Kampf um die Krone: Netflix setzt auf europäische "Originals"

Matt Smith und Claire Foy als britisches Königspaar in "The Crown"
Matt Smith und Claire Foy als britisches Königspaar in "The Crown"
Foto: Netflix
"The Crown", "Marseille" und "Dark": Wie Netflix jetzt mit nicht amerikanischen Serienproduktionen die Vorherrschaft der TV-Sender angreift.

Eine lebende Berühmtheit zu verkörpern zählt zu den größten Herausforderungen für einen Schauspieler. Wie wird jene Person reagieren, wenn sie das Ergebnis sieht? Und wie vermeidet man es als Darsteller, zur Parodie zu werden? Claire Foy wäre froh, wenn das ihre einzigen Sorgen wären. In der kommenden Netflix-Serie "The Crown" spielt die 31-Jährige ("Wölfe") die berühmteste Frau – sorry, Angela Merkel – der Welt: Elisabeth II., Königin von England.

Trailer: "The Crown"

"Ich habe gar nicht erst versucht, sie zu imitieren – das hätte nur schiefgehen können", sagt Claire Foy im Interview mit GOLDENE KAMERA in Paris, wo Streaming-Anbieter Netflix jetzt seine kommenden Serien- und Filmhighlights vorgestellt hat. "Ich habe versucht, alles zu vergessen, was ich über die Königin wusste, und welches Bild von ihr vermittelt wird. Entscheidend für mich war das Skript."

Gigantische 150 Drehtage

Und das stammt bei "The Crown" (ab 4.11. bei Netflix) von einem der besten der Branche. Peter Morgan wurde bereits für seine Drehbücher für "The Queen" (2006) und "Frost/Nixon" (2008) für den Oscar nominiert. In "The Crown" erzählt Morgan die Geschichte Elisabeths und ihrer Familie ab der Krönung 1953. Genug Zuschauerzuspruch vorausgesetzt, könnte "The Crown" sechs Staffeln umfassen, die Handlung würde bis in die Gegenwart reichen. "Staffel eins besteht aus zehn Folgen und umfasst zehn Jahre", verrät Peter Morgan im Gespräch mit GOLDENE KAMERA. "Fakt ist aber: Ich hätte für diesen Zeitraum ohne Mühe auch 30 Folgen füllen können – so viel Material gibt es."