"Sanft schläft der Tod": Mörderische Psychospiel eines Entführers

In "Sanft schläft der Tod" (7. Oktober, 20.15 Uhr, Das Erste) beginnt mit der Entführung von zwei Kindern ein raffiniertes Psychospiel, das die Eltern und den Großvater der Kinder in die Vergangenheit führt.

Handlung von "Sanft schläft der Tod"

Das Ehepaar Anja (Marleen Lohse) und Frank Mendt (Fabian Busch) gerät während eines Segelurlaubs auf Rügen in einen Alptraum: Als sie im Hafen des Ostseebades Binz anlegen und kurz ihre Kinder Finn (Georg Arms) und Leila (Luisa Römer) alleine auf dem Boot lassen, verschwindet es mitsamt den Kindern. Die Ermittlungen der örtlichen Polizei bleiben erfolglos. Deshalb übernimmt der LKA-Beamte Werner Kempin (Bernhard Schütz) die Ermittlungen.

Unbedingt helfen möchte jemand, den Frank wegen einer Familientragödie aus DDR-Zeiten zutiefst hasst: sein Vater Herbert Winter (Manfred Zapatka), ein ehemaliger Stasi-Beamter, der nach der Wende den Polizeidienst verlassen musste. Er sieht beunruhigende Parallelen zu einer ungeklärten Entführung von Geschwistern aus dem Jahr 1988 und scheint damit auch noch richtigzuliegen. Deshalb willigt der erfahrene Kempin ein, dass sein früherer Kollege die alte Fährte wieder aufnimmt. Diese führt Winter zu weiteren Opfern und lässt Schreckliches ahnen.

Bei seinen inoffiziellen Nachforschungen begleitet ihn neben der Polizistin Bentje Vogt (Christina Große) auch Frank, dem es selbst in dieser Not schwerfällt, über seinen Schatten zu springen und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Unterdessen wartet Mutter Anja mit LKA-Chef Kempin angespannt darauf, dass sich der Entführer (Matthias Brandt) meldet. Immer stärker wird die Befürchtung, dass es hier nicht um Lösegeld geht. Welche Intention steckt wirklich hinter der Kindesentführung?

Der Trailer

Trailer zu "Sanft schläft der Tod"

Der Autor und Regisseur

Die Handlung nach dem Drehbuch von Holger Karsten Schmidt und unter der Regie von Marco Kreuzpaintner läuft auf die Frage zu, welche Intention wirklich hinter der Kindesentführung steckt. Als zweiten Strang webt der vielfach ausgezeichnete Hamburger Autor (Grimme-Preis 2017 für "Das weiße Kaninchen") einen Vater-Sohn-Konflikt ein, der von einer Familientragödie zu DDR-Zeiten und doppelter Schuld handelt.

Regisseur Marco Kreuzpaintner drehte bereits mit 24 Jahren seinen ersten Kinofilm "Ganz und Gar". Es folgen weitere Filme für Kino und TV, darunter die international beachtete Coming Out Geschichte "Sommersturm" (2004), der Kinohit "Krabat" (2008) oder "Polizeiruf 110 - Und vergib uns unsere Schuld".

Die Schauspieler und ihre Rollen

Georg Arms spielt den 6-jährigen Finn. Der 10-Jährige steht seit 2015 vor der Kamera und hat erste Auftritte in der Serie "In aller Freundschaft". In diesem Jahr war er bei den Dreharbeiten zur Krimireihe "Nord Nord Mord: Clüver und der leise Tod" mit dabei.

Luisa Römer ist als elfjährige Leila zu sehen. Die 15-Jährige hat bereits im Kurzfilm "Zombies sind nicht lustig" (2015) eine Hauptrolle übernommen.

Matthias Brandt als Entführer

Als bester deutscher Schauspieler 2008 mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichnet, zeigt Matthias Brandt in "Sanft schläft der Tod" einmal mehr sein Können. In seinen Blicken, Gesten und in seiner Sprache schwingt etwas Geheimnisvolles mit. Warum hat er ausgerechnet Leila und Finn entführt? Und was bezweckt er mit der Entführung? Das bleibt zunächst im Dunkeln.

Seit 1986 steht er auf Theaterbühnen. Seit der Jahrtausendwende ist der 55-jährige Berliner auch als Hörbuchsprecher aktiv und zieht mit seiner vorsichtig-sonoren Stimme vor allem im Bereich der Spannungsliteratur in seinen Bann. Seinen Durchbruch als Filmschauspieler feiert Matthias Brandt im TV-Film "Schatten der Macht" (2002), in dem er in der Rolle des Kanzler-Verräters Günter Guillaume zu sehen ist. Die Herzen der breiten Öffentlichkeit eroberte Brandt als "Polizeiruf 110"-Kommissar Hanns von Meuffels, der Anfang Mai in seinem 13. Fall "Nachtdienst" zu sehen war. Neben der GOLDENEN KAMERA erhielt er zahlreiche weitere Auszeichnungen, wie etwa den Bayerischen Fernsehpreis für "In Sachen Kaminski", den Adolf-Grimme-Preise für "Die zweite Frau" und "Eine mörderische Entscheidung" sowie 2013 den Deutschen Fernsehpreis als Deutschlands bester Schauspieler.

