Mogli, Balu & Co.: Die besten "Dschungelbuch"-Verfilmungen

"Das Dschungelbuch" (1967): Balu der Bär, Mogli und Panther Baghira
"Das Dschungelbuch" (1967): Balu der Bär, Mogli und Panther Baghira
Foto: © dpa - Bildarchiv
Gerade lief Disneys neue "Dschungelbuch"-Verfilmung in Deutschland an. Eine gute Gelegenheit, um einmal zu schauen, welche es noch so gibt.

Endlich startete in den deutschen Kinos Disneys neue "Dschungelbuch"-Verfilmung von Jon Favreau, überbordend mit neuester Technik inklusive eigener Software für Wasser und Fell, damit Mogli (Neel Sethi) seinem Balu "wirklich" den Bauch kraulen kann.

Anke Hofmann spricht mit dem Regisseur vom "Dschungelbuch"

Eine gute Gelegenheit, um einmal zu schauen, welche "Dschungelbuch"-Verfilmungen es noch so gibt.

Lange vor der berühmten Disney-Verfilmung von 1967 (mehr dazu weiter unten) wagte sich der US-Regisseur Zoltan Korda an den Stoff. Er schuf 1942 die bis heute bekannteste Realverfilmung. Produzent Alexander Korda scheute keine Mühen: Für das Szenenbild von Vincent Korda schaffte er Lianen und andere Dschungelpflanzen aus Indien nach Hollywood und holte mehrere Hundert Tiere aus Zoos und Höfen der Umgebung. Kein Wunder, dass sich die Dreharbeiten ein Jahr lang hinzogen. Heraus kam ein opulentes Familienabenteuer, das sich an den Original-Büchern des Rudyard Kipling aus 1894/1895 orientierte und den indischen Schauspieler Sabu als Mogli berühmt machte. Leider konnte der 1943 für vier Oscars nominierte Film dann doch keinen einheimsen.

"Das Dschungelbuch" von 1942 in voller Länge (OF)

Wesentlich erfolgreicher und mit schlappen 27 Mio. Zuschauern in den deutschen Kinos als Zeichentrick-Klassiker unerreicht ist "Das Dschungelbuch" von 1967 unter der Regie von Wolfang "Woolie" Reitherman. Walt Disney, der die Erstaufführung des Films übrigens nicht mehr erlebte, fand die Bücher von Kipling zu düster und verbannte alle sinistren Elemente, um daraus einen gemütlichen, weich gespülten Film für die ganze Familie zu basteln.

Trailer "Das Dschungelbuch" (1967)

Ebenfalls 1967 hatte der russische Regisseur Roman Davydov eine Miniserie über Mogli begonnen. Im Gegensatz zu Walt Disney orientierte er sich mehr an Kiplings Buchvorlage. Die 1973 zu einem Spielfilm zusammengefassten Folgen waren dementsprechend böser als die verniedlichende Fassung von Walt Disney. Hier ein kurzer Vergleich:

Vergleich: Disneys "Dschungelbuch" und die Miniserie

Wer mag, kann sich hier das russische Original mit englischen Untertiteln anschauen, aber Achtung, es ist stellenweise wirklich gruselig:

Miniserie "Das Dschungelbuch" (OF mit englischen Untertiteln)

1994, zum 100-jährigen Jubiläum von Kiplings Romanvorlage, initiierte der indische Produzent Raju Patel eine weitere Verfilmung mit echten Tieren (nur die Schlange Kaa wurde computeranimiert), gedreht in den USA und Indien. Er holte sich den amerikanischen Regisseur Stephen Sommers ins Boot, der Jason Scott Lee als Mogli verpflichtete. Ganz köstlich: John Cleese als Dr. Julien Plumford versucht, Mogli Manieren beizubringen:

"Das Dschungelbuch" mit John Cleese als Dr. Julien Plumford (OF)

Um nicht mit Disneys Zeichentrickversion von 1967 zu konkurrieren, erfand Sommers Charaktäre wie Katherine "Kitti" Brydo oder Captain Boone einfach dazu. Heraus kam ein romantischer, wenig stringenter Abenteuer-Romanzenfilm mit einem Mogli, der "wie ein Indiana-Jones-Klon" wirkte, wie der legendäre Filmkritiker Roger Ebert ätzte.

Trailer "Das Dschungelbuch" (1994)

2003 folgte "Dschungelbuch 2", die späte Fortsetzung von Disneys Dschungelabenteuer. Hier wird die Geschichte daran aufgezäumt, dass Mogli sich bei den Menschen zwar wohl fühlt, aber seinen alten Kumpel Balu vermisst. Also macht er sich auf den Weg, ihn zu suchen.

Trailer "Das Dschungelbuch 2" (2003)

Der Film wurde häufig als lieblos zusammengeschusterte Fortsetzung mit wenig Charme verunglimpft, die nur Kindern gefallen könne aber ganz unterhaltsam sei. Im Gegensatz zu Disneys düstererer Neuverfilmung, die von fast allen Kritikern gelobt wird, aber kein Film für die ganz Kleinen ist.