GOKA-Star der Woche: Richy Müller

Richy Müller bei den Dreharbeiten zum "Tatort: Stau" 2016.
Richy Müller (li.) 1992 als Unterweltboß und Klaus Löwitsch bei Dreharbeiten für "Zorc", ein RTL-Action-Film in 9 Folgen.
Dreharbeiten zur Miniserie "Pogo 1104", 1984. Von links: Ralph Richter, Richy Müller, Erich Bar und Anja Schüte.
Richy Müller und Vin Diesel bei der Deutschlandpremiere des Action-Films "TripleX" in 2002 Berlin.
Das Stuttgarter Tatort-Team Lannert & Bootz bei der Prmiere 2008.
Der Hobbyrennfahrer Richy Müller 2006 in einem Porsche Carrera auf dem Lausitzring.
Der neue „Tatort: Stau“ ist der 20. Fall, den Richy Müller als Kommissar Lannert an der Seite von Felix Klare aufklären muss. Grund genug, den 61jährigen Schauspieler etwas näher vorzustellen.

Richy Müller lebt im Grünen. Nachdem er lange Zeit in Berlin wohnte, ist der „Tatort“-Star vor mehr als zehn Jahren an den Chiemsee gezogen – und fühlt sich in Bayern pudelwohl. „Dieses Gefühl, nach draußen zu gehen und kilometerweit in die Berge gucken zu können, das gibt es so in Berlin nicht. Es ist jedes Mal wieder wunderbar, hierher zurückzukommen“, verriet er im vergangenen Jahr in einem Interview mit der Osnabrücker Zeitung.“ Am Chiemsee lernte er auch seine Ehefrau Christl kennen, die ein Café betreibt, in dem er auch mal das Geschirr spült. Seit Juni sind sie verheiratet.

Privat hat der zweifache Vater also sein Patchwork-Glück gefunden, beruflich läuft eigentlich schon von Anfang an alles nach Plan bei dem gelernten Werkzeugmacher. Freunde seines Bruders überredeten ihn Ende der 70er Jahre, es als Schauspieler zu probieren. Gesagt, getan: Richy Müller wurde Statist beim Nationaltheater in seiner Heimat Mannheim, ging später nach Bochum an die Schauspielschule und feierte schon mit der ersten Filmrolle seinen großen Durchbruch: Im WDR-Fernsehdreiteiler "Die große Flatter" von 1979 spielte Müller einen Jugendlichen, der in einer Obdachlosensiedlung am Stadtrand von Berlin lebt. Der Filmname des Jungen war Richy und fortan auch der Künstlername des erfolgreichen Schauspielers Hans-Jürgen Müller.

Richy Müller in der NDR-Talkshow

Schon 1981 hatte Richy Müller seinen ersten Auftritt im „Tatort“. In der Folge „Schattenboxen“ spielte er einen Hobbyboxer, der seinen Chef tot im Lager einer Kühlschrankfabrik findet und eine Entführung vortäuscht, um aus dem Mord Kapital zu schlagen. Ein vertrackter Fall, der nicht als glanzvoller Höhepunkt in die Geschichtsbücher des „Tatorts“ einging. „Richy Müller boxt sich so durch“, hieß es später in einer Kritik. Es folgten zahlreiche Kino- und TV-Rollen, darunter auch ein weiterer Auftritt im „Tatort: Tödliche Vergangenheit“ (1981), bis Richy Müller schließlich vor zehn Jahre seinen Dienst als „Tatort“-Kommissar antrat.

Man wird dem Schauspieler Richy Müller aber nicht gerecht, ihn auf seine „Tatort“-Auftritte zu reduzieren. Der passionierte Porsche-Fan und Hobby-Rennfahrer spielte in „Triple X“ an der Seite von Vin Diesel (2002), brillierte 2006 im Katastrophenfilm „Die Wolke“ und wurde 2010 für seine Rolle in „Poll“ mit dem Deutschen Filmpreis für die beste männliche Nebenrolle ausgezeichnet.

Ritchy Müller im Interview zu "Poll"

Beim Stuttgarter „Tatort“ konnte Müller die Zuschauer im Team mit seinem Partner Felix Klare von Beginn an überzeugen. Er spielte am Anfang einen gebrochenen Kriminalhauptkommissar Thorsten Lannert, der einen Neuanfang braucht, weil er unter tragischen Umständen im Zuge seiner Enttarnung seine Frau Susanne und seine Tochter Lilli verloren hat. In seinem 20. „Tatort“-Fall „Stau“ hat man den Eindruck, Lannert hat seinen Frieden mit dem persönlichen Schicksal geschlossen.

Über ein Ende seiner „Dienstzeit im Ersten“ macht er sich keine Gedanken: „Ich habe derzeit das Gefühl, ich hätte gerade erst begonnen. Also gibt es derzeit keinen Gedanken, dass es irgendwann enden könnte“, so seine Antwort im letzten Jahr auf die Frage, wann Schluss ist. Daran dürfte sich nichts geändert haben.

GOKA-Event der Woche: "Ich werde nicht schweigen"

Margarete Oelkers (Nadja Uhl, re.) übernimmt Näharbeiten für Frau Ahrens (Katja Flint, li.).
Margarete Oelkers (Nadja Uhl) und Dr. Paul Ahrens (Rudolf Kowalski).
Antje Eversen (Janina Fautz, li.) erzählt Margarete Oelkers (Nadja Uhl, re.) vom Tod ihrer Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt.
Margaretes (Nadja Uhl) Vormund, der alte Nazi Windhorst (Martin Wuttke), muss ihr die Unterlagen ihres im Krieg gefallenen Mannes wiedergeben.
Margarete Oelkers (Nadja Uhl) ist eine starke Frau, der man alles genommen hat.
Langzeitpatientin Erna (Eleonore Weisgerber) hat die Gräuel in der Heil- und Pflegeanstalt miterlebt.
Dr. Paul Ahrens (Rudolf Kowalski).
Im Nachkriegsdrama "Ich werde nicht schweigen" (8. September, 20.15 Uhr, Arte) kommt Nadja Uhl einem schrecklichen Verbrechen in einer psychiatrischen Anstalt auf die Spur.
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