Hymne auf die Freundschaft: GOKA-Kandidat "Zuckersand"

Feinfühliger Film, der die DDR-Zeit aus einer neuen Perspektive zeigt. Eine Hymne auf die Freundschaft, die sich von Ideologien nicht entzweien lässt.

Schon wieder ein Film über die DDR – will das noch jemand sehen? Absolut, denn "Zuckersand" (11. Oktober, 20.15 Uhr, Das Erste) ist anders. Nicht (n)ostalgisch verklärt, sondern eher beiläufig werden die DDR-Verhältnisse von 1979 in Szene gesetzt. Im Vordergrund steht viel mehr die Freundschaft zweier Zehnjähriger. Es geht um kindliche Kreativität, Ideenreichtum, Abenteuerlust und den Stellenwert von Freundschaft und Freiheit. Zwei unbekümmerte Jungs sind der Ungerechtigkeit der DDR ausgesetzt.

Trailer zu "Zuckersand"

Darum geht's in "Zuckersand":

Sie sind die allerbesten Freunde und Blutsbrüder: Fred (Tilman Döbler, 11) und Jonas (Valentin Wessely, 12) gehen durch dick und dünn. Bis Jonas' Mutter Olivia (Deborah Kaufmann) einen Ausreiseantrag in die BRD stellt. Plötzlich verbietet Freds Vater, ein linientreuer DDR-Beamter, seinem Sohn den Umgang mit Jonas. Doch die unterschiedlichen Ideologien ihrer Familien können die beiden nicht auseinander bringen. Heimlich treffen sie sich und schaufeln in einer stillgelegten Lagerhalle direkt neben der Grenze einen Tunnel. Ihr Ziel: Sie wollen die 12.742 Kilometer bis nach Australien durchbuddeln, um sich auch nach Jonas' Ausreise wieder zu sehen.

Hintergrund

Regisseur Dirk Kummer schrieb auch das Buch zum Film. Darin schöpft er aus seinen Kindheitserinnerungen: "Zuckersand nennt man den feinen, körnigen Bra­ndenburger Sand. Er steht für meine Kindheit", so Kummer.

Diese schönen Erinnerungen wurden bereits ausgezeichnet: Auf dem Münchener Filmfest gewann der Film den Bernd-Burgemeister-Filmpreis.

GOKA-Wertung

Berührend, intensiv, glaubwürdig und humorvoll zieht dieser Film einen in den Bann. Das TV-Drama ist eine wundervolle Hommage an Werte wie Freundschaft und Freiheit, mit der die ideologische Engstirnigkeit der DDR entlarvt wird.

(Eine Bewertung der Redaktion. Die Beurteilung des Films durch die GOKA-Jury ist davon unabhängig)

Muss ich sehen, weil...

...die beiden Jungs so überzeugend spielen und Kindheitserinnerungen wachrütteln, dass man sogleich seine(n) beste(n) Schulfreund(in) vermisst.

Für Fans von...

..."Boyhood" (2014) und "Barbara" (2012)

In unserer Bildergalerie sehen Sie die besten Fotos zum Film:

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