TV-Event der Woche: "Meine fremde Freundin"

Hannes Jaenicke spielt einen mutmaßlichen Vergewaltiger. Der ARD-Themenabend behandelt sexuellen Missbrauch und das Risiko von Justizirrtümern.

Schlagzeilen zu sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz und Vergewaltigungen finden sich derzeit leider oft in den aktuellen Nachrichten wieder. Auch das Erste setzt sich am Themenabend "Sexuelle Nötigung, Lügen und Vorurteile" mit diesen Übergriffen auseinander. Im Film "Meine fremde Freundin" (8. November, 20.15 Uhr, Das Erste) verschwimmen die Grenzen – wer ist Täter und wer Opfer? Im Anschluss an den Mittwochsfilm diskutiert Sandra Maischberger mit ihren Gästen über sexuelle Gewalt und die schwierige Rolle der Justiz.

Darum geht's in "Meine fremde Freundin"

Andrea Bredow (Valerie Niehaus), Angestellte im Gesundheitsamt, freundet sich schnell mit ihrer neuen Kollegin Judith Lorenz (Ursula Strauss) an. Endlich eine, die den anzüglichen Kollegen Volker Lehmann (Hannes Jaenicke) in seine Schranken weist. Als Judith ihr eines Tages verzweifelt von der Vergewaltigung durch den Büromacho erzählt, steht Andrea ihr zur Seite – auch vor Gericht. Lehmann wird verurteilt. Mit der Zeit tauchen jedoch immer mehr Ungereimtheiten auf. Und plötzlich wütet Judith auch gegen Andreas Mann.

Hintergrund

Die Produzenten Hubertus Meyer­-Burckhardt und Christoph Bicker haben für "Meine fremde Freundin" beim Filmfest Hamburg den Produzentenpreis für Deutsche Fernsehproduktionen bekommen.

Laut der ersten repräsentativen Studie von 2004 gelangen in Deutschland nur etwa 8 % der sexuellen Straftaten an Frauen zur Anzeige. Die Zahl der Verurteilungen liegt bei 13 % die der Falschbeschuldigungen bei etwa 3 % (bmfsfj.de).

GOKA-Wertung

Eine intensive Charakterstudie über menschliche Verfehlungen in einem alltäglichen Milieu. Mit Ursula Strauss, Valerie Niehaus und Hannes Jaenicke ist das TV-Drama zudem erstklassig besetzt.

Muss ich sehen, weil...

....sich die Frage, wer ist Opfer und wer Täter, spannend bis zum Schluss zieht.

Für Fans von...

"Schuld2: Kinder"(2017) nach Ferdinand von Schirach und "Verfehlung" (2014)

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