Dwayne Johnson for President?

Hollywood-Stars wie Dwayne Johnson liebäugeln öffentlich mit einer Präsidentschaftskandidatur. Wie stehen ihre Chancen? Wir haben einen Experten gefragt.

Dwayne Johnson hat in seiner Filmkarriere mit einem 30-Meter-Krokodil gekämpft ("Rampage - Big Meets Bigger") und sich erfolgreich einem Mega-Tsunami in den Weg gestellt ("San Andreas"). Seine größte Rolle steht ihm aber womöglich im echten Leben bevor: US-Präsident. Mit einer Kandidatur für dieses Amt hat der Ex-Wrestler (47) schon öffentlich kokettiert.

Für die Wahl 2020 wird er noch nicht antreten, womöglich aber später. Ein Hollywoodstar als Präsident? Klingt erst mal absurd. Ist es aber nicht, sagt Prof. Stephan Weichert von der Hamburg Media School. "Die USA haben eine lange Polittradition mit Quereinsteigern aus dem Showbereich", so der Medienwissenschaftler. "Das reicht von Reagan bis Schwarzenegger."

Der österreichische Actionstar war von 2003 bis 2011 Gouverneur Kaliforniens – immerhin die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Als Berufsneulinge können sich Berühmtheiten glaubhaft vom politischen Establishment abgrenzen. Und: "Der Unterstützungseffekt durch die Fangemeinde", erklärt der Experte für digitalen Journalismus weiter, "hat sich heute durch riesige Social-Media- Followerschaften extrem verstärkt."

Millionen Fans als Wähler

In diesem Bereich kann Dwayne Johnson besonders punkten. Bei Instagram etwa folgen ihm sagenhafte 147 Millionen Fans. Hier verbreitet er (noch) keine politischen Botschaften, sondern Fotos von Filmdrehs. Doch auch Donald Trump galt vor 2016 in den USA in erster Linie als TV-Star, dank seiner Realityshow "The Apprentice". "Spätestens seit Trump wissen wir", so Weichert, "dass sich Popularität eins zu eins in politische Macht ummünzen lässt."

Kann es Johnson also tatsächlich ins Weiße Haus schaffen? Weichert ist skeptisch. Niemand weiß derzeit, wie ernst es Johnson mit der Politik meint. Ein Vergleich mit Schwarzenegger hinke: "Der bekam den politischen Stallgeruch, als er Maria Shriver heiratete. So wurde er Mitglied des Kennedy-Clans." Weichert räumt einer anderen Showbiz-Größe bessere Chancen ein: Oprah Winfrey (65). Mit einer mitreißenden Rede bei den Golden Globes 2018 hatte sie sich ins Gespräch gebracht. Die Medienmacherin ist eine der beliebtesten und einflussreichsten US-Persönlichkeiten.

Allein auf Twitter folgen ihr 42 Millionen. "Gut möglich, dass die Demokratische Partei Winfrey irgendwann bittet zu kandidieren", so Weichert. "Winfrey ist extrem gut vernetzt und kennt alle wichtigen Persönlichkeiten." Und sie hat tiefe Taschen. Forbes schätzt ihr Privatvermögen aktuell auf 2,6 Milliarden Dollar, im kostenintensiven US-Wahlkampf ein riesiger Vorteil. Daneben sieht selbst Muskelmann Johnson mit seinen 280 Millionen ausnahmsweise schwach aus.

Mehr zum Thema im TV:

"Die Traumfabrik und die Macht" - So eng ist die Verbindung zwischen Hollywood und Politik. Am Dienstag, den 23. Juli um 21 Uhr auf Phoenix.

"Rampage" Dwayne Johnson muss in diesem Actionfilm gegen mutierte Riesentiere antreten. Am Freitag, den 2. August um 20.15 Uhr auf Sky Cinema Action.