GOKA-Kandidat: "Die letzte Reise"

Katharina Krohn (Christiane Hörbiger) möchte nicht mehr leben.
Ein seltener Moment: Katharina Krohn (Christiane Hörbiger) genießt den Augenblick.
Katharina Krohn (Christiane Hörbiger) macht sich auf die Reise zum Sterbehaus in die Schweiz.
In großer Sorge: Maren (Nina Kronjäger, li.) und Heike (Suzanne von Borsody) möchten den Freitod ihrer Mutter verhindern.
Das Gespräch mit dem Sterbehilfearzt Jean Jovet (Burghart Klaußner) bewirkt Risse in Katharinas (Christiane Hörbiger) Entschlossenheit.
Maren (Nina Kronjäger, li.) und Heike (Suzanne von Borsody) sorgen sich um ihre lebensmüde Mutter.
Heike (Suzanne von Borsody, re.) möchte ihre Mutter Katharina Krohn (Christiane Hörbiger) nicht gehen lassen.
Katharina Krohn (Christiane Hörbiger, re.) bringt ihre Töchter Maren (Nina Kronjäger) und Heike (Suzanne von Borsody, li.) in einen Gewissenskonflikt.
Katharina Krohn (Christiane Hörbiger, 2. v. li.) spricht im Beisein des Schweizer Sterbehilfearztes Jean Jovet (Burghart Klaußner) mit Jeanette (Hedi Kriegeskotte, re.) vom Sterbehilfeverein.
Ein bitterer Konflikt der vor dem Richter (Patrick Heyn) endet. Katharina (Christiane Hörbiger, li.) kämpft mit Unterstützung ihrer Tochter Maren (Nina Kronjäger, re.) vor Gericht um ihre Würde.
Heike (Suzanne von Borsody) und ihr Anwalt (Felix Knopp) möchten dafür sorgen, dass ihre Mutter entmündigt wird.
Christiane Hörbiger spielt in unserem GOKA-Kandidaten "Die letzte Reise" eine Seniorin, die Suizid begehen möchte. Wir trafen die Schauspielerin zum Interview.

Am Montag, 2. Oktober, zeigt Das Erste im Rahmen des Themenabends "Selbstbestimmtes Sterben" das Drama und unseren GOKA-Kandidaten "Die letzte Reise" (20.15 Uhr) mit Christiane Hörbiger (GOLDENE KAMERA 1988 und 2001), die nicht als Pflegefall enden will.

Darum geht's in "Die letzte Reise"

Katharina (Christiane Hörbiger) ist lebensmüde. Zwar hat die 76-Jährige eine große Familie, eine prächtige Villa und ein geliebtes Hobby, das Malen. Andererseits machen sich schon die ersten ernsthaften Krankheiten bemerkbar. Sie leidet unter Arthrose und einer chronischen Lungenerkrankung. Um zu verhindern, als Pflegefall zu enden, plant sie ihren eigenen Tod – in der Schweiz. Tochter Heike (Suzanne von Borsody, GOLDENE KAMERA 1980 und 2001) will die Seniorin daraufhin wegen Depressionen entmündigen lassen, doch Tochter Maren (Nina Kronjäger), eine Anwältin, verteidigt vor Gericht das Recht ihrer Mutter auf Freitod.

GOKA-Wertung

Ernsthaft und aufrichtig: Christiane Hörbiger zeigt einmal mehr Mut zu einer schwierigen Rolle als kluge aber verbittere Lebensmüde. Ein hochsensibles Drama - schmerzlich, aber keinesfalls trostlos.

(Eine Bewertung der Redaktion. Die Beurteilung des Films durch die GOKA-Jury ist davon unabhängig)

GOKA-Reporter Mike Powelz sprach mit Christiane Hörbiger über das TV-Drama "Die letzte Reise":

Christiane Hörbiger im Video-Talk über "Die letzte Reise"

Interview mit Christiane Hörbiger

Im TV-Film "Die letzte Reise" spielen Sie die lebensmüde Seniorin Katharina, die in einem Schweizer Sterbehaus Suizid begeht. Warum hat Sie diese Rolle gereizt?

