Tödliche Keime für Krassnitzer und Neuhauser im "Tatort - Virus"

Ein toter Afrikaner war mit Ebola infiziert. Sind es die Ermittler in der Steiermark nun auch?

Ausnahmezustand in der österreichischen Provinz: Das Seuchenkommando stellt ein ganzes Dorf unter Quarantäne. Ebola-Alarm! Der österreichische "Tatort -Virus" (27. August, 20.15 Uhr, Das Erste) spielt durch, was wäre, wenn der tödliche Erreger den Sprung nach Europa schaffen würde.

Trailer "Tatort – Virus"

Darum geht´s im "Tatort- Virus"

In einem Steinbruch wird ein toter Schwarzafrikaner gefunden. Hinweise auf seine Identität: Fehlanzeige. Dass Stein- bruchbesitzer Thomas Reuss (Martin Niedermair) vergeblich eine Sprengung angeordnet hatte, bei der die Leiche verschüttet worden wäre, macht ihn sofort verdächtig. Doch alles ist natürlich viel komplizierter. Reuss gibt Bewohnern des benachbarten "Fluchthofs" Arbeit, den sein in der Afrikahilfe engagierter Bruder Albert betreibt. Damit macht er sich auch Feinde.

Rätselhafte Rückblenden werfen weitere Fragen auf: Was hat Alberts medizinischer Einsatz in Guinea zu bedeuten? Was für eine Familie läuft da durch den Wald? Warum gewittert es ständig? Und weshalb gelingt es Bibi Fellner (Adele Neuhauser) nicht, ein Suppenhuhn zu zerlegen, noch dazu an ihrem Geburtstag? Der Ebola-Alarm unterbricht diese Gedankenkreise, es steht zu befürchten, dass sich die Ermittler infiziert haben.

Was ist das Besondere?

Damit der "Tatort" aus Österreich seinem Ruf gerecht wird, achten die Macher darauf, dass ein gerüttelt Maß an Grantlern und Misanthropen auftritt: Gerichtsmediziner Kreindl (Günter Franzmeier) wird diesmal von Dr. Rottensteiner (Markus Schleinzer), dem Leiter des Seuchenkommandos, noch deutlich übertroffen.

Wer ist dabei?

ZDF-Krimifans kennen Andreas Kiendl aus der "SOKO Kitzbühel", für die er von 2006 bis 2009 als Kommissar Klaus Lechner ermittelte. Martin Niedermair hatte 2016 in der "SOKO Donau" und der "SOKO Kitzbühel" Gastrollen, Markus Schleinzer in der "SOKO Wien". Viele der Laiendarsteller mussten tatsächlich aus ihren Heimatländern flüchten. "Ich fand es sehr beglückend", sagt Adele Neuhauser, "dass sie wenigstens für die kurze Zeit der Dreharbeiten die Möglichkeit hatten, ihrer momentanen Situation zu entfliehen."

Wertung

Ein starkes, relevantes Thema, eine bedrückende Geschichte. Viele Aktionen wirken allerdings zu aufgesetzt, die Bredouillen, in die Fellner und Eisner geraten, zu inszeniert, um 90 Minuten lang zu fesseln. Dräuende Musik und düstere Einstellungen sind leider nur die halbe Miete.

Ferdinand von Schirach: "Das Spannende ist nie die Tat, sondern immer der Mensch"

Unser GOKA-Reporter Mike Powelz sprach exklusiv mit Ferdinand von Schirach über seine spannendsten Verbrechen, Gut und Böse und das Dunkle in uns allen.
Mehr lesen