"Das Boot": So war der actionreiche Dreh

Die neue Sky-Serie "Das Boot" wurde an vier Drehorten gedreht. Und anders als in Wolfgang Petersens Kinohit wird diesmal nicht nur unter Wasser gekämpft, sondern auch an Land!

Insgesamt 105 Drehtage, 79 Schauspieler, 120 Sprechrollen in Deutsch, Französisch und Englisch, vier Sprachen hinter der Kamera und dann noch die Actionszenen in der Enge U-Boots. Für Regisseur Andreas Prochaska war der Dreh "mit Abstand das Anstrengendste, was ich je in meinem Leben gemacht habe."

Actionreicher Dreh

Dem Schauspieler Franz Dinda, der in "Das Boot" (ab 23. November, 20.15 Uhr, Sky 1) den leitenden Ingenieur der "U-612" spielt, bleibt der Dreh als extrem actionreich und anstrengend in Erinnerung: "Am Ende mancher Drehtage war ich schon ziemlich k. o. und wollte einfach nur schlafen, aber schon am nächsten Morgen konnte ich es kaum erwarten, wieder an das Set zu kommen."

Mal, so der Schauspieler, habe er tagelang im künstlichen Nebel gestanden, ein anderes Mal sei er durchgeschüttelt worden: "Die Stimmung war trotzdem unglaublich gut. Eigentlich hatte ich mit Konflikten hinter der Kamera gerechnet, da hier schließlich ein Haufen junger Alphatierchen mit jeder Menge Testosteron aufeinandertrafen – und obendrein eingepfercht wurden. Aber dann lief alles glatt – und das an allen vier Drehorten!"

Eine Serie - vier Drehorte

Für den spektakulären Außendreh ging es mit einem 240 Tonnen schweren Nachbau (67 Meter lang, neun Knoten schnell, allerdings nicht tauchfähig) eines U-Bootes vom Typ "VII C" zu den historischen U-Boot-Bunkern von La Rochelle. Hier wurde 1981 schon der Kinofilm gedreht. Weitere Szenen entstanden in einem 11.200 Quadratmeter großen Meerwasserbecken auf Malta, wo bereits zahlreiche große Seeabenteuer produziert wurden, sowie in den Münchner Bavaria Studios und den Barrandov-Studios in Prag.

"Dort", so Regisseur Andreas Prochaska ("Das Finstere Tal", "Spur des Bösen") zu GOLDENE KAMERA, "gab es ein originalgetreu nachgebautes, 45 Meter langes Holzmodell der Innenräume des Bootes, das äußerlich wie eine riesige, waggonartige Holzbox auf Gleisen aussah. Dieses Boot war hydraulisch beweglich, man konnte seine einzelnen Segmente – darunter Torpedoraum, Offiziersmesse und Zentrale – dank ausgefeilter Hydraulik ordentlich durchschütteln."

Dass bei den Dreharbeiten auf dem Meer niemand seekrank wurde, ist laut Prochaska der guten Vorbereitung zu verdanken: "Vor dem ersten Drehtag auf dem Meer haben wir schon einen Testlauf unternommen, um herauszufinden, ob alle Schauspieler 'seetauglich' sind." Er selbst "war so oft wie möglich im Boot, statt draußen vor meinem großen Monitor zu sitzen. Es war wichtig, mit dem Kameramann und den Schauspielern gemeinsam in der vernebelten, stickigen Röhre zu sein, mir auch aus Solidarität genauso oft den Schädel anzuhauen."

Bootcamp in Prag

Neben diesem "Seetest" mussten die Schauspieler auch ein dreitägiges Bootcamp in Prag absolvieren. Franz Dinda erinnert sich: "Dabei haben wir nicht nur Liegestützen gemacht, sondern auch die eine oder andere nützliche Technik erlernt – etwa, dass man seine Beine nach einem Sprung von einer Leiter nicht komplett durchstreckt, sondern abfedert."

Fregattenkapitän a. D. Jürgen Weber ergänzt: "Während des Bootcamps habe ich den Jungs die deutsche U-Boot-Geschichte nahe- sowie Kommandos und militärische Grüße beigebracht; unser Stunttrainer hat ihnen gezeigt, wie man die Leiter durch den Turm runterrutscht oder durch ein Kugelschott springt. Das war alles äußerst wichtig, weil die Schauspieler – bis auf eine Ausnahme – allesamt 'ungedient' waren! Doch nach unserer Ausbildung hätte man besonders das Torpedoteam sofort auf einem echten U-Boot anheuern lassen können."

Aber neben der körperlichen Vorbereitung war für einige Darsteller auch die psychologische Annäherung an ihre Figuren wichtig. Wie für Vicky Krieps, die Darstellerin der Dolmetscherin Simone Strasser, die zur Vorbereitung nicht nur zahlreiche Bücher über die Zeit las. Krieps besann sich auch auf ihre Großmutter, die zur Kriegszeit etwa so alt war, wie Simone in der Serie.

"Ich habe mich ausführlich mit ihrem Leben auseinandergesetzt. Das hat meine Perspektive verändert und meinen Horizont erweitert. Ich habe schnell gemerkt, dass Simone Strasser eine Figur ist, die von mir verlangt, einen riesigen Bogen zu spannen: vom glücklichen Mädchen zu einer geprägten und vom Schicksal gezeichneten Frau. Also habe ich versucht, so viel Hintergrundwissen wie möglich hineinzupacken, damit dieser Spagat glaubwürdig wird."

Bildergalerie: Wer spielt wen in "Das Boot"