In "Verräter wie wir" gerät Ewan McGregor ins Visier der Mafia

Perry (Ewan McGregor) gerät ins Visier der russischen Mafia
Perry (Ewan McGregor) gerät ins Visier der russischen Mafia
Foto: © STUDIOCANAL GMBH
Zur TV-Premiere (6. Mai, 22.15 Uhr, ZDF) der John le Carré-Verfilmung: Ewan McGregor verrät im Interview warum er dem Mafioso Dima auch im wahren Leben geholfen hätte.

Worum geht's in "Verräter wie wir"?

Trailer zu "Verräter wie wir"

Ein romantischer Urlaub in Marrakesch soll die kriselnde Ehe von Oxford-Professor Perry (Ewan McGregor) und Anwältin Gail (Naomie Harris) retten. Alles kommt jedoch anders als gedacht, als Perry den exzentrischen Russen Dima (Stellan Skarsgård) kennenlernt.

Nach einer durchfeierten Nacht gesteht Dima seinem neuen Kumpel: Er ist Geldwäscher der russischen Mafia und auf der Abschussliste gelandet. Dima will mit Frau und Kindern nach England überlaufen und bietet als Gegenleistung brisante Informationen über sein Geldwäschesyndikat an.

Der naive Perry möchte seinem Freund zur Seite stehen und stellt den Kontakt zum britischen Geheimagenten Hector (Damian Lewis) her. Ein Deal, der sowohl für Perry als auch für Gail schwerwiegende Folgen hat und eine Odyssee durch halb Europa nach sich zieht.

Ein GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Vom atmosphärischen Auftakt bis zum höchst dramatischen Finale hält der geschickt inszenierte Thriller den Zuschauer fast durchgängig in Atem. Dabei unterscheidet er sich in einigen Aspekten gravierend von anderen Filmen dieses Genres: zum einen durch seine bemerkenswert poetische Bildsprache, zum anderen durch den ungewöhnlichen Fokus auf die unterschiedlichen Beziehungsgefüge, die im Film porträtiert werden – zwischen den beiden Ehepaaren wie auch zwischen den Freunden Perry und Dima.

Ewan McGregor im Interview

Wir sprachen mit unserem Preisträger von 2018 über seine Rolle als Oxford-Professor Perry.

GOLDENE KAMERA: Was hat Sie an "Verräter wie wir" gereizt?

Ewan McGregor: Meiner Meinung nach ist das Spannendste an diesem Film die Beziehung zwischen meiner Figur Perry und seiner Frau. Natürlich steht vor allem die Freundschaft zwischen Perry und Dima im Mittelpunkt, aber für mich war die Tatsache, dass er beinahe die Ehe der beiden an die Wand gefahren hat und nun zu retten versucht, der faszinierendste Aspekt, weil das so ein ungewöhnlicher Ausgangspunkt für einen Film ist.

Warum ungewöhnlich?

Weil Filme normalerweise immer eine perfekte Ehe zeigen, die dann auseinander bricht. Hier ist es sozusagen andersrum erzählt. Perry hat durch seine Affäre seine Frau und seine Ehe verletzt und versucht nun, alles wieder gerade zu biegen.

Glauben Sie, Sie hätten dem Mafioso Dima ebenfalls geholfen?

Ja, das denke ich schon. Ich hab nur ein einziges Mal in meinem Leben eine ähnliche Erfahrung gemacht, während einer Motorradreise durch die Ukraine im Jahr 2004. Ein Polizist, der meinen Kumpel und mich angehalten hatte, weil wir zu schnell unterwegs waren, bot uns an, sich um eine Übernachtungsmöglichkeit zu kümmern. Er führte uns zur Villa eines Typen, der ganz sicher ein Mafioso war, und in der lauter Typen mit Lederjacken, Sonnenbrillen und Waffenholstern rumhingen. Der Typ war garantiert auf eine bestimmte Art und Weise gefährlich und hat Dinge in seinem Leben getan, die mir nicht gefallen würden. Aber ich mochte ihn und seine Familie. Und wenn er mir erzählt hätte, dass Killer hinter seiner Familie her sind, dann hätte ich alles getan, um ihm zu helfen.

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