Elyas M’Barek: "Hollywood steht nicht auf meiner Agenda"

Elyas M'Barek (34)
Elyas M'Barek (34)
Foto: © Hannelore Foerster/Getty Images
Publikumsliebling Elyas M’Barek hat auch so gut zu tun: Gas geben, Wohnung einrichten – und sich auf "Fack ju Göhte 3" freuen. GOLDENE KAMERA traf ihn zum Interview.

Lange nicht gesehen: Kinoliebling und Sexsymbol Elyas M’Barek hat sich seit "Fack ju Göhte 2" eine Weile rargemacht. Große Verwunderung gab es etwa darüber, dass er nicht in der starbesetzten Komödie "Vier gegen die Bank" mit Til Schweiger, Matthias Schweighöfer, Michael "Bully" Herbig und Jan Josef Liefers zu sehen sein wird.

Stattdessen eröffnete der Sohn eines Tunesiers und einer Österreicherin lieber eine Bar in seiner Heimatstadt München. Mütterlicherseits stammt er zwar aus einer Familie von Gastronomen – doch nach der Planungs- und Einrichtungsphase ist er nur noch Gast im "Paisano" und überlässt das operative Geschäft seinen beiden Partnern.

Nun gibt es aber auch in Sachen Film endlich Neuigkeiten zu berichten: Demnächst nämlich spielt der 34-Jährige unter der Regie von Simon Verhoeven an der Seite von dessen Mutter Senta Berger: "Willkommen bei den Hartmanns" erzählt, wie eine pensionierte Lehrerin einen Flüchtling aufnimmt und damit das Leben ihrer Familie gründlich durcheinanderwirbelt. Mit von der Partie sind Heiner Lauterbach und Florian David Fitz.

Vorher trafen wir M’Barek jedoch in der atemberaubenden roten Felsenlandschaft von Utah, USA: Dort drehte der auch als Testimonial begehrte Schauspieler einen Werbespot für den Autohersteller Jeep. Einen kleinen Clip schickte er schon vor Ort an seine fünf Millionen Follower auf Facebook, Instagram und Twitter: "Let’s get dirty", sagt er am Steuer eines Jeep Wrangler und wirbelt dann mit angezogener Handbremse mächtig Staub auf.

Ob der – mittlerweile liierte – Frauenschwarm seinen Körper noch mal für einen "Fack ju Göhte"-Film in Form bringen muss und wie er Katja Riemann ärgert, verriet er uns im Interview.

Elyas M’Barek im Interview

Der Jeep-Spot ist im Kasten – schauen Sie jetzt noch in Los Angeles vorbei, um dort für die Zukunft ein paar US-Filmprojekte ins Rollen zu bringen?

Glauben Sie das? Dass die in Hollywood auf mich warten? Nee. Ich fahre nach Hause. Ich bin kürzlich umgezogen und muss mich um meine Wohnung kümmern. Die ist wichtiger als L.A. (lacht).

Immerhin hat Ihr Kollege aus dem Film "Der Medicus", der Brite Tom Payne, eine coole Rolle in "The Walking Dead" ergattert.

Aber der lebt auch schon seit acht Jahren in Los Angeles und hat somit jede Menge Vorsprung gehabt. Nein, Hollywood steht momentan nicht auf meiner Agenda.

Derzeit ist ja das goldene Zeitalter der Serien. Würde Sie so etwas auch reizen?

Ich komme ja vom TV, alles hat im Grunde mit "Türkisch für Anfänger" begonnen. Ich bin Serien auch gar nicht abgeneigt, empfinde es aber momentan als großen Luxus, Kinoprojekte zu realisieren. Das ist ein extremes Privileg, das ich gern so lange wie möglich genießen möchte.

Trailer zur Serie "Türkisch für Anfänger"

Warum drehen Sie so viele Comedys?

Nach wie vor sind sie das Meisterfach und die größte Herausforderung für mich. Außerdem: Wer geht schon für einen deutschen Actionfilm ins Kino? Ich glaube, das Genre erreicht bei uns nur ein Nischenpublikum. Der Aufwand lohnt sich nicht.

Und was muss eine Komödie haben, damit Sie zusagen?

Sie sollte von jenen Liebeskomödien abweichen, bei denen sich nur die bekannten Schemata wiederholen. Das Thema sollte zeitgemäß und die Botschaft des Films muss klar sein.

Ist ein dritter Teil von "Fack ju Göhte" noch aktuell?

Absolut! Ich weiß, dass hinter den Kulissen intensiv nachgedacht wird über mögliche Ideen. Wir müssen uns da leider alle noch ein wenig gedulden.

Sie haben eine "Fack ju Göhte"-Whats-App-Gruppe mit Jella Haase, Karoline Herfurth und Co. Ist sie noch aktiv?

Ja, total! Jeden Tag. Gestern habe ich geschrieben, dass ich in Moab, Utah, bin und Katja Riemann schrieb: "Was in aller Welt machst du da?" Sie hat noch keine Antwort bekommen (lacht).

Waren Sie hier schon offroad unterwegs?

Noch nicht. Aber wenn heute alles erledigt ist, werde ich mir einen dieser aufgemotzten Jeeps schnappen und nach Moab düsen.

"Offroad" hieß auch Ihr Film mit Nora Tschirner – gefühlt haben Sie mit allen angesagten Schauspielerinnen gedreht.

Tatsächlich mit einigen aus meiner Generation. Aber der Nachwuchs ist am Start, da kenne ich ganz viele noch nicht. Zu den Newcomern gehöre ich ja nun nicht mehr.

Trailer zu "Offroad"

Ihr Kollege Edin Hasanovic gewann die GOLDENE KAMERA, Eko Fresh hat mit "Blockbustaz" eine eigene Serie: Sehen Sie sich als Wegbereiter für Leute mit Migrationshintergrund?

Das wäre sicherlich übertrieben. Bestimmt haben Erfolge wie "Fack ju Göhte" dazu beigetragen, dass heutzutage bunter besetzt wird. Vor zehn Jahren war das noch anders, da gab es das einfach nicht. Wenn man heute in eine Großstadtschule geht und sieht, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist, wäre es einfach unrealistisch, wenn es im TV und Kino kein Spiegelbild davon gäbe. Diese Entwicklung war überfällig.

Interview: Dirk Oetjen