Alles Gute zum Geburtstag, Liselotte Pulver!

Von "Piroschka" bis zur "Sesamstraße": Die großartige Liselotte Pulver war immer ein Publikumsliebling. Jetzt feiert die Filmikone ihren 88. Geburtstag.

Dieses wunderbare Lachen! Jeder, der es einmal gehört hat, wird es nie wieder vergessen. So ausgelassen, ehrlich und ansteckend. Es ist seit Jahrzehnten so etwas wie das Markenzeichen von Liselotte Pulver. Vermutlich wird es auch am 11. Oktober des Öfteren erschallen, denn an diesem Tag feiert die Schweizer Schauspielerin ihren 88. Geburtstag. "Ich habe nur einen Wunsch, und das ist Gesundheit", sagt sie. "Ich bin froh, dass ich immer noch alles machen kann, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein."

Im Kino oder Fernsehen hat man lange nichts mehr von ihr gesehen. Ihr letzter Auftritt liegt zehn Jahre zurück: 2007 in einer kurzen Szene der Neuauflage des Klassikers "Die Zürcher Verlobung", in dessen Original sie 1957 die Hauptrolle gespielt hatte. In diesem Jahr wird Sie für ihr Lebenswerk mit der GOLDENEN KAMERA 2007 geehrt.

Mit vielen ihrer Rollen prägte sie die Filmlandschaft. Zuerst in ihrer Schweizer Heimat, dann in Deutschland und in Frankreich. Sogar Hollywood wurde zwischenzeitlich auf das überaus sympathische Energiebündel aufmerksam. Für eine ganze Generation wird sie immer die gute Freundin Lilo aus der "Sesamstraße" sein, in der sie 1978 bis 1985 mit dabei war.

Die Filmwelt lag ihr zu Füßen

Ihre Blütezeit erlebte Pulver bereits viel früher. 1949 feierte sie ihre Bühnenpremiere am Stadttheater in Bern, in den 50er- und 60er-Jahren wurde sie in Deutschland zum Publikumsliebling. Unvergessen, wie sie 1955 als junge Ungarin in "Ich denke oft an Piroschka" einen deutschen Austauschstudenten verzauberte. Ihr komisches Talent bewies sie in "Das Wirtshaus im Spessart" (1958) sowie mit einem wilden Tanz auf einem Tisch in "Eins, Zwei, drei" (1961), der legendären Ost-West-Komödie von Billy Wilder. Sie stand in Frankreich vor der Kamera, drehte in den USA und wurde dort 1964 für ihre Rolle in "Staatsaffären" für den Filmpreis Golden Globe nominiert.

Sie arbeitete mit Schauspielgrößen wie Gustaf Gründgens, Heinz Rühmann, Jean Gabin und James Cagney. Mit allen kam sie gut aus, manche wurden Freunde. Ihr Favorit aber war ein anderer: "Der liebste Filmpartner war mir mein Mann, Helmut Schmid. Wir haben zusammen Filme gedreht und sind gemeinsam auf Theatertourneen gegangen. 1960 haben wir uns bei den Dreharbeiten zu 'Gustav Adolfs Page' kennengelernt. Curd Jürgens spielte die Hauptrolle, und ich hatte mit Helmut nur eine einzige gemeinsame Szene. Aber daraus entstand eine große Liebe und eine wunderbare Ehe." Sie waren 31 Jahre verheiratet, bis Schmid 1992 nach einem Herzinfarkt starb. Es war nicht der einzige Schicksalsschlag: Drei Jahre vor dem Tod ihres Mannes kam ihre damals 21-jährige Tochter Mélisande durch einen Sturz von der Berner Münsterplattform ums Leben. Die genauen Umstände sind ungeklärt.

Ihre Wunschrolle: weiblicher Sheriff

Seit einigen Jahren lebt Liselotte Pulver in einer Seniorenresidenz in Bern. "Meine Tage sehen gar nicht so viel anders aus als bei anderen Leuten", sagt sie. "Aufstehen, frühstücken, Post erledigen, ein frühes Mittagessen um zwölf. Anschließend lege ich mich kurz hin und mache dann meinen täglichen Spaziergang. Diese Spaziergänge in der Natur sind heutzutage mein liebstes Hobby." In ihr Haus am Genfer See, das sie 1962 kaufte, ist vor wenigen Jahren ihr Sohn Marc-Tell mit seiner Frau eingezogen. Liselotte Pulver ist froh, dass es dadurch in Familienbesitz geblieben ist. Nun reist sie von Bern regelmäßig an den "Familiensitz" in Genf: "Im Sommer schwimme ich im See und genieße den Garten."

Aktiv und selbstbestimmt will sie bleiben, ihren Humor hat sie sich ohnehin bewahrt: "Es sind die kleinen Dinge im Leben, die mich zum Lachen bringen", sagt sie. "Wenn etwas nicht klappt, dann ist es besser, darüber zu lachen, anstatt sich zu ärgern." Einen weiteren Film möchte sie angesichts ihres Alters leider nicht mehr machen, das wäre wohl zu anstrengend. Eine Wunschrolle hat sie trotzdem parat: "Wenn ich noch einmal jung wäre, würde ich gern in einem Wildwestfilm spielen – einen weiblichen Sheriff!"

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