Prochnow vs. Bleibtreu: “Die dunkle Seite des Mondes”

Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf: Jürgen Prochnow (links), Moritz Bleibtreu
Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf: Jürgen Prochnow (links), Moritz Bleibtreu
Foto: © Alamode Film/Fabien Arséguel e.K.
In der Verfilmung des gleichnamigen Romans des Schweizer Bestsellerautoren Martin Suter spielt Bleibtreu einen Wirtschaftsanwalt auf Droge.

Dass “Die dunkle Seite des Mondes” (Mittwoch, 28. August, 20.15 Uhr, Das Erste) des aufstrebenden Regisseurs Stephan Rick (“Unter Nachbarn”) aus dem viel gescholtenen Segment deutscher Genreproduktionen herausragt, ist nicht nur der faszinierend durchkomponierten Inszenierung, sondern auch GOLDENE KAMERA-Gewinner Jürgen Prochnow zu verdanken, der als mephistophelischer Gegenspieler Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu zu einer grandiosen Schauspielleistung pusht.

In der Verfilmung des gleichnamigen Romans des Schweizer Bestsellerautoren Martin Suter schlüpft Bleibtreu in die Rolle des gewieften Wirtschaftsanwalts Urs Blank, der in eine Sinnkrise verfällt, nachdem eines seiner “Opfer” vor seinen Augen Selbstmord begeht. Als ein Drogentrip mit Magic Mushrooms keinen Trost spendet, sondern Blank mit dem vollen Ausmaß seiner wölfischen Persönlichkeit konfrontiert, beschließt er, der Zivilisation den Rücken zu kehren. Doch so einfach lässt der übermächtige Wirtschaftsboss Pius Ott (Prochnow) seinen einstigen Zögling nicht ziehen.

Trailer: “Die dunkle Seite des Mondes”

Prochnows Glanzleistung in “Die dunkle Seite des Mondes” ist charakteristisch dafür, wie der 74-Jährige seit seinem Durchbruch im Jahr 1981 dem Kino auch international seinen Stempel aufdrückt. Die Darstellung des unerschütterlichen Kapitänleutnants Willenbrock in Wolfgang Petersens Meisterwerk “Das Boot”, für dessen TV-Langfassung Jürgen Prochnow 1986 die GOLDENE KAMERA verliehen bekam, machte den gebürtigen Berliner zum gefragten Charakterdarsteller, der Superstars wie Eddie Murphy (“Beverly Hills Cop 2″), Sylvester Stallone (“Judge Dredd”), Harrison Ford (“Air Force One”) oder Kiefer Sutherland in der letzten “24”-Staffel die Show stahl.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Symbolisch aufgeladen, düster und hypnotisch. Stephan Rick inszeniert sein Kinodebüt als spannenden Mix aus Psychokrimi und Lebenskrise-Drama. Dabei spielt er geschickt mit visuellen und inhaltlichen Kontrasten.