"Tatort: Zwei Leben": Ein Toter kehrt zurück

Was zunächst nach einem Suizid aussieht, entpuppt sich als Mord: Ein Unbekannter wurde betäubt und von der Brücke vor einen Bus geworfen. Flückiger und Ritschard ermitteln.

Da hat wohl jemand nicht aufgepasst! Schon einmal trug ein "Tatort" den Episodentitel "Zwei Leben". Das war 1976, und Hansjörg Felmy spielte damals den Essener Kommissar Heinz Haferkamp. Jetzt sind unter demselben Titel die Schweizer Kommissare im Einsatz: Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) bekommen es mit einem mysteriösen Suizid zu tun.

Was passiert im "Tatort: Zwei Leben"?

Schock für den Fernbusfahrer Beni Gisler (Michael Neuenschwander): Auf der Autobahn überrollt er einen Mann, der sich von einer Brücke vor seinen Bus stürzt. Tragisch: Bereits bei seinem früheren Job als Lokführer ließen sich zwei Selbstmörder von Gisler überrollen, er bekam psychische Probleme und musste den Job wechseln.

Für die Kommissare Flückiger und Ritschard wird der scheinbar einfache Fall plötzlich kompliziert, denn der Selbstmörder hatte starke Betäubungsmittel im Blut und hätte in seinem Zustand gar nicht auf die Brücke kommen können. Außerdem ist die Leiche so entstellt, dass eine Identifizierung nicht möglich scheint. Die erste Spur führt zu einem Bauunternehmen, denn der Tote könnte der frühere Chef sein. Dessen Gattin (Saskia Vester) und Sohn (Roland Bonjour) beteuern allerdings, der Firmengründer sei schon seit 13 Jahren tot.

Wer ist dabei?

Der Schweizer Schauspieler Michael Neuenschwander gehört zum Ensemble des Schauspielhauses Zürich und spielt den traumatisierten Busfahrer eindrucksvoll. An Roland Bonjour dürften sich die Zuschauer gut erinnern: Gerade in der vergangenen Woche war er im Stuttgarter "Tatort" als Autofahrer im Stau zu sehen, hier spielt er einen jungen Firmenchef.

Was ist das Besondere an diesem "Tatort"?

Das Privatleben von Reto Flückiger wird ausgebaut: Im März hatte er in der Folge "Kriegssplitter" noch eine heimliche Affäre mit Eveline Gasser (Brigitte Beyeler). Diesmal geht es darum, ob er bei ihr einzieht. Stefan Gubser hatte sich schon länger ein Privatleben für "seinen" Kommissar gewünscht. Leider sind diese Szenen bislang eher langweilig und wirken uninspiriert. Da geht bestimmt mehr!

Wertung

Der Auftakt ist verstörend, doch danach lassen es die Schweizer eher ruhig angehen. Tempo ist bekanntlich nicht ihre Sache. Dafür gibt es einige interessante und ansprechend gespielte Charaktere zu sehen, die auf unterschiedliche Weise mit Traumata umgehen. Solide.

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