GOKA-Kandidat: "Maximilian: Das Spiel von Macht und Liebe"

Liebe, Macht und Intrigen. Großer Historiendreiteiler: "Maximilian" zeigt, wie die Habsburger durch Heirat ihr Weltreich begründeten.

55 Burgen, Schlösser, Kreuzgänge und mittelalterliche Straßenzüge. 3000 Komparsen, 680 Pferde, 1050 Kostüme, 450 Rüstungen: Bei der Ausstattung des historischen Dreiteilers "Maximilian: Das Spiel von Macht und Liebe" (hier sind alle drei Folgen in der ZDFmediathek abrufbar) wurde nicht gespart. Bildgewaltig setzt er in 270 Minuten die frühen Jahre des späteren habsburgischen Kaisers Maximilian I. (1459–1519) in Szene.

Maximilian

Darum geht's in "Maximilian":

Ende des 15. Jahrhunderts ist das Heilige Römische Reich von Feinden umringt. Als Kaiser Friedrich III. aus strategischen Gründen seinen ungestümen Sohn Maximilian (Jannis Niewöhner) mit der immens vermögenden Maria von Burgund (Christa Théret) verheiraten will, treten mächtige Gegner auf den Plan. Denn der Kampf um die Vorherrschaft in Europa hat längst begonnen. So lernen die Herzogin und der österreichische Erbprinz schnell, wie man überlebt und wie man herrscht. Nur auf eines sind die beiden nicht vorbereitet: auf die Liebe, die sie füreinander empfinden.

Hintergrund

Im Dreiteiler geht es laut Regisseur Prochaska nicht allein um historische Genauigkeit, sondern darum, "eine packende, sehr bewegende und tragische Geschichte zu erzählen". Historisch verbürgt ist Maximilians Vorliebe für Turniere, die ihm den Beinamen "der letzte Ritter" einbrachte. Er galt als Frauenheld und als mutig. In über 40 Gefechten kämpfte er in vorderster Reihe. Doch sein größter Coup war die Heirat mit Maria von Burgund, wodurch er an das reiche burgundische Erbe kam. Es war der Grundstein für den Aufstieg der habsburgischen Dynastie zur Weltmacht. Als erster Herrscher und Politiker seiner Zeit nutzte er den Buchdruck für seine Propaganda und verstand etwas vom Finanzwesen."Wahr ist auch die große Liebesbeziehung zwischen ihm und Maria. Davon zeugen Zeitdokumente", sagt Prochaska. Nach Maximilians Tod wurde sein Herz herausgetrennt und im Sarkophag Marias von Burgund beigesetzt.

Maximilian Interview Niewöhner

Niewöhner, einer der Stars des jungen deutschen Kinos, wirkt auch privat durchtrainiert. Doch für die Rolle, "die Reiterei und die Kämpfe habe ich körperlich meine Grenzen getestet". Regisseur Prochaska lobt das Charisma des 25-Jährigen: "So viel natürliche Männlichkeit, wie Jannis ausstrahlt", sei unter dessen Schauspielkollegen selten zu finden.

GOKA-Wertung

Sehr ritterlich und ungemein cool wirkt Jannis Niewöhner als adliger Heißsporn, der die Beschwichtigungspolitik seines Vaters Friedrich III. verachtet. Höhepunkt im ersten Teil ist der Schwertkampf Maximilians zu Ehren des ungarischen Königs Corvinus, an den Friedrich seine zwölfjährige Tochter verheiraten möchte. Da Niewöhner am und im Helm Kameras hatte, ist der Zuschauer hautnah dabei, wie sich der Kaisersohn im strömenden Regen gegen seinen Gegner durchsetzt. In der bildhübschen Französin Christa Théret als Maria von Burgund hat er eine ebenbürtige Partnerin, mit der spürbar die Chemie stimmt. Die vorherrschend düstere Szenerie entspricht der Ära zu Beginn der Neuzeit.

Muss ich sehen, weil...

...von Liebe, Machtpoker und Politscharmützel alles drin ist, was ein guter Kostümfilm braucht.

Für Fans von...

"Game of Thrones" (ab 2011) und "Die Borgias" (2011-2013)

(Eine Bewertung der Redaktion. Die Beurteilung des Films durch die GOKA-Jury ist davon unabhängig)

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