDR/Alexander Fischerkoesen
"Tod im Internat" (Herbst 2017, ZDF) mit Isabell Moosbach (Nadja Uhl).
Neuer "Tatort - Schwarzwald" (Herbst 2017, Das Erste), neues Ermitlerduo: Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) und Franziska Tobler (Eva Löbau).
"Kästner und der kleine Dienstag" (Ende 2017, Das Erste) mit Florian David Fitz in der Rolle des Moralisten Kästner.
"Harrys Insel" (Ende 2017, Das Erste) mit Wolfgang Stumph (Rolle Harry), Katrin Sass (Rolle Susan), Philipp Rafferty (Rolle Jason) und Cosima Henman (Rolle Jennifer) (v.i.).
So auf Erden (Herbst 2017, Das Erste) mit Edgar Selge als Pastor Johannes.
Der Zweiteiler "Brüder" (Herbst 2017, Das Erste) erzählt die Gegenläufigkeit zweier Lebenslinien.
"Himmel und Hölle" (Oktober 2017, ZDF) mit Maximilian Brückner als Martin Luther und Joachim Król als Albrecht von Brandenburg.
"Die Puppenspieler" (Das Erste, Ende 2017) mit Herbert Knaup als Jakob Fugger und Samuel Schneider als Klosterschüler Richard.
Dreiteiler "Maximilian: Das Spiel von Macht und Liebe" (1., 2.,3. Oktober, ZDF) mit Tobias Moretti und Jannis Niewöhner.
"Chaussée d'amour" (ab 5. September, ZDFneo) mit Tiny Bertels als Sylvia.
Sara (Chiara Schoras, l.), Pubertier Carla (Mia Kasalo, 2.v.l.), Papa Jan (Pasquale Aleardi) und Sohn Nick (Levi Eisenblätter) in "Das Pubertier - Die Serie" (ab 7. Septmeber 2017, 20.15 Uhr)
Das ZDF zeigt die 6-teilige Serie "Zarah" ab dem 7. September, 21.00 Uhr, mit Claudia Eisinger als Zarah Wolf.
"Babylon Berlin" (Sky, ab 13. Oktober 2017 und ab 2018 im Ersten) mit Liv Lisa Fries als Stenotypistin Charlotte Ritter.
Falk" (dienstags um 20.15 Uhr, Herbst 2017, Das Erste) mit Fritz Karl als Anwalt Falk und Mira Bartuschek als Offergelds Tochter Sophie.
In "Die Lobbyistin (ab 15. November, ZDFneo) wechselt die junge Bundestagsabgeordnete Eva Blumenthal (Rosalie Thomass) den Arbeitgeber. Ihr zukünftiger Chef: Wolfgang Zielert (Bernhard Schir).
Das Ensemble von der Serie "Dark" (Netflix, voraussichtlich 4. Quartal 2017) am Set.

Video-Interview: Wenn "Lindenstraße" auf "In aller Freundschaft" trifft

Sarah Masuch spielt Dr. Iris Brooks in "Lindenstraße".
Foto: © WDR/Steven Mahner
Sommerpause bei der "Lindenstraße" - nur nicht für Sarah Masuch, denn sie drehte in Leipzig eine Spezialfolge von "In aller Freundschaft". Im Video-Interview verrät sie, was die Zuschauer beim Serien-Crossover erwartet.
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