Ist "Batman v Superman" wirklich super?

Mit "Dawn of Justice" spannt Regisseur Zack Snyder den Bogen von "Man of Steel" zum großen "Justice League"-Crossover 2017. Hier erfahren Sie, wie ihm dieser Spagat gelungen ist.

Um es vorweg zu nehmen: So richtig super ist das heißersehnte Leinwandgipfeltreffen der beiden Ikonen aus dem DC Comic-Universum nicht geworden. Dabei wird der ideologische Konflikt zwischen den beiden grundverschiedenen Superhelden, den ihre beiden Darsteller Ben Affleck und Henry Cavill bereits in unserem Interview zu "Batman v Superman: Dawn of Justice" ausgebreitet haben, in der ersten Hälfte des am 24. März startenden Films durchaus smart und packend aufgebaut.

Darum geht's in "Batman v Superman: Dawn of Justice"

Nach einem exzellent inszenierten 3D-Prolog, in dem die tragische Heldengenese des kleinen Bruce Wayne zum späteren Batman geschildert wird, springt "Dawn of Justice" in das Finale von Zack Snyders "Man of Steel". Diesmal erleben wir aus Sicht eines fassungslos durch die Straßenschluchten von Metropolis irrenden Bruce Wayne (Affleck), wie Superman (Cavill) im Kampf gegen Alien-General Zod zwar die Welt rettet, dafür aber die Zerstörung der Stadt und tausende Tote in Kauf nimmt. Dass der Superimmigrant vom Planeten Krypton danach trotzdem von vielen als gottgleicher Messiahs verehrt wird, stößt dem spitzohrigen Vigilanten bitter auf, denn er ist überzeugt: Von einer derart übermächtigen Kreatur geht eine apokalyptische Gefahr für die Menschheit aus. Diese nicht nur in Bruce Wayne schlummernde Befürchtung macht sich Lex Luthor (Jesse Eisenberg) zunutze. Wie ein Puppenspieler sorgt der superschurkige Konzernchef dafür, dass Heilsbringer Superman immer mehr in Misskredit gerät und ein zunehmend wild entschlossener Batman zum Showdown-Duell aufrüstet. Ein perfider Coup, der wiederum die unerkannt unter den Menschen lebende Wonder Woman (Gal Gadot) aus der Reserve lockt und damit den Weg zum großen Superhelden-Crossover "Justice League" ebnet, dessen Dreharbeiten nächsten Monat beginnen sollen...

Featurette zu "Batman v Superman: Dawn of Justice" (OF)

Wie sehr "Dawn of Justice"-Regisseur Zack Snyder die Comicvorlagen verehrt, wird deutlich, wenn man seine Präsentation der beiden titelgebenden Antipoden betrachtet. Afflecks Batman lässt in seiner verbitterten Rächermentalität den düsteren Heldenabgesang in Frank Millers "Die Rückkehr des dunklen Ritters" Filmrealität werden. Und Cavills unnahbarer Superman, der von der Menschheit entfremdet über der Szenerie schwebt, zitiert die ikonischen Artworks eines Alex Ross. Angesichts dieser sorgfältig konstruierten Opposition ist es doppelt bedauerlich, dass zum Finale aus den beiden Todfeinden mir nichts dir nichts Best Buddies werden. Ohnehin führt die actionlastige zweite Filmhälfte dazu, dass jegliche Sorgfalt bei der Charakterzeichnung durch bisweilen mäßig getricksten Augenfutter-Bombast (Stichwort: Doomsday) im Keim erstickt wird. Dies führt dazu, dass durchaus treffende Sentenzen wie "Das Gefühl der Machtlosigkeit führt zu Grausamkeit" zu hohlen Phrasen verkommen und dass einen die handelnden Personen emotional irgendwie kalt lassen. D