Aria Addams: „Queen of Drags wird wirklich witzig!“

Aria Addams verkörpert in ihrer Rolle puren Glamour und gibt als Entertainerin obendrein Denkanstöße.

Aria Addams kämpft mit den anderen Kandidatinnen in der sechsteiligen Show „Queen of Drags“ (ab 14. November, 20.15 Uhr, ProSieben) um eben diesen Titel. Wir trafen die 22-Jährige zum Interview.

Aria Addams im Interview

Wie ist dein Drag-Name entstanden?

Der Vorname Aria wurde von „Arya“ aus „Game of Thrones“ inspiriert – weil sie eine starke Frau ist. Und Addams kommt daher, dass ich oft mit Morticia Addams aus der „Addams Family“ verglichen wurde. Deshalb – und weil ich finde, dass ein Name mit zwei gleichen Anfangsbuchstaben toll ist – habe ich Aria Addams daraus zusammengeschustert.

Doch wie wurdest du zur Dragqueen?

Ganz einfach! Einmal habe ich mit meinem Exfreund eine Travestieshow besucht, und sah, dass die Leute dort unglaublich viel Spaß hatten. Anschließend wollte ich es ebenfalls ausprobieren.

Warst du anfangs skeptisch, was deine Teilnahme bei „Queen of Drags“ betrifft?

Ja, wie alle anderen. Denn man kennt es ja leider erfahrungsgemäß aus dem deutschen TV, dass es nicht üblich ist, dass respektvoll mit Leuten wie uns umgegangen wird – genau wie im privaten Leben. Deswegen baut man sich in gewisser Weise eine Abwehrhaltung auf. Aber bei „Queen of Drags“ haben wir uns alle ziemlich schnell fallen lassen können, weil die Redaktion mit uns alles bis ins kleinste Detail besprochen hat. Das Team nimmt das Thema ernst, will es professionell aufziehen – und es hat Respekt vor uns. In dieser Show wird unter die schillernde Oberfläche geguckt. Viele aus der Produktion sind übrigens selbst schwul oder haben einen LGBTQI+-Hintergrund.

Was hat dich „Queen of Drags“ gelehrt?

Ich befinde mich hier auf einer tierischen Entdeckungsreise, weil es eine absolute Ausnahmesituation ist. Ich lerne mich hier ganz neu selbst kennen – beispielsweise, wie ich unter Zeitdruck und ständig umgeben von anderen Leuten mit ihnen interagiere. Meine Reaktionen zu reflektieren ist ein spannender Reifeprozess.

Klingt, als wäre alles wahnsinnig tiefsinnig.

Drama gibt’s natürlich auch! „Queen of Drags“ wird wirklich witzig. Denn jeder hat mal Schwächemomente und natürlich gibt’s auch Leute, die mal ausrasten und sich anzicken – aber nichtsdestotrotz sitzen wir am Ende des Tages alle in einem Boot und vertragen uns wieder.

Aber was kann „Queen of Drags“ gegen Homophobie ausrichten?

Klar schalten die Zuschauer anfangs ein, weil sie sehen wollen, wie zehn schrille Paradiesvögel in eine Villa in Los Angeles ziehen. Aber bereits kurz darauf lernen sie uns und unsere persönlichen Geschichten kennen, und wir werden von Männern mit Perücken zu Individuen namens Vava, Yoncé, Candy, Katy und Aria. Das ist ein langsamer Prozess, bei dem die Zuschauer verstehen, wie wertvoll Individualität ist.

Schlussfrage: Was ist deine Drag-Message?

Ich möchte mit meinem Drag einfach nur unterhalten und die Welt ein kleines bisschen bunter und toleranter machen. Wenn die Leute bei meinen Shows einfach mal für ein paar Minuten den grauen Alltag vergessen können und abschalten, dann habe ich alles richtig gemacht.