Im "Spreewaldkrimi" bricht die Zeit der Wölfe an

Zwei einsame Wölfe im Spreewald: Kommissar Krüger (Christian Redl) und der Wolf.
Zwei einsame Wölfe im Spreewald: Kommissar Krüger (Christian Redl) und der Wolf.
Foto: ZDF / Arnim Thomaß
Mysteriöse Unglücksfälle mit zwei Toten, ein Kommissar in der Sinnkrise und eine Rockerbande, die die Gegend unsicher macht: Der neue "Spreewaldkrimi - Zeit der Wölfe" strotzt wieder vor rätselhaft verzweigten Ereignissen.

Die Straßen durch den Spreewald beben vom Donnern schwerer Harleys, als die süddeutsche Rockergang "Die Wölfe" in Brandenburg einfällt. Es kommt zu einem Motorradunfall, bei dem ein Rocker stirbt und wenig später verunglückt auch ein Waldarbeiter tödlich. Doch Kriminalrat Krüger (Christian Redl), der sich seit seinem letzten Fall in einer Sinnkrise befindet und glaubt, seine Fähigkeit zur Imagination verloren zu haben, lässt seinen Kollegen Fichte (Torsten Merten) bei den Ermittlungen im Stich. Krüger sucht stattdessen die Nähe zu einem realen Wolf, der ihm wohlgesonnen scheint und bekommt irre Visionen, in denen Menschen Hasenköpfe tragen.

Krügers selbst gewähltes Einsiedlerdasein im "Spreewaldkrimi - Zeit der Wölfe" (Mo, 27. April, 20.15 Uhr im Ersten) wird nur durch den Jäger Drilling gestört, der den eingewanderten Wolf zur Strecke bringen will, der Schafe in der Umgebung reißt. Krüger erkennt in dem einsamen Tier eine Metapher für die zunehmende Vereinsamung und Verrohung in der Gesellschaft - und für sich selbst. Er will "Isegrimm" beschützen.

Leberwurst als Lockmittel

"Es war nicht ganz ungefährlich", blickt der 72-Jährige Schauspieler im ZDF-Interview auf die Dreharbeiten mit dem scheuen Wolf im letzten Jahr zurück. "Damit er mir so nahe kommt, wie es im Film zu sehen ist, hatte man mir Leberwurst auf die Hand geschmiert, um ihn zu locken. Zögerlich beschnupperte er sie, um sie dann genüsslich abzulecken. So jedenfalls konnten wir seine Scheu überlisten, und seltsamerweise hatte ich die ganze Zeit über volles Vertrauen in ihn".

Der leicht überforderte Dorfpolizist Fichte stolpert während Krügers Selbstfindungstrip zusammen mit der ehrgeizigen Polizeianwärterin Luise Bohn (Alina Stiegler) durch die Ermittlungsarbeit, tappt aber weitgehend im Dunkeln. Wie die Toten miteinander in Verbindung stehen und was es mit dem anonymen Gönner zu tun hat, der im Spreewald Geld an soziale Einrichtungen verteilt, wird so lange ein Rätsel bleiben, bis Krüger und Fichte wieder einen Weg gefunden haben, Seite an Seite zu ermitteln.

Im zwölften Fall der "Spreewaldkrimi-Reihe" sind neben neben der Stammbesetzung Christian Redl, Thorsten Merten und Claudia Geisler-Bading unter anderem auch Alina Stiegler, David Bredin, Bernhard Schütz, Annika Kuhl und Sascha Alexander Gersak zu sehen, für den sich wie fast immer schon allein das Einschalten lohnt. Das Drehbuch stammt wie gewohnt von Thomas Kirchner, die Regie bei dem zum Teil surrealen TV-Krimi führte Pia Strietmann.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Ein packender Top-Krimi, mit einem bestens aufgelegten Hauptdarsteller, der scheinbar große Freude daran hat, mit inneren Dämonen und imaginären Erscheinungen zu kämpfen. Regisseurin Strietmann haucht dem manchmal allzu gewollt mystischen Landschaftskrimi neues Leben ein.

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