"Tatort: Der rote Schatten" führt in die RAF-Zeit

Die Stuttgarter Kommissare müssen bei der Aufklärung eines Mordes die Todesnacht von Stammheim aufrollen.

Wie konnten vier RAF-Terroristen zeitgleich in ihren Gefägniszellen Selbstmord begehen? Oder war es Mord? Fragen, die bis heute nicht geklärt werden konnte. Der Stuttgarter "Tatort: Der Rote Schatten" (15. Oktober, 20.15 Uhr, Das Erste) verbindet die echte RAF-Geschichte mit einem mysteriösen Todesfall.

Darum geht's in "Der rote Schatten"

Lannert (Richy Müller) und Botz (Felix Klare) gehen einem angeblichen Badewannenunfall nach, der sich nicht nur als Mord entpuppt, sondern die Ermittler bis in die Zeit des Deutschen Herbstes zurückführt. Steckt der Lebensgefährte der Toten (Hannes Jaenicke), der damals wahrscheinlich als V-mann für den Verfassungsschutz gegen die RAF ermittelte, hinter der Tat? Davon zumindest ist Christoph Heider (Oliver Reinhard), der Ex-Gatte des Opfers, überzeugt. Doch mit welchem Motiv? Plötzlich sieht sich Kommissar Lannert (Richy Müller) mit seiner eigenen (RAF-)Vergangenheit konfrontiert.

Hintergrund

Am 18.10.1977 nahmen sich Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Zellen das Leben, Irmgard Möller überlebte verletzt. Wussten die Behörden von den Waffen im Gefängnis und wie waren sie dahin gelangt? Wie weit darf Zeugenschutz gehen? Regisseur Dominik Graf verquickt den mit Zeitsprüngen erzählten Fall mit historischem Material.

GOKA-Wertung

Die bis heute offene Frage was in der Nacht von Stammheim passierte, macht diesen "Tatort" zu einem fesselnden Krimi. Dichte, glaubwürdige Rückschauen führen den Zuschauer zurück in eine Zeit, als der Ausnahmezustand herrschte. Originalbilder von Arbeitgeberpräsidenten Hannes-Martin Schleyer, den RAF-Terroristen Baader &Co. mit nachgedrehten Szenen verquickt, lassen die Vergangenheit und Gegenwart ineinander greifen. Besonders Hannes Jaenicke als rätselhafter, abgebrannter Aussteiger mit RAF-Vergangenheit überzeugt.

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