Bernhard Schütz als LKA-Beamter Werner Kempin

Der LKA-Beamte Werner Kempin ist auf Vermisstenfälle und Entführungen spezialisiert. Engagiert nimmt er die Ermittlungen auf, einfühlsam beruhigt er die Eltern. Ohne Konkurrenzdenken nimmt er die Einwände von Herbert Winter ernst und erlaubt dessen inoffiziellen Recherchen, die zur Klärung des Falls sehr wertvoll sind.

Nach seiner Schauspielausbildung will Bernhard Schütz unbedingt ans Theater. Von 1994 bis 2010 ist er festes Ensemblemitglied an der Berliner Volksbühne. Aber auch in zahlreichen Fernsehfilmen ist er zu sehen. Ob sanft und unschuldig oder kalt und berechnend, Bernhard Schütz überzeugt in allen Rollen. Dabei scheint er sich besonders in Krimiverfilmungen wohl zu fühlen - ob "Tatort" oder "Polizeiruf", Schütz gehört dazu. Gerne wird er in den Rollen als Polizist im gehobenen Dienst, besetzt - so auch in "Sanft schläft der Tod".

Manfred Zapatka als Herbert Winter

Jahrelang hat der im Leben gescheiterte ehemalige Stasi-Mitarbeiter seinen Sohn bespitzelt, nur um ihm nahe zu sein. Obwohl er nun dabei hilft, den Entführer dingfest zu machen, kann Frank seinem verhassten Vater die Fehler der Vergangenheit nicht verzeihen.

Manfred Zapatka brilliert auf der Bühne ebenso wie vor der Kamera oder als Sprecher von Hörspielen und -büchern. 1942 in Bremen geboren, war er lange Jahre einer der Stars an den großen Theatern in Stuttgart und München. In Film und Fernsehen spielt er unter anderem in "Rivalen der Rennbahn", hatte Gastauftritte in diversen Krimiserien wie "Derrick", "Der Alte" und "Tatort" und spielte unter der Regie von Sorab Saless im Film "Utopia", der 1982 im Wettbewerb der Berlinale lief. Seinen ersten Grimme-Preis erhielt er 2002 für "Das Himmler Projekt", 2008 folgt sein zweiter für seine Darstellung in der ZDF-Serie "KDD- Kriminaldauerdienst".

Fabian Busch als Frank Mendt

Aus Scham erzählt Frank seiner Frau Anja, dass sein Vater gestorben sei. Eine Lüge, die die Beziehung der beiden gefährdet, als sein Vater in Binz auftaucht, um bei den Ermittlungen zu helfen. Frank muss die Erlebnisse aus seiner Kindheit verarbeiten, schafft es aber einfach nicht, seinen Hass abzulegen.

Fabian Busch ist in einer Schaustellerfamilie groß geworden. Bereits mit 13 Jahren stand er als Komparse auf der Bühne, mit 17 folgt seine erste Hauptrolle in der Kinokomödie "Unter der Milchstraße" (1995). Aktuell ist der 41-Jährige an der Seite von Sylvester Groth in der 3. Staffel der Netflix-Serie "Fargo" zu sehen. Darin spielt er Jakob Ungerleider, der angeblich ein ukrainischer Immigran sein und seine 20-jährige Frau umgebracht haben soll.

Marleen Lohse als Anja Mendt

Sie kauft nur kurz Brötchen für die Familie, da ist das Segelboot aus dem Hafen mitsamt der Kinder verschwunden. Es ist das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann. Dann meldet sich auch noch der Entführer bei ihr und verlangt ihre Verschwiegenheit. Sie weiß, das Leben ihrer Kinder liegt in ihrer Hand. Sie muss stark sein und über sich hinauswachsen.

Die feuerroten Locken sind das unverkennbare Markenzeichen von Marleen Lohse. Mit 12 Jahren stand sie schon vor der Kamera und hat somit schon früh ihre Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckt. Als "Hexe" spielte sie von 1998 bis 2002 eine der Hauptfiguren in der Kinderserie "Die Kinder vom Alstertal". 2006 beginnt sie ihr Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam. Die 33-Jährige arbeitet regelmäßig für Film und Fernsehen und ist seit ist seit der Spielzeit 2013 Mitglied des Gorki-Ensembles. Außerdem tritt sie als Sängerin und Gitarristin in der Band Unsereins auf.

Hintergrund

Am 5. Oktober 2016 feierte "Sanft schläft der Tod" auf dem Filmfest Hamburg seine Premiere, darüber hinaus wurde der Film im März 2017 auf dem Fernsehkrimifestival in Wiesbaden präsentiert und wird im September 2017 auf dem 13. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein zu sehen sein.

"Sanft schläft der Tod" steht bis zum 14. Oktober 2017 in der ARD MEdiathek auf Abruf bereit.

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