"Conjuring 2"-Star Vera Farmiga: "Ich habe Dinge gespürt, die ich nicht erklären kann"

Fühlt sich im Paranormalen pudelwohl: "Conjuring"-Star Vera Farmiga (42)
Fühlt sich im Paranormalen pudelwohl: "Conjuring"-Star Vera Farmiga (42)
Foto: © Theo Kingma
Zum Start der mit Spannung erwarteten Geisterfilm-Fortsetzung sprach die Hauptdarstellerin mit uns über das reale Vorbild ihrer Rolle und eine unheimliche Begegnung der dritten Art.

Im Schauspielgeschäft ist Vera Farmiga seit 1997, doch auch wenn die 42-Jährige bereits in Scorseses Oscar-Gewinner "Departed - Unter Feinden" (2006) und einer eigenen Oscar-Nominierung für "Up in the Air" (2009) auf sich aufmerksam machen konnte, gelang ihr der endgültige popkulturelle Durchbruch erst mit dem Wechsel ins Genrefach. 2013 schlüpfte die in New Jersey geborene Schauspielerin erstmals in "Conjuring - Die Heimsuchung" in die Rolle der der real existierenden Dämonologin Lorraine Wilson. In "Conjuring 2" (Kinostart: 16. Juni) kehrt Farmiga, die ebenfalls seit 2013 als Mutter von Norman Bates für Furore in der Serie "Bates Motel" sorgt, zu ihrer späten Paraderolle zurück.

Vera Farmiga im Interview

Das ist das zweite Mal, dass Sie in die Haut der Dämonologin Lorraine Warren schlüpfen. Was bewundern Sie in dieser Frau?

Ihr enormes Mitgefühl. Ihre Selbstlosigkeit und ihren Drang, anderen zu helfen. Obwohl sie gegen Dämonen kämpfen, dreht sich in den "Conjuring"-Filmen alles um Menschlichkeit.

Steckt in "Conjuring 2" mehr von Ihrer eigenen Persönlichkeit in dieser Figur?

Ein bisschen, denn die Drehbuchautoren haben sich meiner Interpretation von Lorraine angepasst und meine Stärken für diese Rolle genutzt.

Welche Beziehung haben Sie zu der echten Lorraine Warren?

Vera: Ich bin so froh, dass ich Sie jetzt zu meiner Freundin zählen kann. Patrick (Wilson) und ich haben ein Ritual entwickelt: Vor Drehstart fahren wir zu Lorraines Haus für ein gemütliches Mittagessen. Dieses Mal hat sie selbstgemachte Hackbällchen serviert. Und danach sitzen wir stundenlang mit ihr im Wohnzimmer und reden einfach über Gott und die Welt.

Die Handlung in "Conjuring 2" basiert wieder auf einem wahren Fall. Wie unheimlich war es, das Original der fast 40-Jahre-alten Tonbandaufnahme anzuhören?

Sehr unheimlich! Zum Glück habe ich sie mir zusammen mit Patrick (Wilson) und (Regisseur) James (Wan) angehört. Wenn ich das nachts alleine zu Hause gemacht hätte, hätte ich garantiert kein Auge mehr zumachen können (lacht).

Die Tonbandsequenz aus "Conjuring 2" (OF)

Wären Sie gerne hellseherisch begabt? Wäre diese Gabe für Sie ein Geschenk oder ein Fluch?

Ich glaube, wir alle können ein wenig hellsehen. Wir alle haben ein spezielles Wahrnehmungsvermögen, durch das wir andere Menschen und ihre Gefühle und Gedanken verstehen können. Natürlich ist meine Gabe verglichen mit Lorraines Fähigkeiten nur minimal ausgeprägt, aber ich war immer gut darin, die Gesichter anderer zu lesen und mich in sie hineinzuversetzen.

Wie offen sind Sie für das Paranormale? Haben Sie je Gespenster oder Dämonen gesehen?

Ich bin sehr offen, was das Unerklärliche angeht. Ich liebe es, Geschichten anderer über paranormale Begegnungen zu hören. Leider habe ich selber noch nie einen Geist gesehen, aber ich habe Dinge gespürt, die ich nicht erklären konnte. Ich habe einmal ein sehr altes Haus renoviert, das zur Zeit der Prohibition eine illegale Kneipe war. In dem Haus stand ein toller antiker Holztisch, der Ölflecken hatte. Also brachte ich den Tisch nach draußen, um ihn abzuschleifen, und auf einmal spürte ich eine Hand auf meiner Hüfte, die mich zum Umdrehen zwang. Aber hinter mir stand keiner! Ich schwöre es, ich habe diese Hand wirklich gespürt!

Sind Sie auch abergläubisch? Haben Sie einen Talisman?

Ja, zwei sogar. Als meine Mann und ich einmal Urlaub in Marrakesch gemacht haben, hat mich ein Wahrsager zu sich gerufen und mir einen Anhänger mit einem Gebräu gegeben, das mir Glück und Erfolg im Leben bringen würde. Eine Woche später bekam ich die Rolle in "Departed – Unter Feinden". Seitdem trage ich diesen Glücksbringer immer. Und ich habe einen wunderschönen hellblauen Anhänger vom Heiligen Christophorus, der mich auf Reisen schützen soll.

Interview: Anke Hofmann