Es ist einfach eine wunderbare Rolle, eine Frau zu spielen, die mit dem Leben hadert und den Weg bis zum Suizid konsequent geht.

Wie haben Sie sich auf den Dreh vorbereitet? Haben Sie mit Sterbehelfern oder Sterbewilligen gesprochen?

Nein. Als wir uns auf den Dreh vorbereitet haben wurde in Deutschland gerade viel über aktive Sterbehilfe diskutiert und ich habe mich deshalb sehr in das Thema eingelesen. Ansonsten habe ich einfach meinen Text gelernt und mir natürlich beim Textlernen vorgestellt, wie es wäre, wenn ich in der Situation von Katharina wäre. Vorarbeit mit Selbstmordkandidaten habe ich nicht gemacht. Aber natürlich gab es schon die gewisse Überlegung, ob ich so etwas tun würde oder nicht – und ich kann Ihnen sagen, dass ich es nie tun würde. Nicht einmal, wenn ich in einer völlig hoffnungslosen Situation wäre, würde ich Selbstmord erwägen – das habe ich meinem Vater bereits im Alter von zwölf Jahren versprochen. Außerdem ist Selbstmord für mich als Christin eine Sünde.

Wie war der Dreh?

In einer Szene wird Katharina Zeugin, wie sich eine junge Frau das Leben nimmt. Es war sehr hart, das zu sehen. Ich fand die Szene so berührend und bekam Gänsehaut und Tränen in den Augen. Die Szene ist großartig gelungen. Insgesamt war es einfach eine wunderbare Arbeit mit wunderbaren Schauspielern. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Film die Zuschauer in Befürworter und Gegner spaltet.

Die Suizidrate unter Senioren ist sehr hoch – aufgrund von Einsamkeit und Krankheit. Gleichzeitig wird dieses Thema aber tabuisiert …

Es wäre besser, das Thema Suizid und Einsamkeit nicht auszublenden – das gilt auch für ganz jungen Menschen, die in der Pubertät stecken und sich das Leben nehmen.

Dem Sterben blickt unsere Gesellschaft ungern ins Gesicht …

Dabei gibt es den berühmten Spruch "Der Tod gehört zum Leben". Aber sagen Sie das mal einem Sterbenden. Es ist kein Trost!

Geraten ältere Menschen zu sehr aus dem Blickfeld – und leidet unsere Gesellschaft unter Jugendwahn?

Letzteres ja, doch in Wien, wo ich lebe, sind die alten Leute sehr gut aufgehoben. Man begegnet ihnen mit viel mehr Respekt als in anderen Städten. Selbst die jungen Leute stehen sofort auf in der Straßenbahn, wenn eine weißhaarige Frau hereinkommt. Außerdem wird man oft um Rat gefragt, was ich ebenfalls toll finde. Ich liebe diese Stadt unendlich. In Wien werden alte Menschen geehrt.

Alte Menschen sind wie gute dicke Bücher, denn sie stecken voller Erfahrungen und Weisheiten. Warum wohl interessieren sich junge Menschen nicht so sehr dafür?

Junge Menschen wollen lieber ihre eigenen Erfahrungen machen. Ich merke das auch an meinem Sohn. Wenn ich versuche, ihm einen gewissen Ratschlag zu geben, sagt er: "Mama, ich bin Ende 40, ich entscheide alleine." Daraus habe ich gelernt, dass man sich die Sucht, anderen seine Erfahrungen überstülpen zu wollen, abgewöhnen muss – denn ansonsten bekommt man keine Besuche mehr von jungen Leuten. Die jungen Leute wollen keine Ratschläge. Aber Respekt ist natürlich eine ganz andere Sache. Ich selbst habe ältere Menschen ein Leben lang geehrt, denn ich hatte zwei wunderbare Großmütter und meine Generation wurde mit großem Respekt vor älteren Menschen erzogen.

Aber ist der Jugendwahn auch in Ihrer Berufsbranche zu spüren?

