TV-Event der Woche: "Eine Braut kommt selten allein"

Rapper Sido (im wahren Leben Paul Würdig) überzeugt in "Eine Braut kommt selten allein" (6. Dezember, 20.15 Uhr, Das Erste) als gescheiterter Clubbesitzer, der sich in eine Roma-Schönheit verliebt.

Darum geht's in "Eine Braut kommt selten allein"

Johnny (Paul "Sido" Würdig) ist ein Träumer. "Der ist erst aufgewacht, als ich ihn verlassen habe", sagt seine Ex Katja (Petra Schmidt-Schaller) über den gutmütigen Schluffi. "Und er kann nicht nein sagen." Was für allerhand Probleme sorgt, als er eines Morgens aufwacht und unerwartet Mitbewohner hat.

Zunächst zieht bei ihm nur der Luftikus Avram (Rauand Taleb) ein, doch bald auch dessen Schwester die Romni Sophia (Michelle Barthel). Sie sei von ihrer Hochzeit abgehauen und aus Belgrad geflüchtet. Johnny ist hingerissen. Aber sagt sie ihm die Wahrheit? Er weiß es nicht. Und irgendwann ist es ihm auch egal, denn die Roma-Schönheit hat sein Herz erobert. Als Sophia Heimweh bekommt, quartiert sie ihre 16-köpfige Großfamilie bei ihm ein. Damit gerät sein ohnehin kompliziertes Leben völlig aus den Fugen. Denn alle wollen was von ihm. Er soll ihnen helfen in Deutschland Fuß zu fassen und sie vor der Abschiebung bewahren. Jetzt kann der Johnny zeigen, was wirklich in ihm steckt und läuft zu neuer Hochform auf.

Hauptrolle für Paul "Sido" Würdig

Sido, der bürgerlich Paul Würdig heißt, ist eigentlich Rapper. Doch bereits 2015 übernahm der heute 37-Jährige in der Komödie "Halbe Brüder" nebn Tedros Teclebrhan und Fahri Yardım eine Hauptrolle. Nun ist er zum ersten Mal in einer ernsten Rolle zu sehen und überzeugt als Träumer Johnny, der sich in die Romni Sophia verliebt und plötzlich zeigen kann, was in ihm steckt.

Paul "Sido" Würdig stammt sebst aus einer Roma- und Sinti-Familie und sagt über sich: "Ich bin Zigeuner." Dass das politisch unkorrekt ist, stört ihn nicht. Er weiß, was es bedeutet, fremd in einem Land zu sein - und möchte mit diesem Film das Thema Flüchtlinge wieder ins Bewusstsein der Menschen bringen. Petra Schmidt-Schaller, die seine Ex-Frau Katja spielt, verrät uns im Interview über ihren gemeinsamen Dreh: "Es war herrlich, mit ihm zu arbeiten. Er hat einen wunderbaren Humor und ist sehr selbstironisch. Das hat großen Spaß gemacht."

Hintergrund

Regie führt Buket Alakus ("Einmal Hans mit scharfer Soße") nach einem Drehbuch von Laila Stieler, die unter anderem mit dem zweiten Teil "Die Opfer – Vergesst mich nicht" der NSU-Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" bekannt wurde.

GOKA-Wertung

Ein hinreißender Zusammenprall der Kulturen: unverstellt, wertfrei und ohne Scheu vor unangenehmen Wahrheiten erzählt "Eine Braut kommt selten allein" von der Kraft der Liebe.

Muss ich sehen, weil...

... diese Underdog-Romanze unverkrampft Vorurteile und Sinti-und-Roma-Klischees aufs Korn nimmt.

Für Fans von...

"300 Worte Deutsch" (2014), "Herbe Mischung" (2015) oder "Halbe Brüder" (2015) für Sido-Fans

GOKA-Star der Woche: Petra Schmidt-Schaller

Fachfrau für extreme Mutterfiguren: Im Thriller "Keine zweite Chance" spielt Petra Schmidt-Schaller eine junge Mutter, die ihre Liebsten verliert.
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