Dem Nachwuchs eine goldene Chance

Nachwuchspreis-Gewinnerin Paula Kalenberg freudestrahlend bei der GOLDENEN KAMERA 2009
Nachwuchspreis-Gewinnerin Paula Kalenberg freudestrahlend bei der GOLDENEN KAMERA 2009
Foto: © Sean Gallup/Getty Images
Zu den schönsten Traditionen der GOLDENEN KAMERA gehört die Vergabe des Nachwuchspreises an ein junges Schauspieltalent, das vorher nichts von seinem/ihrem Glück weiß. Wir lassen die emotionale Geschichte dieser besonderen Auszeichung mit Paula Kalenberg, der Gewinnerin des Jahres 2009 Revue passieren.

"Vielleicht wäre ich ohne die GOLDENE KAMERA Bio-Bäuerin geworden, wer weiß." Auch wenn Schauspielerin Paula Kalenberg diese alternative Karriereoption in unserem Interview mit einem Augenzwinkern zum Besten gibt, trifft sie doch den Nagel auf den Kopf. Schließlich geht der Nachwuchspreis seit 1989 an herausragende Talente, die noch am Anfang ihrer Schauspielkarriere stehen. Bei der GOLDENEN KAMERA 2009, die ausnahmsweise im Rahmen einer Pressekonferenz verliehen wurde, blieb die damalige Newcomerin aus "Die Wolke" und "Krabat" zwar der große Gala-Moment verwehrt – überrascht wurde die heute 31-Jährige aber trotzdem...

Paula Kalenberg erinnert sich an den Gewinn des Nachwuchspreises 2009

Wenn Paula Kalenberg, die ab dem 16. Februar in der neuen ARD-Filmreihe "St. Josef am Berg" ihrem TV-Schwiegervater Harald Krassnitzer das Leben schwer machen wird, zu Protokoll gibt, dass sie sich durch den mit 20.000 Euro dotierten Nachwuchspreis "bestärkt gefühlt" hat, illustrieren ihre Worte Sinn und Zweck der renommierten Auszeichnung: Die Aufforderung an das junge Talent, sich selbst treu zu bleiben und genauso weiterzumachen.

Die Nachwuchspreis-Geschichte der GOLDENEN KAMERA

Denn dass wie im Fall der "Wunder von Bern"-Entdeckung Louis Klamroth vom Nachwuchspreisträger in der Folge keine Schauspielkarriere angestrebt wurde, ist die Ausnahme. Vielmehr finden sich in der Liste reihenweise Darstellernamen, die aus der deutschen Entertainment-Branche nicht mehr weg zu denken sind. Die Liste reicht dabei von gefragten Film- und Fernsehgrößen wie Leslie Malton, Laura Tonke, Anna Fischer oder "Polizeiruf 110"-Kommissarin Anneke Kim Sarnau bis hin zu Top-Diven wie der ersten Nachwuchspreis-Gewinnerin Barbara Auer (1989), Katja Riemann (1990) oder Nina Hoss (1997)...

Zur Phalanx jüngerer Top-Star-Entdeckungen darf unser diesjähriges Jury-Mitglied Emilia Schüle genauso gezählt werden wie ihre "Ku'damm 59"-Partnerin Maria Ehrich (2015) und der heutige Kinoquoten-Garant Matthias Schweighöfer, der bei der GOLDENEN KAMERA 2003 als erstes männliches Nachwuchstalent mit der "Curd Jürgens Gedächtniskamera" ausgezeichnet wurde. Zuvor war der Nachwuchspreis als "Lilli Palmer Gedächtniskamera" ausschließlich für vielversprechende Schauspielerinnen reserviert.

Ab 2004 wurden beide Preise zur "Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera" zusammengelegt, die von der jeweiligen Expertenjury an ein weibliches oder männliches Schauspieltalent vergeben wird und nach einer kurzen Umbenennung in "HÖRZU Nachwuchspreis" seit 2016 "GOLDENE KAMERA Nachwuchspreis" heißt. Doch wie die Bezeichnung auch lautet – eines blieb und bleibt schöne Nachwuchspreis-Tradition: das Überraschungsmoment.

Das Überraschungsmoment als TV-Tradition

Zu den Besonderheiten des Nachwuchspreises gehört es nämlich, dass die jungen Schauspieltalente nichts von ihrer bevorstehenden Auszeichnung wissen. Mehrfach in der GOKA-Geschichte wurde das ahnungslose "Opfer" dadurch überrascht, dass der Moderator während der Live-Übertragung eine der Fernsehkameras kaperte, mit ihr über die Zuschauerreihen der Gala schwenkte und plötzlich bei dem oder der Glücklichen stehenblieb.

Der fünffache GOKA-Moderator Hape Kerkeling verwandelte dieses Überraschungskonzept zur Entertainment-Kunstform. So lockte er den späteren "Fack ju Göhte"-Star Max von der Groeben 2013 mit literarischer Hochkultur aus der Reserve...