Ja, sicher, aber er betrifft mich nicht mehr. Der Jugendwahn ist mir egal, denn ich spiele niemandem die Rolle weg, wenn eine 18-Jährige zur Diskussion steht.

Mae West hat einmal gesagt, alt werden sei nichts für Feiglinge. Richtig?

Nein. Eine Kollegin von mir ist kürzlich 90 geworden und noch immer so gesund wie eine 50jährige. Ich bin so dankbar, dass ich noch am Leben bin und was ich noch alles sehen und erleben kann. Ich möchte noch lange nicht von dieser Welt Abschied nehmen.

Ihre Meinung über die Jugend?

Ich finde es sensationell, dass junge Leute wie Emmanuel Macron oder Sebastian Kurz in die Politik gehen und so viel zu sagen haben. Das finde ich richtig. Junge Leute sollen die Politik machen.

Stellen Sie sich einmal vor, es würde ein Gruppenbild geknipst und für dieses Gruppenbild würden all die Figuren, die Sie im Laufe Ihrer langen Karriere gespielt haben, gemeinsam auf die Bühne treten. Wer dürfte dann ganz vorne stehen, im Zentrum – und warum?

Ich dürfte ganz in der Mitte stehen, weil ich die Älteste bin. Und rechts und links würde ich meine Alzheimer-Rolle und meine Alkoholikerin-Rolle an die Hand nehmen. Denn das waren richtig gute Arbeiten. Was ich nicht von allen Filmen sagen kann.

Nach welchen Kriterien suchen Sie Ihre Rollen aus?

Alleine danach, ob es eine gute Rolle ist.

Und wie definieren Sie gut?

Die Rolle müsste das letzte Wort haben.

Wie hilft Ihnen Ihr Glaube durch Krisen?

Das Einzige, was mir wirklich hilft, ist mein Glaube an den lieben Gott. Wenn ich – wie kürzlich – Urlaub am Wolfgangsee mache, dann stehe ich um sechs Uhr früh auf und nehme meine beiden Möpse mit und wir gehen Schwimmen, ganz in der Früh. Oft habe ich dann das Glück, dass die Sonne gerade aufgeht, und dann sage ich: "Lieber Gott, danke, dass ich das erleben darf."

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja! Ich glaube daran, aber ich muss mich in diesem Glauben jeden Tag üben.

Manchen Menschen zufolge ist die Religion die Heilung für die Welt, anderen zufolge das grundlegende Übel. Was stimmt eher?

Ich finde, Christen haben den richtigen Glauben. Davon bin ich überzeugt.

Wann gehen Sie in Fernseh-, Kino- und Theaterrente?

Noch lange nicht – weil mir die Arbeit Freude macht. Ich könnte es mir leisten, nicht mehr zu arbeiten, aber ich definiere mich über meine Arbeit.

Ihre nächsten spruchreifen Projekte?

Gott sein Dank ein ARD-Lustspiel. Das habe ich mir nach den vielen Katastrophen, die ich in letzter Zeit gedreht habe, aber auch wirklich verdient.

Joachim Król: "Endlich wieder ein Dreh mit Nadja Uhl"

Herbert Wichert (Joachim Król, l.) und seine Tochter Sophie (Emma Drogunova, r.).
Susanne (Karoline Eichhorn, l.) und Herbert Wichert (Joachim Król, l.) sind in großer Sorge um ihre verschwundene Tochter Sophie.
Susanne Wichert (Karoline Eichhorn, 2.v.r.) verschweigt doch etwas. Ihr Mann Herbert (Joachim Król, r.), Kommissar Sellinger (Hanno Koffler, l.) und "Sportlehrerin" Karla Parker (Nadja Uhl, 2.v.l.) ahnen es.
Susanne (Karoline Eichhorn, r.) bringt Sophie (Emma Drogunova, l.) zurück nach Hause. Wie wird Herbert sie nun empfangen?
Herbert Wichert (Joachim Król, l.) bringt Sophie (Emma Drogunova, M.) zurück ins Internat.
Kann Mutter Susanne (Karoline Eichhorn, r.,) Sophie (Emma Drogunova, l.) wirklich alles erklären?
Isabell Moosbach (Nadja Uhl) geht als Undercover-Ermittlerin auf Mördersuche.
Isabell Mosbach (Nadja Uhl) hört gebannt dem Stiftungsvorsitzenden Wilfried Maas (Manfred Zapatka) zu.
Isabell Mosbach (Nadja Uhl, r.) erfährt vom Stiftungsvorsitzenden Wilfried Maas (Manfred Zapatka) bittere Wahrheiten.
Überraschendes im Nachlass der Mutter lässt Isabell (Nadja Uhl, l.) nachdenklich werden, während die Leiche der Mutter hinausgetragen wird.
Thorsten Schmidt (Stephan Kampwirth, r.) hat einen Auftrag für Isabell Mosbach (Nadja Uhl, l.).
Direktor Thomas Weiss (Peter Lerchbaumer, l.) führt Isabell Mosbach (Nadja Uhl, r.) als die neue Sportlehrerin mit ihrem Decknamen Karla Parker im Internat ein.
Undercover-Ermittlerin im Internat: Isabell Moosbach (Nadja Uhl) getarnt als Lehrerin Karla Parker.
Isabell (Nadja Uhl, r.) beim Judounterricht mit Felix (Valentino Fortuzzi, l.).
Karla Parker (Nadja Uhl, l.) sucht im Umkleideraum nach Beweisen und wird von Felix (Valentino Fortuzzi, r.) überrascht.
Konspirative Zusammenkunft am Fenster: Kommissar Sellinger (Hanno Koffler, l.) und Undercover-Fahnderin Isabell Mosbach alias Karla Parker(Nadja Uhl, r.).
Hat Kommissar Sellinger (Hanno Koffler, hinten) schon jemanden konkret in Verdacht?
Nächtliches Gespräch von Vater und Tochter: Volker Jens (Martin Feifel, l.) und Sophie (Emma Drogunova, r.).
Heimliches treffen im Gasthof: Stiftungsvorsitzender Wilfried Maas (Manfred Zapatka, l.) und Lehrer Alexander Grape (Max Hopp, r.).
Felix (Valentino Fortuzzi, r.) filmt Till (Merlin Rose, M.) und Sophie (Emma Drogunova, l.) bei Schießübungen in der Kapellenruine.
Isabell Mosbach alias Karla Parker (Nadja Uhl) zieht den toten Felix (Valentino Fortuzzi) aus dem See.
Zwischenfall beim Begräbnis von Felix: Vater Frank Baumschulte (Oliver Stokowski, l.) und Kommissar Sellinger (Hanno Koffler, r.).
Isabell Mosbach alias Karla Parker (Nadja Uhl, l.) und ihr Kollege Sellinger (Hanno Koffler, r.) im Einsatz.
Schüler des Elite-Internats "Erlengrund" in der Eingangshalle.
Gibt es einen Weg, Felix' Computer zu knacken? Seine Mitschüler Till (Merlin Rose, 2.v.l.), Paul (Moritz Jahn, r.), Jimmi (Valeria Eisenbart 2.v.r.) und Maara (Anna Bullard-Werner, l.) versuchen es.
Wiedersehen an der Startbahn West mit einer überraschenden Erkenntnis: Herbert Wichert (Joachim Król, l.) trifft Volker Jens (Martin Feifel).
Was macht Volker Jens (Martin Feifel) im Wald an der Startbahn West nach dem Treffen mit Herbert Wichert?
Nächtliche Aussprache: Volker Jens (Martin Feifel) und Sophie (Emma Drogunova).
Im zweiteiligen ZDF-Thriler "Tod im Internat" spielt Joachim Król den zwielichtigen LKA-Präsidenten Wichert, dessen Tochter aus einem Internat verschwindet. Wir trafen den Schauspieler und Jury-Mitglied der GOLDENEN KAMERA zum Interview.
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